Spaniens Kastilische Hauptstädte bewertet: Segovia glänzt, Palencia fällt durch

Segovia erhält eine Bestnote, Palencia eine schlechte Bewertung in einer Debatte über die Kriterien zur Bewertung der kastilischen Provinzhauptstädte.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spaniens Kastilische Hauptstädte bewertet: Segovia glänzt, Palencia fällt durch
Segovia dominiert, Palencia versagt in der Liga der kastilischen Hauptstädte

Ein so subjektives Unterfangen wie die Bewertung von Städten endet immer im Streit. Doch wenn das Thermometer an die Provinzhauptstädte Kastiliens angelegt wird, entsteht ein aufschlussreiches Bild der Ungerechtigkeiten: Segovia erhält in mehreren Bewertungen eine 10, Palencia sinkt in den strengsten Bewertungen bis auf eine 3, und Madrid, die Hauptstadt des Königreichs, bleibt bei einem lauwarmen 7, was schmerzt. Der ursprüngliche Vorschlag verteilte Noten von Nord nach Süd — Santander 6, Burgos 7, Valladolid 7, Toledo 8, Ciudad Real 2 — und öffnete die Büchse der Pandora: Werden Kulturerbe, Wohnqualität oder die Erinnerung an den Besuch bewertet?

Die Antwort kam in Form von Uneinigkeit. Für manche ist Segovia „die schönste Stadt Kastiliens und die schönste des Landes“; für andere macht das Aquädukt 80 % der Arbeit aus, ohne es würde die Stadt auf eine Vier fallen. Das Muster wiederholt sich in jeder Hauptstadt: Die historische Altstadt rettet die Note, der Rest des Gemeindegebiets zieht sie nach unten.

Segovia, Toledo und Salamanca: Das Podium, das niemand bestreitet

An der Spitze herrscht ein weicher Konsens. Segovia, Toledo und Salamanca tauchen immer wieder oben auf, mit Noten zwischen 8 und 10. Der goldene Stein, das Aquädukt und der Alcázar leisten die schwere Arbeit. Aber selbst hier zeigt sich der Kleingedruckte: Manche behaupten, Segovia fehle es außerhalb des monumentalen Bezirks an repräsentativen Gebäuden und Prestige, während andere entgegnen, dass dieser noble Bereich existiert und einfach übersehen wurde.

Der Fall von Ávila ist das beredteste Beispiel dafür, wie sich die Note je nach Blickwinkel ändert. Eine 3 und eine 10 koexistieren in derselben Diskussion. Die Stadtmauer, die Wachtürme und die romanische Architektur rechtfertigen die hohe Note; das Industriegebiet und das Leben außerhalb der Steine die niedrige. Es hängt davon ab, ob man die Mauer oder die Peripherie betrachtet.

Palencia, Ciudad Real und Guadalajara: Das Schlusslicht

Das am häufigsten vergebene Unzureichend ist das für Palencia, mit Noten, die bis auf 3 fallen. Die Verteidigung stützt sich auf die Kathedrale, den Kanal von Kastilien (Canal de Castilla) und den Berg El Viejo, Argumente, die die Mehrheit nicht überzeugen. Ciudad Real erhält eine 2 und Guadalajara eine 6, oft mit dem Zusatz, dass sie „nichts zu bieten haben“. Die Diskussion verheddert sich darin, was gemessen wird: Kulturerbe, Lebensqualität, Beschäftigung oder Klima. Niemand kann sich einigen, und genau das ist der Reiz des Experiments.

Valladolid erzeugt eine interessante Spaltung. Manche betrachten es als die große unterschätzte Stadt Kastiliens, mit einer 7 oder sogar 9, während andere es als „langweilig“ abtun und auf eine 4 herabsetzen. Die flachste Provinz des Landes weckt weder große Leidenschaft noch Gleichgültigkeit.

Madrid, Santander und Logroño: Hauptstädte, die nicht überzeugen

Madrid startet mit einer 7 und erhält in strengeren Bewertungen eine 5. Das Argument ist immer dasselbe: Außerhalb des Habsburger-Madrids und des Königspalastes ist die Hauptstadt ein Haufen grauer Gebäude und unbeleuchteter Straßen. Die Verteidigung ist ebenso vorhersehbar: Das passiert in allen großen europäischen Hauptstädten, Wien eingeschlossen. Wer sechs Haltestellen von der Oper entfernt wohnt, weiß bereits, woran er ist.

Santander ist ein weiteres Schlachtfeld. Eine anfängliche 6 steigt auf 7 oder 8, je nachdem, wer die Bucht betrachtet, und bricht zusammen, wenn Feuchtigkeit, Steigungen und Sommerregen ins Spiel kommen. Die härteste Beschreibung des kantabrischen Klimas lässt sich hier nicht wiedergeben, fasst aber ein Unbehagen zusammen, das über Ästhetik hinausgeht.

Logroño erhält eine Startnote von 6 und eine Strafnote von 4. Die Calle Laurel, argumentieren einige, verdient allein schon eine Acht. Die Gastronomie rettet, was die Architektur nicht erreicht.

Die Karte zerbricht: Kastilien ist nicht eins, sondern mehrere

Während die Diskussion fortschreitet, entwickelt sich das Experiment der Städtebewertung zu etwas Größerem: Was ist Kastilien und wer hat das Recht, sich als Kastilianer zu bezeichnen?. Die Abtrennung Kantabriens und La Riojas, die Loslösung Madrids von Neukastilien, das Gewicht des Herzogtums Kantabrien bei der Entstehung Kastiliens im Jahr 800. Historische Argumente kreuzen sich mit identitären, und der Ton verschärft sich.

Manche behaupten, die Kantabrier seien keine Kastilianer und hätten es nie gewesen, mit zwei Jahrtausenden Geschichte gegenüber den 1.200 Jahren Kastiliens. Die Antwort lässt nicht lange auf sich warten: Der Unterschied zwischen einem Bewohner von Burgos und einem aus Santander ist derselbe wie zwischen einem aus Albacete und einem aus Toledo – keiner. Die autonomen Grenzen von 1978, sagen die Kritiker, zersplitterten Kastilien gegen seine Geschichte.

Was wird bewertet, wenn man eine Stadt bewertet?

Die Grundfrage schwebt über dem gesamten Experiment: Werden Kulturerbe, Lebensqualität, Beschäftigung oder Klima bewertet? Der ursprüngliche Vorschlag mischt Kriterien ohne Ankündigung, und daraus entstehen die Hälfte der Streitigkeiten. Eine 10 in Monumentalität kann eine 3 in Wohnqualität sein, und umgekehrt.

Der vernünftigste Vorschlag, der auftaucht, lautet, nur die historische Altstadt und die Denkmäler zu bewerten und alle Bauten nach 1900 außer Acht zu lassen. Nach diesem Kriterium würde sich die Karte erheblich ändern. Und wahrscheinlich gäbe es weiterhin Streit.

Verdient Palencia das Unzureichend, das ihm erteilt wird, oder ist es Opfer eines nie definierten Kriteriums?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (332 Antworten).

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