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Verbände der spanischen Guardia Civil verlangen nach dem Tod zweier Beamten in Barbate den Rücktritt von Innenminister Marlaska und warnen ihn vor einer Teilnahme an der Trauerfeier.
Verbände der Guardia Civil fordern Marlaskas Rücktritt
Kann ein spanischer Innenminister an der Beerdigung zweier im Dienst getöteter Beamter teilnehmen, während die Berufsverbände seiner eigenen Truppe schriftlich seinen Rücktritt verlangen? Dieses Patt entstand nach dem Tod zweier Mitglieder der Guardia Civil in Barbate, deren Boot von einem Drogenboot gerammt wurde. Die repräsentativen Verbände des bewaffneten Instituts forderten den Abgang des Ministers und fügten eine ungewöhnliche Warnung in das offizielle Statement hinzu: Er solle bloß nicht zur Trauerfeier erscheinen. Die folgende Debatte spaltete sich in zwei Lager: Jene, die diese Forderung als legitime Reaktion auf eine Kette von Entscheidungen sehen, die zum Tod zweier Beamter führten, und jene, die daran erinnern, dass dieselbe Truppe eine vom selben Minister unterzeichnete Gehaltserhöhung um 20 % widerstandslos akzeptiert hatte.
Was in Barbate geschah und warum die Trauerfeier zum Schlachtfeld wurde
Ausgangspunkt ist eine Anti-Drogen-Operation in den Gewässern der Straße von Gibraltar, die damit endete, dass ein Boot der Guardia Civil von einem Traficante-Lancha (Drogenboot) gerammt wurde. Zwei Beamte starben. Die schwebende Frage lautet seitdem, warum man sie beauftragt hat, Boote zu verfolgen, die ihnen an Leistung und Zahl weit überlegen waren, mit einem kleinen und langsamen Schiff. Dieses Detail, bis zum Überdruss wiederholt, trägt die Forderung nach politischer Verantwortung.
Die Spannung verlagerte sich auf die Trauerfeier. Nach Berichten soll die Witwe eines der Opfer die Teilnahme des Ministers viermal abgelehnt haben, mit angespannten Worten und direkten Beleidigungen. Die Presse habe, so diese Versionen, das Geschehene abgeschwächt. Marlaska erschien dennoch, und eine weitere Trauerfeier in Cádiz steht aus, wo das Klima in der Kommandantur als noch belasteter beschrieben wird.
Die Gehaltserhöhung um 20 %, die niemand in Statements erwähnt
Hier taucht das unbequeme Argument auf. Ein Teil der Analyse erinnert daran, dass derselbe Minister eine Vergütungserhöhung um 20 % für die Guardia Civil unterzeichnete, ohne dass es damals wütende Mitteilungen oder Rücktrittsforderungen gab. Die daraus gezogene Schlussfolgerung ist einfach: Der Unmut ist korporativ, nicht institutionell, und tritt nur dann auf, wenn Gehalt oder Prestige auf dem Spiel stehen, nicht wenn Befehle mit der Realität kollidieren.
Die Erwiderung auf dieses Argument hat ebenfalls Gewicht. Manche behaupten, ein Beamter könne nicht wählen, welchen Befehlen er folgt, und die politische Verantwortung liege bei denen, die sie unterzeichnen, nicht bei denen, die sie ausführen. Andere gehen weiter: Wenn die Truppe ungerechte Befehle gegen Landwirte oder Bürger widerspruchslos akzeptiert, kann sie sich kaum später als Opfer desselben Kommandos darstellen.
Vorwürfe, die über die Straße von Gibraltar hinausgehen
Der Unmut erschöpft sich nicht in Barbate. In der Diskussion tauchen frühere Episoden auf: Überwachungsoperationen gegen Bürger, Aktionen auf See mit Migranten, Kontrollen von Fischern und Jägern. Der grundlegende Vorwurf lautet, dass das bewaffnete Institut das Gesetz selektiv angewandt hat, je nachdem, wer es verletzte, und dass diese Selektivität nun Glaubwürdigkeit kostet.
Demgegenüber stützt sich die Verteidigung der Truppe auf ein einfaches Prinzip: Die Guardia Civil führt Befehle aus, und wer sie erteilt, muss sich vor dem Parlament verantworten. Professionellen Unmut mit der Verantwortung des Ministers zu vermengen, sagen sie, bedeutet, dem Boten ein Problem zuzuschieben, das ihm nicht gehört.
Die Trauerfeier in Cádiz bleibt. Und vor allem bleibt die Frage, ob ein Minister weiterhin mit den Verbänden einer Truppe zusammenarbeiten kann, die ihn schriftlich aufgefordert hat zu gehen. Die offizielle Antwort ist vorerst die übliche: Niemand tritt wegen eines Communiqués zurück.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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