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Spaniens Erfolg: Stil statt Talent war das Problem
Elf Champions-League-Titel, aber keine großen Erfolge mit der Nationalmannschaft: Spaniens Misserfolge lagen an Spielstil und Management.
Elf Champions-League-Titel und eine erfolglose Nationalelf: Das Paradoxon
Wie ist es möglich, dass ein Land, dessen Vereine vor 2008 elf Europapokale der Landesmeister (heute Champions League) gesammelt hatten – neun durch Real Madrid und zwei durch den FC Barcelona –, bis zur Europameisterschaft in diesem Jahr nichts mit seiner Nationalmannschaft gewonnen hat? Diese Frage wird seit dem kürzlichen Gewinn der Weltmeisterschaft wieder diskutiert und birgt ein fußballerisches Paradoxon, das sich nicht nur mit Pech erklären lässt.
Die Dominanz der Vereine, die Wüste bei der Nationalmannschaft
Statistiken lügen nicht. Vor der EM 2008 hatte der spanische Fußball jahrzehntelang zugesehen, wie seine Mannschaften europäische Titel holten, während die Nationalmannschaft regelmäßig im Viertelfinale, Achtelfinale oder bereits in der Gruppenphase ausschied. Reals „Madrid de los cincuenta y sesenta“ gewann sechs Europapokale; auch Barcelonas Triumph von 1992 wurde gefeiert. Dennoch war die Nationalauswahl ein Außenseiter ohne Chance. Die Erklärung liegt nicht im Rohstoff, sondern im Management.
Furia, Einsatz und die Abneigung gegen technisches Können
Eine Analyseströmung sieht das Problem im Stil. In den Neunzigern und frühen Zweitausendern waren die Trainer besessen von der sogenannten „Furia“, also purem Kampfgeist und robusten Profilen, und ignorierten technisch versierte Mittelfeldspieler. Der Fall Guti ist das bekannteste Beispiel: Er absolvierte in sechs Jahren nur dreizehn Länderspiele für Spanien. Caminero, Zehnter beim Ballon d’Or 1996, debütierte erst mit 26 Jahren. Stattdessen setzte man auf körperlich starke Kämpfertypen. Der Ball galt als Hindernis.
Die Idee, dass spanischer Fußball mehr als bloßer Einsatz sein müsse, entstand auf der Bank des FC Barcelona. Johan Cruyffs Revolution mit ihrem possession-based football legte den Grundstein. Aber es fehlte jemand, der diese Philosophie auf die Nationalmannschaft übertrug.
Die Nationalmannschaft als Ruhestätte: Gleichgültigkeit, Vetternwirtschaft und Bier
Ein weiterer, weniger romantischer Faktor betrifft das Management. Bis Anfang des Jahrhunderts nahm niemand die Lehrgänge ernst. Manche Spieler bekamen nur geringe Aufwandsentschädigungen, kamen erschöpft nach der Saison an und tranken in einigen Fällen sogar während des Trainings Bier. Die Bundestrainer waren oft Veteranen, die aus Gefälligkeit gegenüber Freunden installiert wurden. Es überrascht nicht, dass die Leistung der eines Teams entsprach, das um nichts spielte.
Das Bosman-Urteil und die Normalisierung des spanischen Stürmers
Der Wandel kam nicht nur von oben. Das Bosman-Urteil öffnete die Grenzen und ermöglichte es spanischen Spielern, in anspruchsvollere Ligen zu wechseln. Jahrelang war die Position des Mittelstürmers in den meisten Vereinen ausländischen Spielern vorbehalten. Als Spanier begannen, in England oder Deutschland als Angreifer zu spielen, fiel eine mentale Barriere. Die Exportbewegung in die Premier League oder Bundesliga verbesserte nicht nur die physische Verfassung: Sie nahmen ihnen die Unsicherheit.
Aragonés, Raúl und der Wendepunkt
Der entscheidende Sprung gelang mit einem erfahrenen Trainer, der nichts zu verlieren hatte. Luis Aragonés stellte Raúl abseits, akzeptierte die Feindseligkeit der madridistischen Presse und implementierte das Possession-Modell, das beim Barça bereits funktionierte. Er erfand nicht den Tiki-Taka – dieser Begriff ist umstritten –, aber er hatte den Mut, ihn durchzusetzen. Von da an reihte Spanien EM, WM und erneut EM aneinander. Die Titelsammlung war kein Zufall: Sie war die Belohnung für einen Stil, der zu den Qualitäten der spanischen Spieler passte.
Es bleibt die Frage offen, wer das größere Verdienst trägt: Cruyff, Aragonés, Del Bosque oder die eigene Jugendakademie des FC Barcelona. Aber es gibt eine unbequeme Tatsache für die Nostalgiker der Furia: Die einzige Phase, in der Spanien auf der Weltkarte auftauchte, war jene, als es aufhörte, das zu tun, was es immer getan hatte. Jeder muss die Konsequenzen seines Handelns tragen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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