Spaniens Enkelgesetz: 1,3 Millionen Stimmen für die PSOE?

Eine Schätzung besagt, dass das Enkelgesetz der PSOE in Spanien 1,3 Millionen Stimmen bringen könnte. Wir prüfen die Zahlen und die Vorwürfe der Wahlmanipulation.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Das Enkelgesetz könnte 1,3 Millionen Wähler hinzufügen: ein Wahlpolster für die PSOE?

Die Debatte über das sogenannte 'Enkelgesetz' Spaniens — die Verleihung der Staatsbürgerschaft an Nachkommen ausgewanderter Spanier — hat sich von der juristischen auf die rein wahlpolitische Ebene verlagert. Nach kursierenden Berechnungen könnte die Zahl der potenziellen neuen Wähler 2,5 Millionen erreichen, von denen 1,3 Millionen bei der nächsten Parlamentswahl für die PSOE stimmen könnten. Diese Zahl ist nicht gering: Sie entspricht rund 5 % des aktuellen Wählerverzeichnisses.

Wie kommt man auf diese Schätzung?

Die Hypothese beruht auf einer Aufschlüsselung nach Herkunftsländern. Aus verschiedenen Quellen stammende Daten deuten darauf hin, dass die PSOE unter neuen Staatsbürgern aus Marokko, Frankreich, Kolumbien und Ecuador stärkeren Zuspruch fände, während PP und Vox Wähler aus Argentinien, Venezuela, Kuba und Deutschland gewinnen würden. Die Gesamtsumme von 1,3 Millionen für die PSOE ergäbe sich, indem geschätzte Stimmenanteile auf die 2,5 Millionen potenziellen Begünstigten angewendet und die Nichtwähler abgezogen werden.

Der Mechanismus, der Verdacht erweckt

Die Kontroverse beschränkt sich nicht auf die Zahlen. Manche verweisen auf eine mögliche administrative 'Wahlmanipulation': Wenn die neuen Wähler keinen Wahlkreis wählen, könnte das Justizministerium — in PSOE-Hand — einen von Amts wegen zuweisen, sodass Stimmen in Schlüsselwahlkreisen gebündelt werden könnten. Hinzu kommt die Abschaffung des 'voto rogado' (des umständlichen Antragsverfahrens für Spanier im Ausland), das die Beteiligung von Auslandsresidenzen erleichtern würde. Die Kombination, so Kritiker, mache das Gesetz zu einem Instrument der 'Wahlkonstruktion'.

Nicht alles ist ein Spaziergang für Sánchez

Andere Analysen halten dagegen, dass die Rechte sich nicht still verhalten hat. Die PP hat über die 2023 geschaffene Nationalen Exekutivsekretärin für Migration Plattformen wie 'Hispanos con el PP' gefördert, um lateinamerikanische Wähler zu gewinnen. Auch Vox umwirbt Kubaner und Venezolaner, die mehrheitlich mit einer politischen Erfahrung ankommen, die sie nach rechts neigt. Gelingen diese Strategien, könnte die Stimmenverteilung ausgewogener ausfallen.

Die irritierende Zahl: Trotz aller Rechnungen ist das Stimmverhalten der neuen Staatsbürger ungewiss. Bei früheren Prozessen lag die Beteiligung Eingebürgerter meist niedrig. Übersteigt die Nichtbeteiligung 50 %, würde sich die tatsächliche Wirkung halbieren. Dennoch kann bei so knappen Margen wie den heutigen jeder Block von Hunderttausenden Stimmen die Waage kippen. Und niemand weiß bisher, in welche Richtung.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (15 Antworten).

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