Spanien: Seligsprechung von 20 ermordeten Priestern von Ibiza und Formentera

Die Kathedrale von Ibiza beherbergt am 17. Oktober die Seligsprechung von 20 Priestern, die 1936 ermordet wurden. Kardinal Semeraro leitet die Zeremonie.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Am Samstag, den 17. Oktober 2026, um 11:00 Uhr spanischer Festlandzeit, spricht die Kirche 20 Priestern aus Ibiza und Formentera die Seligsprechung zu, die zwischen dem 7. August und dem 13. September 1936 wegen ihres Priesteramts ermordet wurden. Die Zeremonie unter Leitung von Kardinal Marcello Semeraro findet in der Kathedrale Santa María von Ibiza statt.

Die religiöse Verfolgung in den dreißiger Jahren hinterließ im Bistum Ibiza zwanzig ermordete Priester in kaum fünf Wochen. Die Kirche spricht ihnen nun, fast neunzig Jahre nach den Ereignissen, die Seligsprechung zu – nach einem Verfahren, das 2008 begann und fast zwei Jahrzehnte dokumentarischer Arbeit erforderte.

## Zwanzig Priester zwischen August und September 1936 ermordet

Die zwanzig Männer, die am Samstag, den 17. Oktober, seliggesprochen werden, starben zwischen dem 7. August und dem 13. September 1936. Alle waren Priester des Bistums Ibiza, das damals auch Formentera umfasste. Dem Seligsprechungsverfahren zufolge wurden sie aus Hass auf den Glauben getötet, also ausschließlich wegen ihrer Identität als Priester.

Das Verfahren ist nicht neu. Im Jahr **2008** unterzeichnete Bischof **Vicente Juan Segura**, damals Bischof von Ibiza, das Dekret zur Eröffnung des Verfahrens über das Martyrium der zwanzig Diener Gottes. Die diözesane Phase schloss **2015** ab, und die gesamte Dokumentation ging nach Rom, an die damalige Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, heute Dikasterium.

Dort wurde die Positio erstellt, das Dokument, das Leben, Martyrium und Ruf der Heiligkeit der Kandidaten zusammenfasst. Diese Positio wurde geprüft und genehmigt. Der entscheidende Schritt folgte am **18. Juni 2026**, als Papst **Leo XIV.** die Veröffentlichung des Seligsprechungsdekrets genehmigte.

## Semeraro leitet die Zeremonie in der Kathedrale Santa María

Die Seligsprechung findet in der Kathedrale von Ibiza, die Santa María geweiht ist, am Samstag, den **17. Oktober**, um **11:00** Uhr spanischer Festlandzeit statt. Den Vorsitz hat Kardinal **Marcello Semeraro**, Präfekt des Dikasteriums für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, der vatikanischen Behörde, die solche Verfahren bearbeitet. Die Zeit entspricht 10:00 Uhr auf den Kanarischen Inseln.

Die Zeremonie kann über **Radio María** mitverfolgt werden. Es ist ungewöhnlich, dass eine Seligsprechung von zwanzig Personen in der Diözese stattfindet, in der sie starben; üblicherweise wird der Ritus in Rom oder am Herkunftsort der Märtyrer gefeiert. In diesem Fall wird die Feier nach Ibiza verlegt, was der Insel eine seltene Bedeutung bei solchen Anlässen verleiht.

Der liturgische Kalender im Oktober enthält meist mehrere Selig- und Heiligsprechungen, doch die von Ibiza hat eine Besonderheit: Es handelt sich um eine große Gruppe von zwanzig Personen, alle Priester, und alle starben in einem sehr kurzen Zeitraum von weniger als sechs Wochen.

## Ein Verfahren, das fast zwei Jahrzehnte dauerte

Zwischen der Unterzeichnung des Eröffnungsdekrets **2008** und der Genehmigung durch Papst **Leo XIV.** **2026** vergingen achtzehn Jahre. In dieser Zeit wurden Zeugenaussagen gesammelt, Archive durchgesehen und der Kontext der religiösen Verfolgung im Spanien der dreißiger Jahre dokumentiert.

Die diözesane Phase endete **2015**. Danach ging das Verfahren nach Rom. Die Positio, das zentrale Dokument, muss nachweisen, dass die Person aus Hass auf den Glauben starb und dass ein überdauernder Martyriumsruf besteht. In diesem Fall umfasst das Verfahren zwanzig Priester, was den Dokumentationsaufwand vervielfacht.

Die Seligsprechung ist keine Heiligsprechung. Selig zu sein bedeutet, dass die Kirche anerkennt, dass die Person als Märtyrer starb, und ihre öffentliche Verehrung in einem begrenzten Rahmen erlaubt, normalerweise in der Diözese oder der Ordensfamilie, der sie angehörte. Für die Heiligsprechung ist zusätzlich ein Wunder erforderlich, das ihrer Fürsprache zugeschrieben wird; bei Märtyrern ist ein Wunder für die Seligsprechung nicht nötig, wohl aber für die Heiligsprechung.

## Was sich für das Bistum Ibiza ändert

Ab dem 17. Oktober können die zwanzig Priester im Bistum Ibiza und Formentera als Selige verehrt werden. Das bedeutet, dass ihnen ein liturgisches Fest gewidmet werden kann, dass ihre Namen in den eigenen Kalender der Diözese aufgenommen werden können und dass sie öffentlich in Gottesdiensten angerufen werden dürfen.

Die Seligsprechung macht Ibiza nicht zu einem Ziel für Massenpilgerfahrten, fügt aber ein Kapitel zur historischen Erinnerung der Insel hinzu. Die religiöse Verfolgung der dreißiger Jahre traf ganz Spanien; im Fall von Ibiza starben zwanzig Priester in gut einem Monat. Die örtliche Kirche arbeitet seit fast zwanzig Jahren an diesem Verfahren, und der Akt am 17. Oktober schließt diese Phase ab.

Die Zeremonie findet in der Kathedrale Santa María statt, dem Haupttempel der Insel, und steht unter dem Vorsitz des Präfekten des Dikasteriums für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse. Es ist ein religiöser Akt, aber auch ein Akt der Erinnerung: Fast neunzig Jahre nach den Morden spricht die Kirche denen die Seligsprechung zu, die für ihren Glauben starben.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (3 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver