Spaniens aufgeschobene Erbschaft: Eine unmoralische Idee, die Erben zu lange warten lässt

Die Lebenserwartung in Spanien liegt bei etwa 83 Jahren, Schenkungen fallen unter die Erbschaftsteuer, mit regionalen Freibeträgen von bis zu 99%.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Die Kritik besagt, dass Geld, das bis zum Tod angehäuft wird, zu spät ankommt – wenn der Erbe bereits über 50 ist. Eine Schenkung zu Lebzeiten vermeidet die Steuer nicht, ändert aber den Zeitpunkt und verlagert das Risiko auf den Schenkenden.

## Mit 83 erben, wenn das Kind über 50 ist

In Spanien liegt die Lebenserwartung bei Geburt bei rund **83 Jahren**, laut dem **INE** (spanisches Statistikamt). Ein Vater, der sein Kind mit 30 bekam und in diesem Alter stirbt, hinterlässt den Großteil seines Vermögens einem Erben, der bereits über 50 ist. Die Kritik ist einfach: Das Geld kommt, wenn es für das, wofür es gebraucht wurde, nicht mehr nützt.

Manche halten dagegen, dass **400.000 Euro** mit 60 mehr wert sind als 150.000 mit 85 – wenn die Hypothek abbezahlt ist oder ein Leben lang Miete gezahlt wurde. Die Rechnung ist nicht belegt, zeigt aber etwas Reales: Der Zeitpunkt ist so wichtig wie der Betrag. Das durchschnittliche Auszugsalter in Spanien liegt bei etwa **30 Jahren**, laut dem **Consejo de la Juventud de España** (spanischer Jugendrat).

## Schenken zu Lebzeiten ist auch nicht gratis

Nichts hindert daran, das Vermögen vor dem Tod zu verteilen. Doch Schenkungen fallen unter die **Impuesto sobre Sucesiones y Donaciones** (Schenkungs- und Erbschaftsteuer), dieselbe Abgabe, die auch Erbschaften besteuert und an die autonomen Gemeinschaften übertragen wurde, die eigene Freibeträge und Vergünstigungen festlegen. Mehrere gewähren Vergünstigungen von rund **99%** für Kinder und Ehepartner.

Das Hindernis ist nicht nur steuerlich. Wer sein Geld zu Lebzeiten verschenkt, bleibt ohne Polster fürs Alter. Und wenn der Schenkende weiter im verschenkten Haus wohnt, erhält das Kind eine Immobilie, die es nicht verkaufen kann.

## Immobilien: ein Vermögenswert, der fast nie zirkuliert

Ein großer Teil des Familienvermögens liegt nicht auf der Bank, sondern in Beton. Viele Schenkungen sind in der Praxis unmöglich: Der Vater hat keine Liquidität, weil sein einziger Besitz das Haus ist, in dem er wohnt.

Das Ergebnis kommt für den Wartenden zu spät. Für den Schenkenden bleibt die Unsicherheit, sich zu entkapitalisieren, bevor er Hilfe braucht. Und die steuerliche Behandlung variiert je nach Region und Verwandtschaftsgrad, daher sollte man vor jedem Schritt einen Berater konsultieren.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (6 Antworten).

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