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Spaniens Geschäfte sichern sich vor dem 31. Oktober ab
Geschäfte in Valencia, Madrid und Bilbao sichern sich vor der Nacht des 31. Oktober ab. Der mutmaßliche Anführer von Blocus wurde in Bilbao festgenommen. Die Kosten der Sicherheit steigen.
Geschäfte sichern sich vor dem 31. Oktober ab: Wenn die Rollläden früher heruntergehen
In Valencia, Madrid, Bilbao und Turin wachen Schaufenster mit Brettern auf, und die Kameras richten sich auf den Gehweg. Aufrufe zu Ausschreitungen und Plünderungen in der Nacht zum 31. Oktober haben Dutzende Geschäfte dazu gebracht, sich abzusichern wie in einem Kriegsgebiet. Das Phänomen, das sich über mehrere europäische Städte ausbreitet, vermischt die Alarmstimmung wegen der sogenannten „Blocus“ mit dem Nachklang früherer Ausschreitungen und dem wachsenden Gefühl, dass der Staat die Sicherheit des kleinen Handels nicht garantiert.
Die Szene wiederholt sich: Metallrollläden, die schon am Nachmittag heruntergelassen werden, Klebeband an den Scheiben, Besitzer, die sich beim Wachen abwechseln. In Madrid begann ein MediaMarkt an der Puerta del Sol, sich um 21:30 Uhr zu verriegeln. In Valencia ist in kursierenden Nachrichten von „Jagden“ die Rede und von einer Nacht, die manche bereits mit dem Film The Purge vergleichen. Das ist keine Metapher: Manche meinen es ernst.
Was steckt hinter den Aufrufen zu Plünderungen?
Die Behörden haben den mutmaßlichen Anführer von Blocus in Bilbao festgenommen, der laut Berichten Plünderungen für den Samstag plante und Handbücher dschihadistischer Gruppen verwendete. Die Festnahme hat die Alarmstimmung jedoch nicht entschärft: In Frankreich werden über 70.000 Kräfte eingesetzt, um auf die Aufrufe in sozialen Medien zu Plünderungen zu reagieren. In Spanien hat die Polizei mehrere Personen festgenommen, die mit der Organisation in Verbindung stehen, doch das Gefühl der Straflosigkeit bleibt in manchen Kreisen bestehen.
Das Profil der Festgenommenen ist vielfältig. Manche behaupten, sie seien alle „Sozialleistungsempfänger“ und die Rechte warne seit Jahren; andere verweisen auf eine Mischung aus jugendlicher Prekarität und gesellschaftlichem Unmut. Fest steht: Die Aufrufe haben sich in sozialen Medien vervielfacht, und die Händler haben beschlossen, nicht abzuwarten, ob die Sicherheitskräfte rechtzeitig kommen.
Die Kosten der Absicherung: Eine Rechnung, die der kleine Handel zahlt
Ein Schaufenster zu sichern ist nicht kostenlos. Mit Brettern, Acrylglas, Sicherheitsband und Stunden der Bewachung können die Ausgaben für ein mittelgroßes Geschäft mehrere tausend Euro übersteigen. Und keine Versicherung deckt den entgangenen Gewinn durch vorzeitige Schließung. Bei knappen Margen ist das eine direkte Belastung der Bilanz. Manche Unternehmer haben private Sicherheitsdienste engagiert; andere öffnen gar nicht erst.
Die Frage, die sich viele stellen, ist, warum der Staat die Sicherheit nicht garantiert. Manche kritisieren, die Polizei habe Anweisung, wegzuschauen, damit Chaos in den Straßen herrsche – eine Theorie, die ohne belastbare Beweise kursiert, aber bei einem Teil der Unternehmer Anklang gefunden hat. Fest steht: Die Koordination zwischen Sicherheitskräften und Handel fehlt in vielen Städten völlig.
Von Valencia nach Turin: Ein europäisches Phänomen
Es ist nicht nur Spanien. In Turin haben „Studenten“ erneut für Ausschreitungen gesorgt; in Hamburg bereiten sich die Händler auf eine „friedliche“ Demonstration vor. Die Welle der jugendlichen und gesellschaftlichen Proteste, getragen von der Generation Z und über soziale Medien organisiert, hält mehrere Regierungen in Atem. Der sogenannte „Blocus“ verbindet die Ablehnung von Bildungsprekarität mit dem Unmut über die Lebenshaltungskosten.
In Spanien wird die Lage durch den Zugunfall und dessen politische Bewältigung zusätzlich verkompliziert. Manche Analysen deuten darauf hin, dass die Regierung die Radikalen lieber ausschalten wollte, als zuzugeben, dass sich das Land eine weitere Nacht der Ausschreitungen nicht leisten kann. Der für die kommenden Tage angekündigte Generalstreik der Opposition schürt das Feuer zusätzlich.
Was passiert mit den Festgenommenen und den gerichtlichen Maßnahmen?
Die Justiz arbeitet im Schneckentempo. Ein 20-Jähriger, der im Baskenland festgenommen wurde, ist ohne Kaution auf freiem Fuß. In Deusto verließen die Beamten die Polizeiwache und ließen Waffen darin zurück, laut veröffentlichten Berichten. Ausschreitungen in Bilbao sind vorprogrammiert. Das Gefühl, dass der Staat im Grundsätzlichen versagt – Geschäfte zu schützen, die Ordnung zu wahren –, breitet sich unter denen aus, die in jeder Nacht der Ausschreitungen einen kleinen Tod der realen Wirtschaft sehen.
Unterdessen rechnen die Händler. Die Gesamtrechnung – mit Absicherungskosten, entgangenem Gewinn und den Auswirkungen auf die Versicherungsprämie – ergibt eine Summe, die viele nicht zweimal tragen können. Die Nacht des 31. Oktober wird vorbeigehen, doch der wirtschaftliche Kater bleibt in den Bilanzen.
Am Ende lautet die Frage nicht, ob es Ausschreitungen geben wird, sondern wie viele Geschäfte es sich leisten können, am nächsten Tag zu öffnen. Und das ist eine Rechnung, die niemand bezahlen will.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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