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La Robla: Abriss eines Kohlekraftwerks und Spaniens Energiedilemma
Der Abriss des Kraftwerks La Robla kostet die Gemeinde 750.000 Euro Gewerbesteuer, während Deutschland Kohle verbrennt. Wer zahlt die Rechnung?
Abschied vom Kraftwerk La Robla: 750.000 Euro weniger Gewerbesteuer und ein Dorf verurteilt zu Subventionen
Der Abriss des Kohlekraftwerks La Robla (Provinz León) ist nicht nur der Fall eines Schornsteins. Er symbolisiert eine Energiepolitik, die Kapazitäten zur Stromerzeugung zerstört, während Europa die schwerste Krise bei den Strompreisen seit Jahrzehnten erlebt. Bei dem Ereignis sahen etwa hundert Menschen zu, wie ihre industrielle Vergangenheit verschwand. Niemand protestierte. Es gab Gelächter, banale Kommentare und das Gefühl, dass die Herde ihrem eigenen Verarmungsprozess willenlos zusieht.
Das im Besitz von Naturgy befindliche Kraftwerk verbrannte Kohle – in den letzten Jahren importiert aus Russland – und bot hunderten Familien direkte und indirekte Arbeitsplätze. Die Schließung ist ein schwerer Schlag für die Gemeindefinanzen: 750.000 Euro jährliche Gewerbesteuer (IBI industrial) fallen weg. Das offizielle Argument ist die ökologische Wende, doch die Daten laden zum Skeptizismus ein.
Das wirtschaftliche Loch, das niemand sehen will
Die fiskalischen Auswirkungen sind unbestreitbar. La Robla verliert diese mehr als halbe Million Euro an eigenen Einnahmen, genau in einer Zeit, in der die Gemeinde bereits mit hoher Arbeitslosigkeit und einem unterdurchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommen kämpfte. Laut einigen Analysen ist die Arbeitslosigkeit gesunken, aber nur weil die Menschen abwandern. Die aktive Bevölkerung flieht. Es gibt keine industrielle Alternative: Die Kohlemine, die 1.500 Menschen Arbeit gab, wurde vor Jahren geschlossen. Das Versprechen der erneuerbaren Energien klingt wie ein Trugschluss, wenn es an Backup-Infrastrukturen fehlt.
Währenddessen bleibt Kohle rentabel. Ihr Preis hat sich auf Niveaus erhöht, die man seit 200 Jahren nicht gesehen hat. Deutschland – weit davon entfernt, seine Kraftwerke stillzulegen – verbrennt Braunkohle im großen Stil und hat einen Windpark abgerissen, um einen Tagebau zu erweitern. Der Konzern RWE rechtfertigt dies mit der durch den Krieg in der Ukraine verursachten Energiekrise. Spanien hingegen besteht darauf, abzureißen.
Europäische Energieschizophrenie
Der Kontrast ist brutal. Deutschland, das vor Jahren seine heimischen Kohleminen schloss, importiert nun polnische und russische Kohle. Polen weigerte sich, seine thermischen Kraftwerke stillzulegen. China baut neue Kohlekraftwerkskapazitäten in einem Tempo, das die gesamte installierte Leistung der USA übersteigt. Nach Prognosen von Exxon werden fossile Brennstoffe 2050 69 % der Primärenergie ausmachen. Shell und BP haben nach Jahren grüner Inszenierung wieder in Öl und Gas investiert. Die einzige Schizophrenie scheint die spanische zu sein.
Die Schließung von La Robla folgt keinen technischen oder wirtschaftlichen Kriterien, sondern politischen. Die Entscheidung fiel in einem Kontext explodierender Gaspreise und wachsender externer Abhängigkeit. Ein Kohlekraftwerk abzureißen, wenn es keine feste Backup-Alternative gibt – erneuerbare Energien benötigen Gas oder Speicher –, ist zumindest leichtsinnig. Und es zu tun, während die Gasversorgung gefährdet ist und sich ihr Preis verfünffacht hat, ist geradezu selbstzerstörerisch.
Wer wählt seinen eigenen Ruin?
Die Wahlergebnisse von 2019 in La Robla zeichnen ein aufschlussreiches Bild: PSOE erhält 43,9 % der Stimmen; PP 17,7 %; Vox 14,1 %; Podemos 12,2 %; Cs 5,5 %. Die Mehrheit der Stimmen ging an Parteien, die die Minenschließung und den Kraftwerksabriss vollzogen haben. Der gefangene Wähler, eingebunden in Klientelismus aus Subventionen und Bergbauregionsplänen, reagiert kaum. Die unbequeme Frage: Wie kann man weiterhin jene wählen, die die eigene Industriestruktur zerstören?
Die paradoxe Situation in León wiederholt sich in ganz Spanien. Gebiete, die von Bergbau und Schwerindustrie abhängen, wählen systematisch die Parteien, die Minen und Kraftwerke schließen. Kastilien-León leert sich trotz seines hydroelektrischen und bergbaulichen Potenzials, während seine politischen Vertreter die Energiewende bejubeln. Das Ergebnis ist eine Zombie-Region: Alte, Vorruheständler und Beamte, die von kleinen Zuschüssen leben.
Der Abriss ist nicht das Ende
Das Kraftwerk fällt, aber niemand hat einen glaubwürdigen Plan für die Umstrukturierung entworfen. Kleine Wasserkraftwerke, die die Höhenunterschiede der Flüsse nutzen könnten, ohne Umweltbelastung, werden nicht gefördert. Pumpspeicherkraftwerke, die für die Speicherung erneuerbarer Energien entscheidend sind, werden seit zwei Jahrzehnten nicht gebaut. Währenddessen geben die Manager der Energieversorger zu, dass es besser sei, abzureißen, bevor die Notwendigkeit sie zwinge, wieder zu öffnen. Für alle Fälle.
Das Mitschuldige Schweigen der lokalen Medien – die den Abriss als Spektakel behandeln – und die Resignation der Bevölkerung vervollständigen das Bild. Jemand sollte sich fragen, ob die Energiewende nicht eigentlich eine Ausrede ist, um Spanien zu deindustrialisieren und die externe Abhängigkeit zu erhöhen. Vorerst verdecken Gelächter und Spott den Ruin. Aber an dem Tag, an dem Gas fehlt und weder Kohle noch Kraftwerke vorhanden sind, wird die Herde aufhören zu lachen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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