Spaniens Firmenweihnachtsfeiern: Kosten und sinkende Teilnahme

In Spanien führen verpflichtende Weihnachtsfeiern oft zu Eigenkosten oder geringer Beteiligung. Arbeitnehmer teilen Strategien, um diese erzwungenen Events zu meiden.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spaniens Firmenweihnachtsfeiern: Kosten und sinkende Teilnahme
Firmenessen: Freies Menü vs. 40-Euro-Kosten

Das betriebliche Weihnachtsessen in Spanien hat aufgehört, eine Feier zu sein, und ist zur Rechnung geworden. Und das Unternehmen zahlt nicht immer. Manche Firmen übernehmen die Verpflegung – in manchen Fällen im Wert von über 50 Euro – und finden dennoch Personal, das nicht im Restaurant erscheint. In mindestens einem Fall zahlt ein Arbeitnehmer fast 40 Euro aus eigener Tasche, um mit Leuten zu sitzen, die er sich nicht ausgesucht hat. Die Schlussfolgerung wiederholt sich: Je verbindlicher das Essen dargestellt wird, desto weniger Lust besteht, hinzugehen.

Manche häufen sogar sieben vorweihnachtliche Mittag- und Abendessen in einer einzigen Saison an, inklusive Eindämmungsstrategie: Weißwein, Wasser im Höhepunkt und keine Schnäpse. Der Rest des Erfolgs besteht darin, es durchzuhalten.

Was kostet der Gang zum Firmenessen wirklich?

Gehen ist nicht immer kostenlos, und das ist der Schlüssel, der die Gleichung ändert. Wo das Unternehmen Menü und offene Bar bezahlt, verschiebt sich die Belastung vollständig auf den nächsten Tag. Wo es nicht zahlt, liegt der Spaß laut eines Forumnutzers bei rund 40 Euro pro Kopf, eine Zahl, die schwerer wiegt, wenn der folgende Monat voller Ausgaben steckt.

Die häusliche Alternative – essen, worauf man Lust hat, einen Film schauen und niemandem Rechenschaft schuldig sein – wählen mehrere Teilnehmer im Thread.

Es gibt eine Asymmetrie, die die Hälfte des Ärgers erklärt: Dasselbe Ereignis, das manche aus eigener Tasche finanzieren, haben andere mit Menüs über 50 Euro und offener Bar abgedeckt. Wenn der Nutzen identisch ist, aber die Kosten nicht, vergiftet sich die Stimmung.

Die Blitz-Strategie: Kroketten, zwei Bier und Nebelkerze

Das Handbuch des erfahrenen Teilnehmers passt in vier Schritte. Um 10:00 Uhr erscheinen, wenn es Stehempfang mit Catering ist. Kroketten, Garnelen und Schinken essen, während man mit dem Chef und netten Kollegen über Fußball plaudert, was immer wenige sind. Von der offenen Bar trinken, ohne zu übertreiben. Und um 23:30 oder 00:00 Uhr, wenn die meisten beim dritten Glas sind, verschwinden, ohne sich zu verabschieden.

Es ist eine kalkulierte Choreografie: gut aussehen, gratis essen und kurz über das Spektakel lachen. Manche beschreiben es als Dokumentarfilm über kletternde Menschen. Eine feinere Variante besteht darin, sich getrennt in kleinen Gruppen zurückzuziehen, damit die Lücke nicht auffällt, und den Abend mit der ausgewählten Gruppe fortzusetzen, die sich tatsächlich den Rest des Jahres trifft.

Am anderen Extrem steht die totale Enthaltung. Fünfzehn Jahre ohne außerbetriebliches Event und vier oder fünf ohne Familienfeier. Wenn das Unternehmen einlädt, erfundene Ausrede; wenn Kollegen einladen, Schweigen und Nichtgehen. Kein Drama.

Dient das Essen dem Networking mit dem Chef?

Das ist das offizielle Argument aller Zeiten: Das Essen ist Networking, verkleidet als Feier. Das Gegenargument ist vernichtend und zunehmend populär. Es lässt sich zusammenfassen, dass man zur Arbeit geht, um zu arbeiten, nicht um zu streiten oder Freunde zu finden, und dass nach Dienstschluss nichts mehr mit Kollegen zu besprechen ist, keine Essens, keine Biere, nichts.

Zwischen diesen Polen taucht eine Zwischenstufe auf. Leute zwangsweise zusammenzubringen, die sich den Rest des Jahres freiwillig nicht treffen, sei Heuchelei, argumentieren einige. Aber das darf nicht jene belasten, die einfach mit ihren Leuten zusammenkommen wollen. Das Problem ist nicht das Essen, sondern die Verpflichtung. Daher verteidigen viele, dass jeder gehen sollte, wenn er will, und nicht kritisiert werden sollte, wenn er nicht geht.

An diesem Punkt fasst ein Teilnehmer einen Ausweg zusammen: Beamte haben das gelöst. Sie gehen nicht, geben keine Erklärungen ab, und niemand kümmert es. Die feste Stelle als höchster Ausdruck sozialer Freiheit.

Das Risiko am Tisch

Im Thread werden auch Kündigungen erwähnt, die nichts mit dem Essen selbst zu tun haben: In einer Firma fünf Personen einen Monat vorher; in einer anderen behauptet jemand, etwa 10 % der Belegschaft seien nach Abschluss des Geschäftsjahres entlassen worden. Und es gibt Berichte über eine Party, die endete, indem ein junger Mitarbeiter zu viel trank und die Treppe des Hotels hinunterfiel, wo die Veranstaltung stattfand.

Hinzu kommt das klassische Mitternachts-Chaos, von dem alle möglichen Versionen kursieren und keine überprüfbare, sowie der Verdacht einiger Teilnehmer, dass das Essen dazu dient, dass Leute nach dem dritten Glas Vertraulichkeiten aussprechen.

Wer bleibt zu Hause und mit wem

Enthaltung hat Profile. Da sind die, die mit allem gebrochen haben, was mit Weihnachten zu tun hat, und diese Tage als normale Daten betrachten, besonders seit die Großeltern fehlen. Da sind die, die Silvester zu Hause blieben und die Entdeckung als wunderbar beschreiben: Essen, Film und Schlafen. Und da sind die, die jede Gelegenheit nutzen, sich mit Gesundheitsausreden zu drücken, die in manchen Gesprächen noch gelten.

Was im Thread wiederkehrt, ist, dass das Firmenessen als Belastungstest erlebt wird. Wer geht, will weg. Wer nicht geht, rechtfertigt sich nicht mehr. Obwohl die Tradition eine Widerstandsfähigkeit besitzt, die man nicht unterschätzen sollte.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (127 Antworten).

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