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Spaniens günstigste Hotels kosten nun 120 € pro Nacht
In Spanien beginnen Budget-Hotels bei 120 € und Mittelklasse-Unterkünfte bei 250 €, während die Löhne seit 1995 stagnieren. Schlafen ist teurer als gut essen.
Hotels in Madrid für 140 €: Das Ende der günstigen Zimmer
Ein Zimmer im Zentrum von Madrid für unter 100 Euro pro Nacht zu finden, ist heute praktisch unmöglich. Das Hostal Patria, eine Pension ohne Luxus, wird auf Buchungsplattformen für 149 Euro pro Nacht angeboten – ein Preis, den vor zwei Jahrzehnten nicht einmal große Hotels der Hauptstadt erreichten. Diese Klage wiederholt sich in jedem Reiseziel: Die günstigste Unterkunft beginnt bei 120 Euro, mittlere Optionen liegen bei 250 Euro, während ein Restaurantmenü mit hochwertigen Zutaten, Personal und Räumlichkeiten 30 bis 40 Euro pro Person kostet. Schlafen ist jetzt teurer als Essen. Und die Erklärung ist nicht einfach.
Warum sind billige Pensionen verschwunden?
Vor zwanzig Jahren bot Spaniens Beherbergungskarte eine vollständige Pueblerino. Es gab Fünf-Sterne-Hotels, aber auch Drei-, Zwei- und Ein-Sterne-Einrichtungen sowie ein dichtes Netz aus familiären Pensionen und Gasthäusern. In Madrid konnte man anständig nahe der Gran Vía für etwa 20 Euro übernachten, und ein einfaches Hotel mit privatem Bad kostete 35 bis 45 Euro. Heute ist dieses Mittelfeld verschwunden: Fast alles hat drei Sterne oder mehr, und nichts bleibt unter 100 Euro.
Mehrere Ursachen erklären diese Verschwinden. Eine ist der Generationenwechsel: Der Betrieb einer familiären Rezeption bindet Eigentümer lebenslang, und viele finden keine Nachfolger. Eine andere ist die Belastung für Selbstständige, die Margen so stark drückt, dass Preiswettbewerb unwirtschaftlich wird. Das Ergebnis ist ein Markt, in dem das Niedrigpreissegment nicht mehr existiert; wer sich kein Hotel leisten kann, muss auf Hostel-Mehrbettzimmer zurückgreifen. "Jetzt muss ich nur noch fürs gemeinsame Badezimmer zahlen", fasst ein Reisender zusammen, der es leid ist, Gemeinschaftsbäder zum Suite-Preis zu nutzen.
Die Aufschlüsselung: Warum Schlafen teurer ist als ein gutes Abendessen
Das Argument, das die Debatte eröffnet, scheint auf den ersten Blick schwer zu widerlegen. Ein Restaurant berechnet Kosten für Zutaten, Arbeit und die Zeit, in der Kunden Räumlichkeiten mit Miete, Strom und Lizenzen nutzen. Ein Hotel bietet jedoch "ein Zimmer und ein Bad", schnelle Reinigung und Bettwäschewechsel alle zwei bis drei Tage. Wenn die Betriebskosten eines Zimmers niedriger erscheinen als ein voller Catering-Service, woher kommt dann der Aufpreis?
Die am wenigsten kontroverse Antwort ist Immobilien. Ein Hotel ist nicht nur ein Bett: Es ist ein ganzes Gebäude mit Rezeption, Sicherheit, Wartung und Personal, das arbeitet, wenn Gäste es kaum bemerken. Hinzu kommt ein Geschäft, das nur wenige Monate im Jahr voll ausgelastet ist und Hochsaisonpreise benötigt, um Verluste in der Nebensaison auszugleichen. Detaillierte Kostenaufstellungen überraschen viele. Was keine Kostenrechnung vollständig erklärt, ist, warum genau die mittlere Option fehlt.
Verlangen, was Kunden bereit sind zu zahlen
Die häufigste Erklärung ist Lehrbuch-Angebot und -Nachfrage. Hoteliers setzen den höchsten Preis, den der Markt toleriert, wie niemand Brot verschenkt. Der Markt toleriert es, weil Kunden höhere Kaufkraft haben. Ausländische Touristen, die Gehälter aus wohlhabenderen Ländern beziehen, finden spanische Unterkünfte fast gratis. Spanien verkauft Sonne, gutes billiges Essen und erschwingliche Betten; wenn eine Säule teuer wird, leidet das gesamte Modell.
Es gibt eine Wendung, die man betrachten sollte. Wenn man 1.000 Euro von einer Person verlangen kann und dies profitabler ist als 100 Euro von zehn Personen – weniger Personal, weniger Abnutzung –, ist die natürliche Strategie, Mittelklasse-Hotels zu leeren und sie mit kaufkräftigem Tourismus zu füllen. Es ist das Mantra des "Qualitätstourismus", was praktisch bedeutet, Preise zu erhöhen und jene auszuschließen, die nicht zahlen können.
Künstlicher Anstieg nach der Pandemie?
Der Preissprung nach ELbichito ist der irritierendste Datenpunkt. Dasselbe Vier-Sterne-Hotel stieg von 80 bis 90 Euro während der Pandemie auf 220 Euro ein Jahr später, zu identischen Terminen. Die wohlwollende Lesart spricht von der Wiederbeschaffung verlorener Umsätze durch Schließmonate. Die weniger nachsichtige Sicht weist auf strukturelle Probleme hin: viele Insolvenzen, günstige Übernahmen und einen Markt, der sich in weniger Händen konzentriert.
Eine härtere These zirkuliert bezüglich dieser Konzentration – dass neue Eigentümer kolludieren, um Preise künstlich zu erhöhen –, aber es fehlen Beweise. Der überprüfbare Effekt ist klar: Das billige Angebot schrumpft und Durchschnittspreise steigen unabhängig von der Saison.
Ausländische Touristen und der Jakobsweg treiben die Auslastung
Während der Hochsaison kann die Zimmersuche direkt unmöglich sein. Der auffällige Fall ist Pontevedra: Ein Reisender prüft vier Hotels, alle ausgebucht, und findet kein Bett, selbst wenn er jeden Preis zahlt. Hoteliers führen dies auf die Welle der Pilger des Camino de Santiago zurück, meist ausländisch, die die Auslastung an Grenzen halten. Wenn die Nachfrage das Angebot deutlich übersteigt, wird der Preis nicht mehr diskutiert: Er wird akzeptiert.
Den Kreis zu schließen ist unbequem. Für ausländische Reisende bleibt Schlafen in Spanien billig. Für spanische Lohnempfänger kostet dasselbe Zimmer, das einst 35 Euro kostete, nun 140 Euro, bei stagnierenden Löhnen. "Nicht das Hotel ist teuer, ich bin arm", fasst eine wiederkehrende Phrase zusammen. Das Problem war nie das Zimmer. Es war das Gehalt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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