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Spanien verliert an Attraktivität für ausländische Arbeitskräfte
In Córdoba arbeiten 63 % der Ausländer ohne Abschluss, aber nur 4 % der Einheimischen. Hohe Lebenshaltungskosten schrecken ab.
Niedrige Löhne und hohe Mieten: Spanien wird unattraktiv für Arbeitnehmer
Jahrelang hat sich Spanien als Land der Chancen für Zuwanderer präsentiert. Die aktuellen Daten deuten auf das Gegenteil hin. In Córdoba sind 63 % der Ausländer ohne Schulabschluss erwerbstätig, im Vergleich zu nur 4 % der Einheimischen mit gleicher Qualifikation, und 84 % der Neuankömmlinge sind im arbeitsfähigen Alter. Wer die Grenze überquert, will arbeiten. Immer weniger tun dies.
Die Nachfrage nach ausländischem Servicepersonal in dieser Provinz stieg um 17,9 %: ein Symptom eines Marktes, der keine Hände findet und auf die verfügbaren zurückgreift. Das Argument, dass man nur wegen der Sozialleistungen kommt, widerspricht diesen Zahlen sowie dem Eindruck, dass Abwanderer nicht zurückkehren.
Die Rechnung geht nicht mehr auf: Spanisches Gehalt vs. Heimatgehalt
Zwei Jahrzehnte lang funktionierte diese Gleichung. Laut den zitierten Berechnungen war ein spanischer Mindestlohn von 1.000 Euro ein enormer Sprung im Vergleich zu 600–700 Euro in Uruguay und Chile (den höchsten der Region) oder 400–500 Euro im restlichen Südamerika. Diese Differenz rechtfertigte die Entwurzelung; Sprachbarrieren wurden ignoriert, und kostenlose Gesundheitsversorgung und Bildung rundeten das Bild ab.
Diese Kalkulation ist nun durch die Kostenseite gebrochen. Manche behaupten, dass in vielen Herkunftsländern fast alles bereits gleich viel oder mehr kostet wie hier, wodurch die Marge verschwindet. Ein weiterer Faktor kommt hinzu: Laut einem Teilnehmer kosten Flugtickets heute doppelt so viel wie 2019. Sein Glück zu versuchen ist nicht mehr billig. Auch die Rückkehr nicht.
1.000 Euro Netto und 500 Euro für ein Vier-Meter-Zimmer
Der Hauptblocker ist der Wohnungsmarkt. Mit zwei Gehältern von je tausend Euro, hart erarbeitet, wird das Ziel, Geld zu sparen und nach Hause zu schicken, illusorisch. Die Miete für ein Zimmer in Madrid kann 500 Euro betragen, und der Euribor hat das Angebot an WG-Zimmern um 34 % erhöht: Wer ein freies Zimmer hat, vermietet es jetzt, um die Hypothek zu finanzieren.
Auf der anderen Seite steht der Einkaufskorb, stets gemäß den Diskussionen im Thread: ein Dutzend Eier für 3 Euro, ein Liter Öl für 6 Euro. Wie ein anderer Teilnehmer zusammenfasst, deckt ein Strandkellner mit 1.500 Euro Gehalt kaum die Miete. Die wiederholte Schlussfolgerung ist simpel und brutal: Menschen wandern aus, um sich zu verbessern und zu sparen, nicht damit Vermieter 80 % des Lohns für ein kleines Zimmer kassieren.
Kommt man zum Arbeiten oder für Sozialhilfe? Die Positionen der beiden Lager
Hier spaltet sich die Diagnose. Eine Strömung argumentiert, dass die Anreize falsch gesetzt sind: IMV (Existenzminimum), PER (Landwirtschaftliche Sozialversicherung) und regionale Transferleistungen ermöglichen ein Leben ohne Job und entmutigen die aktive Jobsuche. Man erinnert an den Fall des PIRMI in Katalonien, bei dem die Umstellung auf Schalterzahlung die Zahl der Empfänger schlagartig reduzierte. Wenn es so einfach sei, Leistungen zu beziehen, argumentieren sie, verliert prekäre Arbeit jede Konkurrenzfähigkeit.
Die gegenteilige Sichtweise betont, dass das Problem nicht die Großzügigkeit des Systems sei, sondern die Qualität der geschaffenen Arbeitsplätze: schlecht bezahlte Stellen, die weder Migranten noch Einheimische wollen. Dies ist das Argument gegen jene, die behaupten, Sozialleistungen würden die Arbeitsbereitschaft mindern.
Auch die Eingesessenen gehen
Das Phänomen betrifft nicht nur Neueinkommende. Gemeinschaften, die seit Jahrzehnten etabliert sind, ziehen sich zurück oder kehren direkt heim: Die chinesische Community, die erst „Alles für einen Euro“-Läden und später Wok-Restaurants betrieb, sieht ihr Modell durch Online-Handel und Wettbewerb altern. Osteuropäische Länder, die den spanischen Lohn nicht mehr benötigen, um sich Europa anzunähern, kommen nicht mehr.
All dies geschieht vor dem Hintergrund von Inflation, stagnierender Arbeitslosigkeit und steigenden Wohnkosten. Der Arbeitsmarkt wird als knapp, fragmentiert und prekär beschrieben, während es einen Überfluss an Erwerbsbevölkerung gibt, einschließlich der spanischen.
Prekarisierung: Arbeit, die nicht mehr konkurrenzfähig ist
Deshalb landen viele Neuankömmlinge voller Hoffnung auf den „spanischen Traum“ fest zwischen zwei Stühlen: einem Gehalt, das nicht reicht, und einer Hilfe, die zur Falle wird. Die tiefere wirtschaftliche Ebene zeigt auf den Immobilienmarkt. Manche prognostizieren einen Preisverfall bei Wohnimmobilien von mindestens 25 % bis 2025, andere glauben, dies geschehe früher. Korrigiert der Immobilienmarkt, leidet die halbe Wirtschaft; korrigiert er nicht, vertreibt die Miete weiterhin die Arbeitskräfte.
Die Analyse scheitert genau hier: Ohne ausländische Arbeitskräfte gibt es keine Gastronomie, Landwirtschaft oder Pflege, aber ohne erschwinglichen Wohnraum gibt es keine Arbeitskräfte. Niemand hat bisher die richtige Reihenfolge gefunden, um beide Probleme gleichzeitig zu lösen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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