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Spaniens LoRa-Netz: 1.700 Knoten, 90 % inaktiv
LoRa verspricht Kommunikation ohne Betreiber. Die Meshtastic-Karte für Spanien zeigt über 1.700 Knoten, doch mehr als 90 % sind offline und die reale Reichweite sinkt auf 4 km.
LoRa bringt keine Souveränität: 1.700 Knoten in Spanien, 90 % abgeschaltet
LoRa ist eine Funktechnik, die lizenzfreie Sub-Gigahertz-Bänder nutzt —863-870/873 MHz (EU868) in Europa, 915-928 MHz in Südamerika, US915 in Nordamerika und 2,4 GHz weltweit— um kurze Nachrichten zwischen sehr günstigen Geräten mit minimalem Stromverbrauch zu senden. Auf dieser physikalischen Grundlage wurde eine Erzählung aufgebaut: die der Kommunikationssouveränität, Sprechen ohne Betreiber, ohne Abdeckung und ohne Genehmigung. Die Hardware hält, was sie verspricht. Das Netz, das sie tragen sollte, tut es vorerst nicht.
Was ist LoRa und wie unterscheidet es sich von Meshtastic?
Es lohnt sich, zwei oft vermischte Ebenen zu trennen. LoRa ist die physikalische Ebene: Funkmodulation, kurze Frames und Kilometer Reichweite auf Kosten einer vernachlässigbaren Bandbreite. Meshtastic ist das Protokoll darüber, das ein Maschennetz zwischen Geräten webt; MeshCore ist eine spätere Alternative mit ähnlichen Zielen. Über LoRa läuft auch LoRaWAN, der Standard, der diese Technologie in Smart Cities und industrielle Telemetrie brachte, beschrieben von denen, die damit arbeiteten, als "sehr einfache, aber stabile" Kommunikation für Sensoren und Zähler.
All das existiert und funktioniert. Das Problem ist nicht die Technologie, sondern was darauf aufgebaut wird.
Die Karte Spaniens: über 1.700 Knoten und 90 % deaktiviert
Die öffentliche Meshtastic-Karte in Spanien zeigt mehr als 1.700 Knoten, verteilt über das Land. Das Bild täuscht. Mehr als 90 % sind deaktiviert: Leute, die das Gerät kauften, es einschalteten und liegen ließen, weil niemand am anderen Ende war. Die tatsächliche durchschnittliche Reichweite liegt bei etwa 4 Kilometern.
Es gibt bemerkenswerte Ausnahmen: In weiten Teilen Kataloniens werden Verbindungen im Radius von 100 Kilometern gemeldet, die zu 95 % funktionieren. Diese hängen von einer kritischen Masse an Enthusiasten in jeder Provinz ab. Im offenen Gelände, und dies untergräbt das Prepper-Versprechen, gibt es keineswegs einen Knoten alle vier Kilometer. Ein Maschennetz ohne Knoten ist ein Walkie-Talkie mit frischen Batterien und niemandem zum Reden.
Der echte Vorteil: Repeater mit 10-Euro-Solarmodulen
Wo LoRa unbestritten gewinnt, ist beim Stromverbrauch. Ein Knoten kann mit einem Spielzeug-Solarmodul für zehn Euro und einer Powerbank für zwanzig betrieben werden und hält so Monate durch. Sechs solcher Repeater aufzubauen, wird als machbar "zu vernachlässigbaren Kosten" beschrieben, etwas, das mit klassischen Walkie-Talkies nicht tragfähig ist. Traditioneller Amateurfunk spielt in einer anderen Liga: Eine 5-Watt-HF-QRP-Anlage erreicht die Welt per Morsetelegrafie, erfordert aber mehr Energie, mehr Wissen und oft eine Lizenz.
APRS sendet seit Jahren Telemetrie mit 1.200 Baud. Die ISS strahlt SSTV-Bilder von 500.000 Bytes in drei Minuten auf 145,800 MHz aus. LoRa konkurriert dort nicht im Durchsatz. Es konkurriert darin, dass es funktioniert, wo kein Stecker vorhanden ist.
Von 4 Kilometern auf 1.336: Der Rekord, der im Alltag nichts taugt
Die maximale unter Idealbedingungen zitierte Distanz, mit klarer Sichtlinie und ohne Hindernisse, übersteigt 1.336 Kilometer. Die Zahl ist spektakulär, aber praktisch nutzlos. In echten Tests bleiben die Verbindungen bei 10 Kilometern, und kommerzielle Setups versprechen 5 im offenen Feld.
Manche haben direkte Links von der Hauptstadt Palencia zu einem Router südlich von Villamiel de la Sierra in Burgos hergestellt, während andere ihre gesamte Ausrüstung verkaufen, nachdem sie feststellten, dass sie für den vorgesehenen Gebrauch "zu umständlich" ist. Die Rekorddistanz ist eine Laboranekdote; die nutzbare Distanz bestimmt das Gelände.
Reticulum, MeshCore und das Geschäft rund um freie Software
Das Ökosystem bewegt sich. Reticulum schlägt einen Netzwerkstack vor, der über WiFi, Internet oder LoRa-Funk ohne zentrale Server oder Benutzerkonten läuft, mit Nomad Network als Messaging-App und eigenen Tools zur Inhaltsveröffentlichung. Es verspricht Zensurresistenz. Es akzeptiert auch jede Binary, was Möglichkeiten erweitert und die Tür für Nutzungen öffnet, die seine Förderer nicht bewerben.
Und es gibt Rauschen in der Governance: Projekte, die entstanden, um die Aneignung von Community-Marken zu kritisieren, registrieren am Ende ihre eigene Marke und drohen mit Klagen gegen deren Nutzung. Freie Software, wieder einmal, mit Besitzern.
Die Bilanz, die niemand schließt
Zum Zeitpunkt dieser Diskussion ist das Ergebnis unbequem. LoRa ist billig, legal und spart Strom wie kaum etwas anderes. Und doch fehlt das Netz, das ihm Sinn geben sollte —Knoten, Repeater, Menschen, die bereit sind, sie zu warten—. Souveränität wird nicht durch Geräte gegeben; sie wird durch die Menschen gegeben, die sie nutzen. Dort bleibt die Bestandsaufnahme kurz.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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