Spanien sperrte Europa aus – die Demografie zahlte den Preis

Das spanische Amerika nahm weniger Europäer auf als die Dreizehn Kolonien, obwohl es viel größer war. Migrationskontrollen und die Kolonialstruktur erklären die demografische Schwäche.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spanien sperrte Europa aus – die Demografie zahlte den Preis
Spanien machte Amerika für Europa dicht, und die Demografie rächte sich

In das spanische Amerika kamen weniger Europäer als in die Dreizehn Kolonien, obwohl das Gebiet weitaus größer war. Die Hispanische Monarchie übte eine eiserne Kontrolle darüber aus, wer den Atlantik überqueren durfte: Fast der gesamte Strom kam aus Kastilien, und alle anderen Europäer kamen nur mit Sondergenehmigungen oder auf unregelmäßigem Weg ins Land. Das Ergebnis war eine chronische "demografische Anämie" in den Vizekönigreichen, verschärft durch eine indigene Bevölkerungsdichte, die zehnmal höher war als nördlich des Rio Grande.

Der Kontrast zum britischen Nordamerika ist hartnäckig. Bis zu ihrer Unabhängigkeit nahmen die Dreizehn Kolonien rund 500.000 Europäer auf; Ende des 18. Jahrhunderts lag die Gesamtzahl bei über 700.000. In das gesamte spanische Amerika kamen im selben Zeitraum weniger, und fast alle stammten aus Spanien.

Warum beschränkte Spanien die Einwanderung nach Amerika?

Die Krone wollte keine Untertanen, sie wollte loyale Untertanen und Zehnten. Sie begünstigte die Geborenen ihrer Territorien, vor allem aus Kastilien, und legte allen anderen Europäern Steine in den Weg: Genehmigungen, Einbürgerung oder Bindungen an die Krone. Die Kontrolle sollte die politische und religiöse Loyalität der Territorien sichern. Der katholische Aspekt rettet die Utopie nicht: Ein irischer Katholik verachtete London, aber er schwor Madrid keinen Eid, und ein französischer Katholik war Untertan des Allerchristlichsten Königs. Der Glaube war nicht das Hindernis; der Gehorsamspass war es.

Auch die Spionage-Ausrede war keine Kirchenkeller-Paranoia. Niederländer in der Karibik, Engländer auf Jamaika seit 1655, Franzosen am Mississippi: Jeder ausländische Siedler war ein potenzieller Brückenkopf. Frankreich und Portugal waren genauso streng oder strenger, und Verbündetsein nützte nichts, wenn Dynastische Kriege die Loyalität mit jedem Vertrag neu verhandelten.

Das Problem war nicht der Trichter, sondern die Struktur

Wo es dichte indigene Bevölkerungen und Silberminen gibt, entstehen Encomiendas und Haciendas. Wo es Wald, wenige Indigene und freies Land gibt, entstehen Bauern. Die indigene Dichte ist kein Detail: Sie ist der Kern der Sache. Dort holt man keine Bauern hin, sondern Aufseher. Mit einer massiven katholischen Einwanderung hätte das Encomienda-System familienbetriebenen Gütern Platz gemacht, einem Geflecht aus kleinen Händlern und Handwerkern, und der Druck in Richtung Sklaverei wäre geringer gewesen.

Brasilien beweist, dass das Hemmnis das Geld war, nicht der Glaube. Portugal war genauso eng mit Ausländern, aber das Gold von Minas Gerais zog den Strom besser an als jedes königliche Dekret: 600.000 Portugiesen in einem Jahrhundert, mit einer Verbleibsquote von über 85%. Allerdings mit weniger als 10% Frauen, viele davon Azorinnen, die im Familienverbund gebracht wurden. Kolonisierung der Mine, nicht des Heims.

Kanada: wenige Siedler, Geburtenrate wie bei Kaninchen

Quebec ist das Laboratoriumsenslaboratorium. Nur 8.500 Siedler aus dem Mutterland Frankreich zwischen 1608 und 1760, mit geschätzten 20% Frauen. Sie reichten, um von 65.000 Frankokanadiern 1763 auf 1.300.000 im Jahr 1900 zu wachsen. Die filles du roi, etwa 800 Frauen mit einer Mitgift des Königs, taten mehr für Frankreich als eine ganze Flotte. Die Franzosen waren nicht deshalb so wenige, weil die Tür fehlte: Frankreich drängte sie nicht hinaus.

Dort liegt der Schlüssel, der zwei verwechselte Dinge trennt. Das Volumen bestimmt der Schub aus dem Herkunftsland: Elend, Minen, Hunger. Das natürliche Wachstum bestimmt die sesshafte Familie. Und Spanien, mit geschlossener Tür, blieb ohne das Erste.

Die Landkarte, die hätte sein können und nie wurde

Manche Projektionen sprechen von einem Argentinien mit 70 Millionen, einem Uruguay mit 10 und einem Chile mit 30. Im Norden von Neuspanien hätten Kalifornien und Texas zusammen mit Nordmexiko ein eigenes Land bilden können, so etwas wie die Provincias Internas. Hätte es die Vereinigten Staaten so gegeben, wie wir sie kennen? Die Zahlen laden schlicht dazu ein, diese Frage zu stellen.

Geschichte schreibt man nicht mit Konditionalen. Aber der demografische Kontrast zwischen den beiden Amerikas steht noch da, hartnäckig, und wartet darauf, dass ihn jemand ohne Rückgriff auf Dekrete erklärt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (19 Antworten).

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