Spaniens esoterische Geschichte, die die offizielle Chronologie herausfordert

Längsschädel, byzantinische Blutlinien und Datierungen, die die offizielle Geschichtsschreibung in Frage stellen: die These, die Iberien als Wiege einer verborgenen Zivilisation sieht

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spaniens esoterische Geschichte, die die offizielle Chronologie herausfordert
Spaniens esoterische Geschichte, die die offizielle Chronologie herausfordert

Die Iberische Halbinsel war keine periphere Ecke des Altertums, sondern das Epizentrum einer Zivilisation, die die offizielle Geschichte begraben haben soll. Das ist die These, die eine kürzliche Debatte über die esoterische Geschichte Spaniens durchzieht, in der sich Längsschädel, byzantinische Blutlinien, astronomische Datierungen und ein Zinnhandel kreuzen, der in der Bronzezeit die Fäden gezogen haben soll.

Der Mythos der Längsschädel und der Kinder der Götter

Die okzitanische Tradition der Deformation von Toulouse wäre demnach kein Volksbrauch, sondern das Überbleibsel einer ahnlichen Erinnerung, die mit den „Kindern der Götter“ verbunden ist. Nach dieser Strömung zeigen die Längsschädel von Paracas in Peru eine genetische Verbindung zu europäischem und iberischem Blut und verbinden den Haplogruppe R1b mit der Figur Echnatons. Die gezogene Folgerung ist eindeutig: Nach der Generationenzählung wären alle heutigen Europäer Nachfahren dieser Linien.

Fomenkos und Marfulls Neue Chronologie

Im radikalen historischen Revisionismus finden Anatoli Fomenko und Andreu Marfull ihre wichtigsten Bezugspunkte. Die Neue Chronologie behauptet, dass die offizielle Zeitlinie ein Konstrukt ist und dass die ersten kabbalistischen Texte in Catalunya Vella (Alt-Katalonien) im frühen Mittelalter geschrieben wurden. Marfull wiederum verortet den Ursprung der Priesterkönige in der Provence, bevor Rom im 16. und 17. Jahrhundert als Machtzentrum aufstieg. Der Zodiak der Borgia-Apartments, traditionell auf die 1490er Jahre datiert, markiere nach Ansicht dieser Autoren eine Planetenausrichtung von 1664.

Zinn, Stahl und die erste große Zivilisation des Westens

Jenseits des Esoterismus stützt sich die Debatte auf archäologische Daten, die das Dogma von „Ex Oriente Lux“ in Frage stellen. Der Zinnhandel, der für die Bronze unverzichtbar war, soll in Iberien eine zentrale Rolle gespielt haben. Arktische Eisbohrkerne deuten darauf hin, dass Río Tinto das erste industriell ausgebeutete Bergwerk war, und die neuesten Belege verorten die Herstellung von gehärtetem Stahl auf der Halbinsel um 900 v. Chr., Jahrhunderte früher als angenommen. Zusammen mit Los Millares und El Argar lautet das Argument, dass Iberien die erste große staatliche und städtische Zivilisation Westeuropas beherbergte.

Atlantis als Epilog und der dynastische Kampf

Die Reise gipfelt in Platons Atlantis, neu interpretiert als eine große bronzezeitliche Zivilisation, in der die Atlantier Kinder der Götter waren. Auch die esoterische Geopolitik hat ihren Platz: Die Rivalität zwischen Spanien und England würde als ein Konflikt zwischen den byzantinischen Linien der Laskaris Komnenos und der Angelos erklärt, während die Borgia-Päpste Opfer einer von ihren Feinden inszenierten Legende geworden wären.

Die etablierte Wissenschaft stützt diese Behauptungen nicht, aber die Debatte hinterlässt eine unbequeme Frage: Wie viel von dem, was wir über die Vergangenheit der Iberischen Halbinsel zu wissen glauben, ist eine konstruierte Erzählung? Wenn neue Datierungen und genetische Analysen weiterhin Beweise ansammeln, zwingt uns vielleicht das nächste Jahrzehnt, die Lehrbücher umzuschreiben. Oder alles bleibt eine faszinierende Spekulation. Vorerst bleibt das Rätsel offen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (84 Antworten).

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