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Spaniens Innenminister verlangt von der Polizei Aufklärung über Marokkos Rolle in Ceuta
Das spanische Innenministerium fordert Polizeiberichte über Marokko – einen Monat, nachdem er das Land noch als „verlässlichen Partner" bezeichnet hatte, nach dem Masseneinbruch nach Ceuta.
Marlaska: Von „verlässlichem Partner" zur Forderung nach Erklärungen der Polizei über Marokko
Vor einem Monat versicherte der spanische Innenminister noch, Marokko sei keine Bedrohung für Ceuta. Nun, nach der massenhaften Einreise von Migranten, hat Grande-Marlaska den Polizeichef schriftlich um Klärung gebeten, ob das Nachbarland hinter dem Grenzübertritt steckte. Die Anfrage verhehlt einen offensichtlichen Widerspruch kaum: Die Informationen über die Grenze verwaltet sein eigenes Ministerium.
Eine Forderung mit einem Monat Verspätung
Das Detail ist nicht belanglos. Die neue Forderung kommt einen Monat nach der Krise – zu einem Zeitpunkt, an dem Polizeiberichte und Geheimdienstinformationen längst auf dem Tisch liegen sollten. Zu glauben, dass der oberste Verantwortliche des Innenministeriums keine Warnung über Marokko erhalten hatte, erfordert einen Glaubensakt, den nicht einmal das Ministerium selbst verlangen zu können scheint.
Es gibt zwei Lesarten. Die erste: Das Innenministerium sucht ein administratives Alibi, um die Verantwortung auf die Polizei abzuwälzen und den Vorgang abzuschließen. Die zweite: Der Minister braucht eine formale Bestätigung, um auf die Kritik im Kongress zu antworten. Keine davon kommt Marlaska zugute.
Und wenn Marokko nicht dahintersteckte, ist das Problem noch größer
Bei der Analyse der Zeit nach dem Grenzübertritt hat eine unbequeme Hypothese an Gewicht gewonnen: Würde Marokko die Einreise nicht orchestriert haben, wäre das ein noch schlechteres Szenario. Es würde bedeuten, dass Tausende Menschen in der Lage waren, die Grenzüberquerung zu koordinieren, ohne dass weder der CNI (Spaniens Geheimdienst) noch der marokkanische Geheimdienst die Operation bemerkte. Manche Schätzungen gingen von bis zu 50.000 Migranten aus, allerdings ohne offizielle Bestätigung.
Das Schreiben des Ministeriums klärt dieses Rätsel nicht. Es fügt einem Vorgang, der ohnehin ohne klaren Kurs dahintrieb, nur eine zusätzliche Ebene der Verwirrung hinzu. Einen Monat zuvor hatte derselbe Minister noch versichert, Marokko sei ein absolut verlässlicher Partner. Wenn er nun öffentlich zweifelt, dann hat man ihm entweder Informationen vorenthalten, oder der Partner war doch nicht so verlässlich. Die Frage bleibt offen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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