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Spaniens archäologische Mafia plündert das Kulturerbe ungestraft
Ein verschwundenes Fundstück, 30.000 Münzen ohne Verbleib und Sondengänger, die wie Kriminelle behandelt werden: die Plünderung des spanischen Kulturerbes
Archäologische Mafia: die Plünderung, die Spanien nicht verfolgt
Spanien hat eine archäologische Mafia, die im hellen Tageslicht operiert. Das ist keine Talkshow-Übertreibung: Fundstücke aus offiziellen Ausgrabungen landen in Privathäusern, Münzen verschwinden von den Grabungsstätten, und Hobbyarchäologen mit Metalldetektor werden wie Verbrecher behandelt, während andere römische Mosaiken im Wohnzimmer zur Schau stellen. Alles mit öffentlichen Geldern und unter dem Alibi, Kulturerbe sei ein heiliges Gut. Das Muster wiederholt sich: Wer schützt, kassiert; wer auf eigene Faust sucht, zahlt.
Was hinter dem Begriff archäologische Mafia steckt
Der Fall, der die Debatte neu entfachte, verbindet einen Sondengänger, einen Fund auf einer Wiese und einen Bürgermeister der PP (Spaniens konservative Volkspartei). Die kritische Lesart: Der Hobbyist, der mit seinem Detektor Reste findet, wird als das Problem dargestellt, dabei liegt das Problem woanders – die politische und wirtschaftliche Nutzung des Kulturerbes. Wer eine Plünderung meldet, kann selbst ins Visier geraten; wer sie innerhalb der Struktur begeht, kassiert und macht weiter.
Vom Bacchus-Kopf zu den 30.000 Münzen von Cástulo
Das Hauptstück der Anschuldigung ist ein Bacchus-Kopf. Jon Buesa, ein ehemaliger Funktionär der PNV (der baskische Nationalistenpartei), soll zugegeben haben, dass sich das aus einer Ausgrabung verschwundene Stück in seinem Besitz befand – nach Jahren, in denen er behauptet hatte, das Ausgestellte sei eine Kopie. Ohne strafrechtliche Konsequenzen, so die veröffentlichten Anzeigen. Das ist kein Einzelfall. In Cástulo (Jaén) gab der Leiter der Ausgrabungen zu, dass bei nur 10 % Fortschritt bereits zwischen 20.000 und 30.000 Münzen aufgetaucht waren. Wo sind sie? Die Frage bleibt unbeantwortet, ebenso wie der Verdacht, dass spanische Museen nur den Ausschuss zeigen, während die numismatischen Sammlungen Englands oder Deutschlands auffällig fehlen.
Astorga, Galizien und der Detektor, der in der Schweiz kein Verbrechen ist
Astorga und Galizien vervollständigen die Karte. Es wird Plünderung gemeldet, die in den Häusern von Funktionären der PP und der PSOE (Spaniens sozialdemokratische Partei) landet, mit einem Professor und einer Universität – angedeutet als „der berüchtigte A" – im Mittelpunkt der Geschichte. In Galizien soll ein Dozent der USC (Universität Santiago de Compostela) die Ausgrabungen von Kollegen mit weniger Mitteln und Beziehungen sabotiert haben. Und im Norden die Zerstörung einer keltischen Höhensiedlung (einer sogenannten Castro-Siedlung) mit einer nahezu einzigartigen bronzezeitlichen Ritualaxt, wobei die Xunta (die galizische Regionalregierung) laut einer der Anzeigen im Visier der Staatsanwaltschaft steht.
Der Metalldetektor ist der große Denunziant. In der Schweiz, England oder Deutschland macht einen der Fund eines Schatzes nicht zum Verdächtigen. In Spanien bewegt sich die Tätigkeit zwischen unmöglicher Bürokratie und Illegalität. Die Paradoxie: Der Hobbyist zahlt die Zeche, während die professionelle Struktur die Erträge einstreicht. Manche behaupten, Ausgrabungen setzten auf kostenlose Arbeitskraft – Freiwillige für ein belegtes Brot und ein Feldbett –, und ein ehemaliger Branchensprecher soll nach 20 Tagen im Krankenhaus und zwei Operationen mit einem zerstörten Finger geendet haben.
Was sich voraussichtlich nicht ändert
Vor diesem Hintergrund ist absehbar, dass auch das nächste verschwundene Stück nicht vor Gericht landet. Das Gesetz verfolgt den Sondengänger und schützt die Kanzlei. Es sei denn, eine rechtskräftige Verurteilung bricht die Trägheit – und niemand sollte darauf große Wetten abschließen –, wird die archäologische Mafia weiter im Stillen kassieren und über Subventionen abrechnen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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