Spaniens Komiker Quequé wegen 1.200 Belästigungsanrufen vor Gericht

Quequé muss sich am 30. November wegen Nötigung von Polonia Castellanos vor Gericht verantworten. In der Anzeige sind 1.200 Anrufe aufgeführt; bis zu 4 Jahre Strafe.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Komiker Quequé wegen 1.200 Belästigungsanrufen vor Gericht

Am 30. November muss sich Héctor de Miguel Martín, besser bekannt als Quequé, vor dem Gericht erster Instanz, Strafkammer, in Valladolid verantworten. Der Comedian von Cadena SER muss sich wegen Nötigung gegenüber Polonia Castellanos, der Präsidentin der Vereinigung christlicher Anwälte, verantworten. Laut Anzeige erhielt die Verbandschefin 1.200 Telefonanrufe, und die Belästigung erstreckte sich auch auf ihre Töchter. Die Staatsanwaltschaft fordert eine Freiheitsstrafe von zwei bis vier Jahren.

Anrufe, die die Grenze des Humors überschreiten

Der Ablauf der Vorfälle deutet auf eine anhaltende Kampagne der Schikane hin. Die Anzeigenerstatterin begnügte sich damit nicht, das Geschehene hinzunehmen, sondern zeichnete die Gespräche ab dem dritten Anruf auf. Diese scheinbar kleine Entscheidung ist nun zum zentralen Beweismittel des Falls geworden. Die Gerichtsladung, über die Europa Press berichtete, legt den Verhandlungstermin auf den letzten Novembertag fest – ein Datum, das bereits in den Medien und in der politischen Satireszene Aufsehen erregt.

Meinungsfreiheit oder Nötigung: die Debatte, die spaltet

Der Fall öffnet eine alte Diskussion über die Grenzen von Kritik und Humor erneut. Manche halten dafür, dass Quequé lediglich sein Recht wahrgenommen hat, eine ultrakatholische Vereinigung öffentlich anzugreifen, mit der er im Streit liegt. Auf der anderen Seite wird argumentiert, dass 1.200 Anrufe in keine Definition von Satire passen: Das sei Belästigung, und die Tatsache, dass das Opfer eine Frau in Führungsposition ist, füge eine Komponente symbolischer Gewalt hinzu. Die Paradoxie: Selbst einige der üblichen Kritiker der Vereinigung christlicher Anwälte finden, dass das Gerichtsverfahren diesmal gerechtfertigt ist.

Ein Prozess mit politischem Hintergrund

Dass die Verhandlung in Valladolid und nicht in Madrid stattfindet, bringt ein kurioses Element mit sich. Manche sehen darin einen Versuch, den Fall dem Mediendruck zu entziehen. Andere einen Versuch, das Gesetz ohne Rücksichtnahmen anzuwenden. Unstrittig ist, dass das Urteil Präzedenz schaffen wird: Bei einer Verurteilung bestätigt sich, dass telefonische Schikane strafrechtliche Folgen hat; bei einem Freispruch werden viele darin ein grünes Licht sehen, das Telefon zur Waffe politischer Kritik zu machen.

Quequé, der seine Karriere auf Ironie und Provokation aufgebaut hat, muss nun vor einem Richter seine Worte abwägen. Humor, so sagt man, brauche Publikum. Die 1.200 Anrufer haben das vielleicht wörtlich genommen. Am 30. November wird sich zeigen, ob die Justiz darin einen Witz oder eine Nötigung sieht.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (88 Antworten).

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