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Bolsonaro liegt bei Brasiliens erster Auszählung vor Lula
Bolsonaro startet mit 50 Prozent gegen 40-41 Prozent für Lula bei der brasilianischen Auszählung, ein Vorsprung, den keine Umfrage vorhergesagt hat. Eine Stichwahl ist wahrscheinlich.
Bolsonaro liegt bei der brasilianischen Auszählung vor Lula
Flavio Bolsonaro, Sohn des Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro, hat die Auszählung der brasilianischen Wahlen mit einem Vorsprung begonnen, der Freunde und Gegner gleichermaßen überrascht hat. Die ersten offiziellen Zahlen geben ihm 50 Prozent der Stimmen gegenüber 40-41 Prozent für Lula da Silva – ein Abstand, den keine Umfrage vorhergesehen hatte. Der Abstand verringerte sich mit fortschreitender Auszählung: In einer späteren Aktualisierung stand es 48 Prozent für den rechtsgerichteten Kandidaten gegen 43 Prozent für den linken Führer. Bei diesen Zahlen und falls keiner von beiden die 50-Prozent-Marke überschreitet, würde die Wahl in einer Stichwahl entschieden.
Die Landkarte der Stimmen: arbeitender Süden gegen subventionierten Norden
Die geografische Analyse der Stimmen zeichnet eine Spaltung nach, die sich in der Region bereits abzeichnete. Der Süden, identifiziert als die „arbeitende“ Zone des Landes, würde mehrheitlich für Bolsonaro stimmen, während der Norden, als „subventioniert“ bezeichnet, sich für Lula entscheiden würde. Diese territoriale Teilung ist kein isoliertes Phänomen: In Peru wurde die Wahl durch ein absolut technisches Unentschieden entschieden, das Keiko Fujimori, der Vertreterin der Rechten, einen Sieg mit hauchdünnem Vorsprung bescherte. Derselbe Trend zeigt sich in Argentinien, Chile, Paraguay, Kolumbien und Ecuador, wo sich rechte Parteien mehr oder weniger deutlich durchgesetzt haben. Die Rechtsverschiebung wäre nach dieser Lesart kein brasilianisches, sondern ein kontinentales Muster.
Die Rolle der Umfragen und die mediale Erzählung
Der Unterschied zwischen den Umfrageprognosen und den ersten Auszählungsergebnissen hat das Misstrauen gegenüber Umfragen neu entfacht. Die vorherigen Umfragen sagten ein sehr knappes Rennen voraus, mit leichtem Vorteil für Lula, und die Überraschung hat sogar die Brasilianer selbst erreicht. In Spanien soll der staatliche öffentliche Rundfunk tagelang berichtet haben, die Umfragen sähen Lula mit mehreren Punkten Vorsprung als Sieger, allerdings mit Stichwahl – was manche als eine informationelle Blamage bezeichnen. Die Kritik an der internationalen Berichterstattung beschränkt sich nicht auf ein Land: Manche behaupten, Auslandskorrespondenten übertrügen lediglich ihre kleinstädtischen Sympathien und Antipathien auf Geschehnisse in anderen Breitengraden, mit mehr Willen als Können.
Manipulationsverdacht und das Beispiel der Auszählung
Auf der skeptischsten Seite kursiert die These, Lulas Kommunisten und ihre Bande hätten die Wahl im vergangenen Jahr bei der Stimmauszählung gestohlen und würden es jetzt erneut versuchen. Es wird sogar spekuliert, dass das Oberste Bundesgericht oder das Oberste Wahlgericht die Wahl für ungültig erklären könnten, falls Flavio Bolsonaro gewinnt. Diese Behauptungen sind nicht durch Belege gestützt und werden als Verdächtigungen oder Vorhersagen geäußert, nicht als bewiesene Fakten. Das Misstrauen gegenüber den brasilianischen Wahlinstitutionen ist jedenfalls ein zentraler Bestandteil des politischen Klimas.
Das Dilemma der Wähler: zwischen Korruption und Zionismus
Jenseits der Links-rechts-Achse zeichnet sich eine übergreifende Kritik ab: die Wahrnehmung, dass beide Optionen dem Zionismus zugeneigt sind. Es wird argumentiert, dass Linke und Rechte diese Eigenschaft teilen und dass der Wähler gezwungen ist, sich zwischen einer korrupten, verarmenden Linken oder einer prozionistischen Rechten zu entscheiden. Diese Strömung, in der Minderheit, aber lautstark, spiegelt eine Enttäuschung wider, die über den brasilianischen Fall hinausgeht und die manche in einen Kontext von „Endzeiten“ einordnen. Ein Zitat des israelischen Mediums israelnoticias.com erscheint im Material als Referenz für diese redaktionelle Linie.
Während die Auszählung noch läuft und die Stichwahl das wahrscheinliche Szenario ist, ist die einzige Gewissheit, dass die Umfragen erneut versagt haben. Verwirrend ist nicht Bolsonaros Vorsprung, sondern dass ein Stand von 48 zu 43 Prozent weiterhin als „ausgeglichen“ beschrieben wird.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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