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Spanien: Wie 'Vascongadas' zum politischen Kampfbegriff wurde
Der Begriff 'Vascongadas' leitet sich von 'vasconizado' ab und ist seit Jahrhunderten belegt, doch sein heutiger Gebrauch wirkt mehr als politisches Signal denn als historische Angabe.
Vascongadas: vom gewöhnlichen Namen zur politischen Waffe
Woher kommt 'Vascongadas', und kann man es benutzen, ohne schief angeguckt zu werden? Die scheinbar harmlose Frage eröffnet eine Diskussion, die lateinische Etymologie, Zeitungsarchive des 19. Jahrhunderts und den Kulturkampf um jeden Ortsnamen Spaniens vermischt. Die kurze Antwort: Der Begriff ist alt, belegt und etymologisch umstritten. Die lange Antwort lautet, dass sein heutiger Ruf nicht von der Philologie, sondern von der Politik bestimmt wurde.
Was 'vascongado' bedeutet und woher es kommt
Die am häufigsten wiederholte Hypothese besagt, dass 'vascongado' 'vasconisiert' bedeutet, also ein Gebiet oder Volk, das den Vasconen angeglichen wurde. Daraus ergibt sich die Verwandtschaft mit den Caristii, Varduli und Autrigones, Stämmen, die mit den Vasconen verwandt waren, sowie mit den Gaskognern auf der anderen Seite der Pyrenäen. Manche führen die Etymologie bis zu den Goten zurück, andere weisen darauf hin, dass der Begriff spät belegt ist, was die Theorie einer fernen Wurzel schwächt.
Auch die Verwechslung von vasco, vascongado und vascuence spielt eine Rolle. Ein in der Debatte kursierendes Argument besagt, 'vascongado' sei gleichbedeutend mit euskaldun gewesen, dem Sprecher des Baskischen, im Gegensatz zu 'romanzado' für den Sprecher einer romanischen Sprache. Nach dieser Logik wären die Provincias Vascongadas diejenigen baskischer Sprache, und spanischsprachige Gebiete in Álava oder Navarra würden schlecht hineinpassen. Die Diskrepanz ist real, und niemand hat sie ganz aufgelöst.
País Vasco hat nicht Adolfo Suárez erfunden
Eines der verbreitetsten Mantras lautet, 'País Vasco' sei ein Neologismus der Transition (Spaniens Rückkehr zur Demokratie in den späten 1970er Jahren). Das Zeitungsarchiv widerlegt das: Es gibt Verweise auf das país vasco in der Presse von 1841, mit ausdrücklicher Erwähnung von Pamplona, San Sebastián, Vitoria und Orduña. Hunderte Erwähnungen, bevor Suárez als öffentliche Figur geboren wurde.
Eine andere Sache ist die Benennung der Autonomen Gemeinschaft, die tatsächlich aus dem Jahr 1978 stammt. Dort verlagert sich die Diskussion: Der beschreibende Gebrauch eines Ortsnamens ist nicht dasselbe wie seine Umwandlung in einen Verwaltungsnamen. Und bei diesem Sprung haben alle Seiten getüftelt. Auch bei Euskadi: Es wird Sabino Arana zugeschrieben, dem Gründer der PNV (Baskische Nationalistische Partei), mit einer Etymologie, die er selbst eher mit Enthusiasmus als mit Strenge konstruiert haben dürfte.
Wer Vascongadas benutzt und warum das wichtig ist
Die Verwendung des Begriffs ist zu einem Positionsdetektor geworden. Sein abwertender Gebrauch ist sowohl aus dem Umfeld der radikalbaskischen Linken (izquierda abertzale) belegt, die damit die Autonome Gemeinschaft als Institution bezeichnet, als auch aus der Nostalgie des spanischen Nationalismus. In der Mitte steht eine große Gruppe: ältere Menschen, die das Wort in der Schule gelernt haben und ihm keine Bedeutung beimessen.
Die soziolinguistische Erkenntnis ist, dass der Gebrauch von 'Vascongadas' unter den unter 40-Jährigen außerhalb des Baskenlandes nur noch marginal ist. Schule und Medien sagten jahrzehntelang 'País Vasco'. Wer heute den alten Begriff wählt, tut das, bewusst oder nicht, gegen den Strom. Das macht ihn nicht zum Rechtsensrecht, aber es aktiviert den Radar.
Die abschließende Paradoxie ist köstlich: Ein Ortsname mit Jahrhunderten von Akten im Rücken braucht heute eine Eskorte, um in einem Gespräch auftauchen zu können. Die Philologie hat sich nicht verändert. Wir haben uns verändert.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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