Spaniens abgebrannte Dörfer: Feste und Stierkampf oder Waldbrandprävention

Von Waldbränden getroffene Dörfer geben Geld für Feste und Stierkämpfe aus und kürzen gleichzeitig die Prävention; 846 Mio. € fließen in andere Posten, am Ende ist der Wähler schuld.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Feste und Stierkämpfe sind teurer als die Waldbrandprävention

Während die abgebrannten Dörfer in Spanien weiter im Zentrum der Kontroverse stehen, zeigen die Gemeindehaushalte erneut das gewohnte Bild: Feste und Stierkämpfe verschlingen Zehntausende Euro, und die Brandprävention bekommt, was übrig bleibt. Wenn dann das Feuer kommt, ruft eben jene Gemeinde, die bei der Bewirtschaftung gespart hat, den Staat über die UME (Militärische Notstandseinheit) zu Hilfe. Viele Anwohner bringen es auf den Punkt: Die Verantwortlichen tauchen nur auf, um Geld zu verteilen, nicht um sich zu verantworten.

Das spanische Gesetz über die örtliche Gebietskörperschaften (Ley de Bases de Régimen Local) differenziert die Sache: Die Zuständigkeit im Kampf gegen das Feuer verteilt sich nach der Größe der Gemeinde. Nicht jedes Dorf ist verpflichtet, einen Feuerlöschdienst zu unterhalten; in kleinen Orten fällt diese Verantwortung der Provinzverwaltung zu. Das entschuldigt niemanden, erklärt aber, warum manche Gemeinden den „Vater Staat" verantwortlich machen, wenn der Berge brennt.

Derselbe Austausch bringt Zahlen ans Licht, die zur Ironie einladen: Während darüber gestritten wird, ob ein Dorf für Stierläufe ausgibt, gibt es Millionenposten für externe Kontingenzen, die keinen derartigen Skandal auslösen. In den letzten zehn Jahren übersteigen die europäischen Mittel für die äußere Eindämmung in Marokko 846 Millionen Euro – Beträge, die die Frage der Feste zur Anekdote machen.

Der Satz „Manche Dinge passieren, und nicht unbedingt muss jemand dafür verantwortlich sein" ist zur Zusammenfassung der offiziellen Erzählung geworden, und die Antwort der Bürger ließ nicht lange auf sich warten: Die Wähler seien schuld, weil sie keine Rechenschaft fordern. Die Verteidiger der Stierkämpfe wiederum behaupten, diese seien nicht defizitär, weil die Mehrwertsteuer auf die Tickets das Investierte in die Staatskasse zurückbringe – etwas, das andere „Machenschaften" nicht von sich behaupten können.

Das Fazit lautet vorerst: Der Ausgleich zwischen Festausgaben und Prävention bleibt weiter offen. Bis das Feuer erneut an die Tür einer Gemeinde klopft, werden die Haushalte weiter wegsehen. Und wenn nicht, wird die Zeit es zeigen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (28 Antworten).

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