Spanien verweigert US-Basen für Iran-Bombardements

Die spanische Regierung untersagt den USA die Nutzung ihrer Basen für Angriffe auf Iran. Washington leitet Flugzeuge nach Großbritannien, Deutschland und Italien um.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spanien verweigert US-Basen für Iran-Bombardements
Spanien verweigert den USA die Basennutzung und trägt das geopolitische Risiko

Was kostet es, Nein zu Washington zu sagen? Die spanische Regierung hat den Vereinigten Staaten die Nutzung der Militärbasen auf spanischem Territorium für Bombardierungen auf Iran verweigert, eine Operation, die als Epic Fury bezeichnet wird. Die Ablehnung stützt sich auf das Kooperationsabkommen für die Verteidigung zwischen beiden Ländern, das die Nutzung dieser Einrichtungen regelt. Die unmittelbare Folge war eine andere: US-Flugzeuge wurden auf Basen in Großbritannien, Deutschland und Italien umgeleitet. Der Konflikt bleibt offen, seine Rechnung unquantifiziert.

Was erlaubt das Verteidigungsabkommen zwischen Spanien und den USA

Vor Schlussfolgerungen erst der Rahmen. Die Basen sind spanisch, und Spanien genehmigt ihre Nutzung innerhalb der Grenzen des Abkommens. Es gibt keine gemeinsame Souveränität oder Extraterritorialität, im Gegensatz zu Ländern mit ausländischen Truppen unter Besatzungsbedingungen, und US-Personal unterliegt bei Straftaten der spanischen Gerichtsbarkeit. Technisch gesehen konnte Spanien diese Nutzung verweigern. Das hat es getan.

Die entscheidende Frage ist nicht, ob es das Recht dazu hatte. Sondern ob es jetzt sinnvoll war, dies angesichts eines instabilen globalen Umfelds zu tun.

Gewinne und Verluste Spaniens durch das Basis-Veto

Hier beginnt der Kern des Problems. Ein Teil der Analyse argumentiert, dass Spanien materiell nichts gewinnt – Iran bietet keine Gegenleistung für diese Geste – und stattdessen langfristige Risiken eingeht. Auf dieser Liste stehen eine stärkere US-Unterstützung für Marokko, Schwierigkeiten beim Zugang zu bestimmten Technologien, Vetos in internationalen Foren in schwierigen Zeiten, weniger ausländische Investitionen – etwa Rechenzentren – oder Hindernisse für spanische Öl- und Gasunternehmen weltweit.

Das gegenteilige Argument ist einfacher: Wer sich in einen fremden Krieg einmischt, trägt dessen Schäden. In Ländern mit US-Basen in der Region, so wird betont, fielen am Ende unerwünschte Geschenke an. Und Gegenseitigkeit existiert ohnehin nicht.

Iran, die Atombombe und das unbeachtete Schachbrett

Der geopolitische Kern ist Irans Atomprogramm. Die vorherrschende These lautet, dass der Westen ein nuklear bewaffnetes Iran nicht tolerieren kann; darin wären sich sowohl die USA als auch China einig, das daran interessiert ist, dass das Ayatollah-Regime nicht zur regionalen Hegemonialmacht wird. Als Verhandlungsmasse habe Washington versprochen, Bohrinseln und Raffinerien nicht zu bombardieren – eine rote Linie, die von Peking gesetzt wurde.

Die gegenteilige Lesart bestreitet die Grundannahme: Dass die iranische Bedrohung eine alte Lüge des israelischen Premierministers sei, ohne öffentliche Beweise dafür. Im Hintergrund steht die Frage, ob sich Spanien nahtlos dem Westen anschließen soll oder Abstand halten muss bei Konflikten, die nicht seine eigenen sind.

Die wirtschaftlichen Kosten: Energie, Technologie und Investitionen

Die wirtschaftlichen Auswirkungen machen die Sache greifbar. Befürchtet wird, dass dieser Vorfall die Energierechnung verteuert – teureres Flüssigerdgas und Erdöl – und das Importvolumen erschwert, sowie ausstehende Verträge in anderen Märkten gefährdet. Demgegenüber wird daran erinnert, dass die USA nicht aus Freundschaft handeln, sondern aus Interesse, und kein Partner für die Unterstützung eines Bombardements bezahlt wird.

Auf der anderen Seite des Atlantiks war die Reaktion wie immer: keine Nuancen, keine feinen Interpretationen. Nach dieser Lesart würde der Vorfall als Parteinahme für Teheran gewertet, unabhängig von rechtlichen Details.

Was passiert nun mit der Basis in Rota?

Die schwebende Frage ist, was die USA mit einer Einrichtung machen, die sie nicht nutzen können, wenn sie sie brauchen. Die kursierende Hypothese: Die Basis auf die andere Seite der Straße von Gibraltar verlegen, nach Marokko, einem bevorzugten Partner Washingtons, unabhängig davon, ob Demokraten oder Republikaner regieren. Es gibt keine bekannte Entscheidung in dieser Richtung; es ist ein Szenario, keine Tatsache.

Wenn Rabat diese Rolle festigt, hört das Gleichgewicht in der Straße von Gibraltar, in Ceuta, Melilla und den Kanarischen Inseln auf, eine reine Übungssache zu sein. Hier verlässt die Debatte die diplomatische Anekdote und betritt das Feld des nationalen Interesses.

Wer verteidigt das 'Nein' zu Washington?

Nicht alle sehen dies als Fehler. Manche halten es für richtig, sich aus einem Konflikt herauszuhalten, der in einen Krieg mit Nuklearwaffen eskalieren könnte, und weisen darauf hin, dass die Entscheidungsgewalt über das eigene Territorium das Mindeste ist, was man von einem souveränen Staat erwarten kann. Auch wird angemerkt, dass Spanien nicht verpflichtet ist, der NATO über den Wortlaut des Bündnisvertrags hinaus zu folgen.

Mit solchen Voraussetzungen ist die Frage nicht, ob Spanien schlecht abschneiden wird. Sondern wer die Rechnung zahlt und wann die Quittung kommt. Als ob niemand sie jemals einziehen würde.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (321 Antworten).

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