Spaniens Fußball-Weltmeisterinnen im Streit mit Verband

Die 23 Weltmeisterinnen halten an ihrem Verzicht auf die Nationalmannschaft fest, während der RFEF Klagen wegen Nötigung prüft.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spaniens Fußball-Weltmeisterinnen im Streit mit Verband
Weltmeisterinnen kehren nicht zur Nationalmannschaft zurück

Für viele Beobachter war die Krise der spanischen Frauen-Nationalmannschaft nie eine Geschichte über einen Kuss, sondern ein Machtkampf um die Kontrolle des Verbandes. Bislang hat niemand gewonnen. Die 23 Spielerinnen, die die WM in Australien und Neuseeland gewannen, teilten dem RFEF (Real Federación Española de Fútbol) mit, dass sie ihren Verzicht auf das Trikot der Selección bis zu weiteren Änderungen aufrechterhalten. Dies geschah nach mehreren Treffen, darunter eine Online-Sitzung am Donnerstagabend. Sie entschieden gemeinsam. Und genau diese Geschlossenheit bröckelt heute.

Von 41 Unterschriften zu einem rissigen Front

Der Widerstand wirkte zunächst monolithisch. Bis zu 41 Spielerinnen hatten sich geweigert, zur Nationalmannschaft zu kommen, wenn ihre Forderungen nicht erfüllt würden. Manche argumentieren, dass ein einstimmiges Kommuniqué sowohl Überzeugung als auch Gruppendruck widerspiegelt, wenn es um die Lizenz und die eigene Karriere geht. Die Zeit hat dies nur teilweise beantwortet: Mehrere Spielerinnen, darunter eine Weltmeisterin, haben dem RFEF signalisiert, dass sie verfügbar sind, was den Pakt bricht.

Diese interne Spaltung ist der am wenigsten diskutierte, aber entscheidendste Faktor. Wenn der Block zerbricht, verliert die Drohung ihre Wirkung, und der Verband gewinnt die Initiative zurück, ohne selbst handeln zu müssen.

Was sagt das Gesetz bei Nichterscheinen?

Artikel 47 des Sportgesetzes von 1990 ist eindeutig: Es ist Pflicht der lizenzierten Sportler, an Einberufungen der Nationalmannschaften für internationale Wettbewerbe oder deren Vorbereitung teilzunehmen. Dies ist das Kleingedruckte, das niemand unterschreibt, aber alle bindet.

Artikel 76, Punkt f, stuft unbegründetes Fernbleiben als schwere Ordnungswidrigkeit ein; Artikel 79 ermöglicht Geldstrafen und im Extremfall Sperren oder den Entzug der Verbandslizenz. Dass die Norm existiert, bedeutet nicht, dass sie angewendet wird: Der Rufschaden, 23 Weltmeisterinnen öffentlich zu sanktionieren, ist eine Rechnung, die kein Funktionär allein zahlen will.

Das Geld hinter dem Frauenfußball

Hier hört der Konflikt auf, sarracena zu sein, und beginnt, Bilanzen zu ziehen. Der Frauenfußball lebt von Beiträgen des Verbandes, der Liga, der Vereine und Sponsoren. Eine Analyse besagt, dass diese Struktur seit Jahren Defizite mit dem Wettbewerb macht. Mit dem offenen Machtkampf wird dieses Argument zur Waffe: Ohne Nationalmannschaft gibt es keine Bühne, und ohne Bühne werden Sponsoring-Verträge streng kalkuliert.

Am anderen Ende verteidigen einige, dass die Unterstützung des Frauenfußballs eine Investition und keine Ausgabe sei und dass Gehaltsgleichheit mit der Männer-Nationalmannschaft der Ausgangspunkt sein sollte, nicht ein Zugeständnis. Beide Thesen zirkulieren, ohne dass bisher eine Seite die Kosten vollständig getragen hat.

Rubiales, Vilda, Camps und die drohende Klage

Die Namen, die im Zentrum des Konflikts standen, sind bereits gefallen. Rubiales und Vilda traten ab, und die Entlassung von Andreu Camps beim Verband gilt als bestätigt. Auf dem Papier sind die geforderten Köpfe weg. In der Praxis hat sich der Machtkampf keinen Millimeter bewegt: Das ist der Kern des Problems und erklärt, warum er ungelöst bleibt.

Laut Berichten der Zeitung El Español bereiten Führungskräfte und Mitarbeiter des RFEF Strafanzeigen gegen die Spielerinnen wegen angeblicher Nötigung und Verleumdung vor, da sie deren Entlassungen forderten. Dies ist vorerst eine Pressemeldung ohne gerichtliche Entscheidung.

Die interne Front: Wer ausbricht, gewinnt Aufmerksamkeit

Mitten im Lärm hat sich eine Spielerin, die laut Diskussionen vom kollektiven Statement abrückte, den Applaus eines großen Teils der Fans gesichert, gerade weil sie sich gegen den Strom stellte und unter Druck des Systems handelte. Ihre Geste wurde von manchen als Mut, von anderen als Kalkül interpretiert. Fakt ist: Die öffentliche Exposition der Spielerinnen ist nun größer als ihre Verhandlungsmacht.

Es bleibt abzuwarten, ob der Verschleiß erst die Kabine oder die Verwaltung trifft. Die vorsichtigste Prognose lautet, dass dies durch Ermüdung gelöst wird, nicht durch Einigung: Durch neue Einberufungen, neue Namen und die Abwesenden, die ihre Version in Pressekonferenzen erklären. Diese Vorhersage ist fragil, solange der Ball noch nicht rollt.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (374 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

Volver