Japans 26 Märtyrer: Der 1931er Film, der als verloren galt
Ein Stummfilm aus dem Jahr 1931, finanziert von einem japanischen katholischen Unternehmer und in einem italienischen Salesianer-Archiv wiederentdeckt, ist heute der beste Zugang zu einem Ereignis, das kaum jemand erforscht: die erste Evangelisierung Japans und die Hinrichtung von sechsundzwanzig Christen im Jahr 1597. „Die sechsundzwanzig japanischen Märtyrer“, unter der Regie von Tomiyasu Ikeda, ist kein gewöhnlicher frommer Dokumentarfilm, sondern konfessionelle Propaganda der Zwischenkriegszeit. Gedreht mit Geldern von Masaju Hirayama, dem Großvater von Takaaki Hirayama, der von 1970 bis 2000 Bischof von Oita war. Die Kopie wurde in den Archiven der Salesianer-Kongregation in Italien lokalisiert und 2017 restauriert.
Die rekonstruierte Erzählung beginnt 1549 mit der Ankunft des Heiligen Franz Xaver und folgt dem spanischen Franziskaner Pedro Bautista, der vom Gouverneur der Philippinen entsandt wurde. Im Jahr 1587 ordnete der Daimyo Toyotomi Hideyoshi die Ausweisung christlicher Missionare an. Zehn Jahre später, 1597, endete der Prozess mit dem Martyrium von sechs Franziskanern, drei Jesuiten – darunter der bekannteste, der Heilige Paulus Miki – und siebzehn japanischen Laien, die dem Dritten Orden der Franziskaner angehörten, einschließlich vier Kindern. Alle wurden 1862 heiliggesprochen.
Was der Film über die Evangelisierung Japans erzählt
Das Interesse am Material liegt nicht nur in der historischen Rekonstruktion, sondern auch im Rahmen: Ein japanischer Stummfilm der dreißiger Jahre mit privater katholischer Finanzierung, der die Märtyrer zu nationalen Helden eines importierten Glaubens macht. Die Paradoxie ist bemerkenswert. Japan sprach seine eigenen Opfer eines Shogunats heilig, das das Land abschotten wollte, und tat dies in einem Format – dem Kino –, das 1931 bereits zur Konstruktion nationaler Identitätsnarrative diente.
Die kanonische Geschichte, die der Film reproduziert, hat drei klare Akte. Xaver öffnet die Tür. Die spanischen Franziskaner, angeführt von Pedro Bautista, erweitern sie von den Philippinen aus. Hideyoshi schließt sie abrupt. Dazwischen ein politisch-religiöser Prozess, der mit sechsundzwanzig Leichen auf dem Nishizaka-Hügel in Nagasaki endet.
Die Hinrichtung von 1597 und die Zahl, die alles zusammenfasst
Sechsundzwanzig. Das ist die Zahl, die der Gruppe ihren Namen gibt und die spätere Verehrung strukturiert. Sechs Franziskaner, drei Jesuiten und siebzehn japanische Laien. Vier davon Kinder. Die Heiligsprechung erfolgte 1862, mehr als zweieinhalb Jahrhunderte später, als Japan seine Tore bereits wieder geöffnet hatte und westliche Mächte auf eine Normalisierung der Beziehungen drängten.
Die devotionalistische Lesart betont das Zeugnis: das Blut der Märtyrer als Samen für neue Christen. Die historische Lesart fügt einen unbequemen Nuance hinzu. Diese japanischen Christen schienen in den Augen der Macht pro-spanisch. Der Glaube kam mit einer Flagge. Und das war in einem Land, das dabei war, seine eigene Ordnung aufzubauen, eher ein Souveränitätsproblem als ein theologisches.
Parallelen zu China und Indochina im 19. Jahrhundert
Das japanische Episode ist einzigartig. Die Mischung aus religiöser Mission und kommerzieller Durchdringung wiederholte sich im 19. Jahrhundert in China und Indochina mit ähnlichen Ergebnissen: Vertreibungen, Verfolgungen und eine strukturelle Misstrauen gegenüber ausländischen Missionaren. Wer im Land herrscht, sieht im Prediger einen Agenten einer anderen Macht, auch wenn er Demut predigt.
Dies ist der Punkt, an dem das Thema aufhört, Hagiographie zu sein, und Geopolitik wird. Die Frage, die den Fall überschwebt, ist nicht, ob die sechsundzwanzig für ihren Glauben starben – sie starben –, sondern ob ihr Glaube zusätzlich ein Instrument äußeren Einflusses war. Beides kann gleichzeitig wahr sein.
Warum der Film 2017 restauriert wurde
Die Restaurierung der in italienischen Salesianer-Archiven gefundenen Kopie brachte ein seltenes Objekt zurück ins Bewusstsein: japanischer Stummfilm mit christlichem Thema, finanziert von einer Privatperson, mit dem Anspruch familiärer und konfessioneller Erinnerung. Der Großvater des Bischofs von Oita stellte das Geld bereit. Der Enkel würde die Diözese zwischen 1970 und 2000 leiten. Der Film ist gewissermaßen ein privates Dokument, das zum Kulturerbe wurde.
Für den heutigen Zuschauer liegt der Wert darin, zu sehen, wie der Glaube in einem Format erzählt wurde, das niemand mehr nutzt. Ohne Ton, ohne Farben, ohne Effekte. Nur Bilder und Zwischentitel. Und darunter eine Diskussion, die lebendig bleibt: Was tut man, wenn die religiöse Botschaft mit fremdem Akzent eintrifft?
Debatte über Anpassung an das Gastland
Manche vertreten die Ansicht, dass ein Missionar, der sich nicht an das Land anpasst und versucht, die etablierte Ordnung von außen zu untergraben, der Reaktion der Macht ausgesetzt ist. Dagegen spricht das offensichtliche Argument: Den sechsundzwanzig wurde das Leben genommen, weil sie das Evangelium brachten, und sie richteten keinen materiellen Schaden an. Die Spannung zwischen diesen beiden Lesarten lässt sich nicht durch eine einzelne Tatsache auflösen.
Der japanische Fall lädt zu einer breiteren Reflexion darüber ein, wie Evangelisierung nach solchen Konflikten gestaltet wird. Die institutionelle Antwort bestand im Laufe der Zeit darin, sich dem Terrain anzupassen, statt die Struktur zu erzwingen. Aber das ist spätere Geschichte, nicht das, was der Film erzählt.
Marienfrömmigkeit und das verwirrende Detail
Ein Hinweis, der in solchen Gesprächen oft auftaucht: Nach der devotionalistischen Tradition erschien die Jungfrau Maria in Japan. Das Detail dient dazu, daran zu erinnern, dass das japanische Christentum keine Pfropfung ohne Wurzeln ist, sondern eine Gemeinschaft mit einer eigenen jahrhundertelangen Geschichte, die verfolgt, versteckt und schließlich anerkannt wurde.
Wer wusste schon, dass der erste Film über die Märtyrer von einem japanischen Unternehmer bezahlt und fast neunzig Jahre später in Italien restauriert wurde?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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