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Spaniens Cyberkommando warnt vor Worst-Case-Szenario
Vizeadmiral Javier Roca erklärt Cyberangriffe für wahrscheinlicher als Raketen und fordert mehr Ernsthaftigkeit im digitalen Bereich Spaniens.
Der Chef des Gemeinsamen Cyberkommandos von Spanien, Vizeadmiral Javier Roca, hat gewarnt, dass ein Cyberangriff ein „weitaus wahrscheinlicheres“ operatives Risiko darstelle als der Einschlag einer Rakete, und zur Vorbereitung auf das schlimmstmögliche Szenario aufgerufen. Roca übte Selbstkritik: Mehr als ein Jahrzehnt nach Gründung des Kommandos im Jahr 2013 gestand er ein, dass die digitale Domäne intern nicht ernst genug genommen werde.
Vizeadmiral Javier Roca, Chef des Gemeinsamen Cyberkommandos, formulierte es bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen der Veranstaltung „Das Heer und das intelligente Schlachtfeld“ in Madrid unmissverständlich: Ein Cyberangriff sei ein „weitaus wahrscheinlicheres“ operatives Risiko als der Einschlag einer Rakete. Daraus folge seine Empfehlung: Man müsse sich auf das schlimmstmögliche Szenario vorbereiten. Diese Warnung ist keine rhetorische Übung. Das Kommando wurde **2013** gegründet und mehr als zehn Jahre später räumt sein eigener Chef ein, dass man die digitale Domäne „nicht glaubt“, weil sie „sehr komplex und anspruchsvoll“ sei.
Roca bezeichnete künstliche Intelligenz als den entscheidenden Faktor: Sie vervielfache Fähigkeiten und Bedrohungen in einem Tempo, das seiner Meinung nach historische Meilensteine wie die Einführung der Artillerie, der Panzerung oder der Luftfahrt übertrifft. Das operative Umfeld verändere sich schneller, als die institutionelle Trägheit zulasse. Dies werfe eine unbequeme Frage auf: „Wir können uns nicht vorstellen, wie oder gegen wen wir kämpfen werden“, so Roca.
## „Wir bilden unsere Soldaten für eine Welt aus, die es nicht mehr gibt“
Die schärfste Kritik richtete sich gegen die Ausbildung. „Wir bilden unsere Soldaten für eine Welt aus, die es nicht mehr gibt. Wenn sie in 50 Jahren so sind wie wir, führen wir sie zum Scheitern“, warnte er. Die Diagnose enthält eine Paradoxie: Der Cyberraum sei eine Domäne, die unbeliebt sei, weil sie anspruchsvoll sei, aber das „befreie uns nicht davon, durch sie zerstört zu werden“.
## Die Streitkräfte hängen vom sicheren Zugang zum Cyberraum ab
Laut Roca hängt die Fähigkeit des spanischen Heeres („Ejército de Tierra“) „nahezu vollständig“ vom sicheren, zuverlässigen und widerstandsfähigen Zugang zum Cyberraum ab. Eine Herausforderung bestehe darin, dass die Streitkräfte Cyberoperationen mit Fähigkeiten durchführen, die in realen Szenarien getestet wurden. Die Selbstkritik richtet sich jedenfalls an die eigene Institution: Die Botschaft sei, dass digitale Verteidigung kein Add-on mehr sei, sondern die Grundlage, auf der alles andere beruhe.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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