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Spanien sprengt sein letztes Kohlekraftwerk in Kastilien-León – 4,5 GW Regelenergie weg
Mit tausend Kilo Dynamit wurde Compostilla II, das letzte Kohlekraftwerk Kastilien-Leóns, gesprengt – 4,5 GW gesicherte Leistung verschwinden. Während Deutschland und China Kohle verbrennen, Spanien…
Abschied vom letzten Kohlekraftwerk Kastilien-Leóns: 4,5 GW gesicherte Leistung verschwinden
Tausend Kilo Dynamit reichten nicht aus, um das Kohlekraftwerk Compostilla II in Cubillos del Sil vollständig zu beseitigen. Der Sockel des Schornsteins der Blöcke 4 und 5 blieb stehen, als wolle er daran erinnern, dass sich El Bierzo nicht so leicht geschlagen gibt. Doch das Symbol ist verschwunden: Das letzte Kohlekraftwerk Kastilien-Leóns wurde von der Landkarte getilgt.
Die Sprengung, als technisches Meisterwerk geplant, ist zur Metapher für eine Energiepolitik geworden, die manche als verbrannte Erde bezeichnen. In den letzten Jahren hat die Region rund 4.500 MW konstanter Erzeugung verloren: die 2.400 MW des Kraftwerks Ponferrada, die 1.000 MW von La Robla und die 1.200 MW von Velilla, dazu Compostilla II. Kapazität, die weder von Sonne noch Wind abhing und rund um die Uhr lief.
Die Lücke, die die gesicherte Leistung hinterlässt
Mit dem Wegfall dieser Kraftwerke hat das spanische Stromnetz ein kritisches Polster verloren. Nach den im Diskurs genannten Zahlen verbraucht Spanien etwa ein Drittel des Stroms, den es erzeugen kann, doch die Reserven schrumpfen. Es gab bereits Stromausfälle – etwa im April letzten Jahres und den Beinahe-Blackout im Januar –, und das Netz beginnt, neue Anschlussanfragen von Haushalten, Rechenzentren und der Industrie abzulehnen. Das zuständige Ministerium (von manchen "Ministerium für Deindustrialisierung" genannt) stoppt Genehmigungen wegen fehlender Versorgung.
Unterdessen schlägt der internationale Kontext einen anderen Weg ein. Deutschland hat nach dem Atomausstieg Braunkohlekraftwerke – die schmutzigste Kohle – reaktiviert, und China baut weiterhin die meisten Wärmekraftwerke, sogar zur Herstellung der Solarmodule, die wir anschließend importieren. Die Paradoxie bleibt nicht unbemerkt.
Eine 40 Jahre alte Anlage, die ein Jahrhundert hätte laufen können
Compostilla II war gerade einmal 40 Jahre alt und hätte nach manchen technischen Analysen noch 100 weitere Jahre laufen können. In anderen Ländern wird über die Umrüstung solcher Kraftwerke auf Mikronuklearanlagen nachgedacht, hier werden sie gesprengt. Die Entscheidung, mitten im Wahlkampf für die Regionalwahl getroffen, gilt vielen als unumkehrbar: Wenn sich die öffentliche Meinung ändert, gibt es kein Zurück mehr. "Politik der verbrannten Erde", fassen Kritiker zusammen.
Die Folgen sind nicht nur energetischer Natur. In einer Region wie El Bierzo, die Bevölkerung und Wirtschaftskraft verliert, kostet der Abriss Lkw-Fahrer, Mechaniker und andere mit Bergbau und Stromerzeugung verbundene Branchen die Arbeit. Das Versprechen der Reindustrialisierung klingt hohl, wenn keine gesicherte Energie vorhanden ist, um neue Fabriken anzuziehen.
Möglich wurde die Stilllegung durch den Einsatz von tausend Kilo Sprengstoff. Der nicht eingestürzte Schornsteinsockel ist vielleicht das treffendste Bild: der Widerstand einer Region, die mitansieht, wie ihre industrielle Vergangenheit verpufft, ohne dass es einen klaren Plan für die Zukunft gibt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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