Spanien: Torwart Owono nach tödlichem Foul an De Miguel unter Verdacht

Der Torhüter von FC Andorra steht unter Schock nach der tödlichen Kollision mit Jesús de Miguel. Die Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Tötung gemäß dem spanischen Strafgesetzbuch.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spanien: Torwart Owono nach tödlichem Foul an De Miguel unter Verdacht
Owono im Schock und schweigend: Der Tod von De Miguel leitet strafrechtliche Ermittlungen ein

Jesús Owono, der ecuatorialguineische Nationalspieler und in Gipuzkoa ausgebildete Torhüter, durchlebt seine schwersten Stunden, nachdem eine Kollision mit dem Stürmer von CD Teneriffa, Jesús de Miguel, zum Tod des 30-jährigen Fußballers führte. Der Vorfall ereignete sich in der 108. Minute des Montags-Spiels im Stadion Heliodoro Rodríguez López. Berichten zufolge befindet sich der Torhüter des FC Andorra im „absoluten Schock“ und hat seine sozialen Medien gelöscht, nachdem er Beleidigungen und Drohungen erhalten hatte.

Die Nationale Polizei (Policía Nacional) hat über ihre Mordkommission Ermittlungen eingeleitet, um die Umstände der Kollision aufzuklären. Der Fall wurde vor Gericht gebracht. Die zentrale Frage ist nun keine sportliche mehr: Lag grobe Fahrlässigkeit vor oder war es nur ein tragischer Unfall?

Was das Strafgesetzbuch zur fahrlässigen Tötung sagt

Artikel 142 des spanischen Strafgesetzbuches sieht Freiheitsstrafen von einem bis vier Jahren für fahrlässige Tötung bei grober Fahrlässigkeit vor sowie Geldstrafen, die drei bis achtzehn Monatsgehältern entsprechen, bei weniger schwerer Fahrlässigkeit. Für eine Verurteilung muss die Justiz feststellen, ob der Torhüter sich hinreichend nachlässig verhielt, ob der Ausgang vorhersehbar und vermeidbar war und ob ein direkter Zusammenhang zwischen seiner Handlung und dem Tod besteht. Nichts davon ist geklärt. Die Ermittlungen laufen weiter und bedeuten nicht, dass Owono angeklagt oder verurteilt wird.

Einige vertreten die Ansicht, dass der Lauf des Torwarts über dreißig Meter von seinem Tor hinausgeht, was über das erwartbare Maß einer Abwehraktion hinausgeht, und dass der Sprung mit vorausgehendem Knie den Vorfall mehr als einen Unfall macht. Dagegen spricht das Argument, dass ein Torwart den Ball sucht und die Spielgeschwindigkeit die Berechnung des genauen Aufprallpunkts verhindert. Das Video wurde millionenfach gesehen; die Interpretation jedoch variiert.

Owonos Karrierepfad: von Antiguoko zu Andorra

Geboren vor 25 Jahren in Bata, entwickelte sich Owono in der Jugendabteilung des Antiguoko Kirol Elkartea, nachdem er seine ersten Schritte auf dem Platz von Ibatea als Schüler der Ibai Ikastola in Donostia gemacht hatte. Dort spielte er zusammen mit Ander Barrenetxea und Martín Zubimendi. Seine Leistungen unter den Pfosten weckten das Interesse von Real Sociedad; er durchlief die Altersklassen, bevor er 2016 zum Deportivo Alavés wechselte, wo er auf Leihbasis beim San Ignacio in der vierten Liga spielte.

Für Alavés gab er am 2. Januar 2022 sein Debüt in der Primera División gegen Real Sociedad im Stadion Mendizorroza, da Fernando Pacheco und Antonio Sivera positiv auf ELbichito-19 getestet wurden. Dieses 1:1 machte ihn zum ersten in Äquatorialguinea geborenen Spieler, der in Spaniens höchster Spielklasse auflief. Er absolvierte zehn Ligaspiele und zehn Spiele im Copa del Rey, stets im Schatten von Pacheco und Sivera. In diesem Sommer unterschrieb er dauerhaft beim FC Andorra bis 2028, mit einer Option auf zwei weitere Saisons, nach einer Leihe, in der er entscheidend zum Klassenerhalt des Clubs beitrug.

Das Schweigen des Torwarts und die medizinische Untersuchung

Owono schweigt. Er hat weder eine Erklärung des Beileids noch eine öffentliche Entschuldigung abgegeben, was das Misstrauen vieler Beobachter des Falls nährt. Die Paradoxie ist unbequem: Das sichtbare Hauptopfer ist der Beteiligte der Kollision, während das tote Opfer kaum Schlagzeilen macht. Eine 18 Monate alte Tochter wird ihren Vater nie wieder sehen. Dies ist die Tatsache, die in keiner Pressemitteilung in der Überschrift steht.

Währenddessen hinterfragt die Polizei laut Berichten die medizinische Versorgung des Fußballers, wobei sich die ersten Ermittlungen auf die Sammlung von Informationen über das Handeln jedes einzelnen medizinischen Verantwortlichen konzentrieren. Der Fokus verschiebt sich. Wenn das Versagen in der Notfallversorgung lag, ändert sich die Zuständigkeit der Erzählung.

Der Lärm: Rassismus, Opferschaft und Politik

Ein Teil der öffentlichen Diskussion ist in Bereiche abgedriftet, die wenig mit Fußball zu tun haben. Einige Kreise argumentieren, dass es eine Medienkampagne gibt, um den Torhüter aufgrund seiner Herkunft zu schützen, und behaupten, dass die Forderung nach Verantwortung größer wäre, wenn der Spieler weiß gewesen wäre. Diese Meinungen zirkulieren ohne Beweise und werden von dieser Zeitung nicht geteilt: Sie beschreiben eine reale soziale Spannung, keinen verifizierten Fakt.

Eine andere Strömung argumentiert das Gegenteil: Dass die Überwachung von Owono unverhältnismäßig ist und dass die in den sozialen Medien erhaltenen Drohungen vor Tagen jede vernünftige Grenze überschritten haben. Das Ergebnis ist ein gerichtlicher Fall, der vor Gericht entschieden wird und parallel in einem Tribunal der Kommentare, wo niemand Beweise liefert, aber jeder ein Urteil hat.



Die Frage, die wirklich zählt, bleibt bestehen: Wie weit reicht die Verantwortung eines Sportlers für einen Zwischenfall innerhalb des Spielfelds? Ein Richter, nicht eine Umfrage, wird die Antwort geben. Und wenn die Ermittlungen die grobe Fahrlässigkeit ausschließen, müssen viele das überprüfen, was sie bereits geschrieben haben.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (104 Antworten).

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