Spaniens Guardia Civil belastet Cerdán und Leire Díez im PSOE-Skandal

Die UCO kommt zu dem Schluss, dass Santos Cerdán und Leire Díez die „Kloake“ des PSOE leiteten, um den Ministerpräsidenten zu schützen. Richter Pedraz ermittelt gegen das sozialistische Netzwerk.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Cerdán und Leire Díez leiteten die „Kloake“ des PSOE, so die UCO

Was hat ein ehemaliger Organisationssekretär der spanischen Sozialisten mit einem Schutznetzwerk für den Ministerpräsidenten zu tun? Die Operative Zentraleinheit (UCO) der Guardia Civil hat ihn gerade in den Mittelpunkt einer Ermittlungsakte gerückt, die EL MUNDO vorliegt. Der Bericht, Teil des Verfahrens von Richter Pedraz, behauptet, die „Kloake“ der Partei sei von Santos Cerdán und der Exabgeordneten Leire Díez „geführt“ worden. Laut den Ermittlern habe Cerdán „die eigene Struktur der Partei“ in den Dienst einer kriminellen Organisation gestellt, deren Ziel es war, „die Interessen des Regierungschefs zu schützen“.

Der UCO-Bericht: Eine kriminelle Struktur mitten in der Partei
Das Dokument, das die Zeitung zuerst veröffentlichte, beschreibt ein Netzwerk, das aus dem Inneren des PSOE heraus operierte. Es handelt sich nicht um einen Einzelfall, sondern um eine mutmaßliche Instrumentalisierung der Parteiressourcen für illegale Zwecke. Die UCO benennt zwei Schlüsselfiguren des sozialistischen Apparats als Leiter des Netzwerks: Cerdán, ehemaliger Organisationssekretär, und Leire Díez, die die Operationen koordiniert haben soll. Richter Pedraz untersucht, ob diese Aktivitäten eine Parallelstruktur verdeckten, die Sánchez' Position sichern sollte.

Was kommt jetzt? Zwischen Untersuchungshaft und „es wird nichts passieren“
Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten, doch die meisten sind von Skepsis geprägt. Während einige die Untersuchungshaft für Díez fordern – sie ist weiterhin auf freiem Fuß und im Fernsehen zu sehen –, halten andere es für ausgemacht, dass der Fall mit Ausreden wie einer „PP-Polizei“ oder Verweisen auf die Kitchen-Affäre verpuffen wird. „Jetzt haben sie zwei Sündenböcke, die drei Jahre ins Gefängnis gehen und danach kassieren“, fasst eine der Stimmen zusammen. Die Staatsanwaltschaft muss entscheiden, ob sie Sicherungsmaßnahmen beantragt, doch das Gerücht dahinter lautet, dass die Maschinerie der Straflosigkeit bereits geölt ist. Bei einer Partei, die bewiesen hat, dass sie juristische Stürme überstehen kann, ist nur eines sicher: Das Verfahren bleibt offen, und jedes neue Kapitel nährt dieselbe Frage: Wie tief reicht die Kloake?

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