Ibiza vergibt 13,5 Mio. Euro für 32 unbegleitete Minderjährige

Der Rat von Ibiza vergibt einen Vertrag über 13,5 Millionen Euro an die Fundación SAMU für vier Jahre Betreuung von 32 unbegleiteten ausländischen Minderjährigen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Ibiza vergibt 13,5 Mio. Euro für 32 unbegleitete Minderjährige
Ibiza zahlt 105.500 Euro pro Jahr für jeden der 32 betreuten Minderjährigen

Der Inselrat von Ibiza hat der Fundación SAMU einen öffentlichen Vertrag im Wert von 13,5 Millionen Euro zur Betreuung von 32 unbegleiteten ausländischen Minderjährigen über vier Jahre hinweg vergeben. Die Transaktion, bekannt gegeben zusammen mit dem offiziellen Vergabebeschluss, ergibt durchschnittlich mehr als 100.000 Euro pro Platz und Jahr, oder etwa 289 Euro pro Tag pro Minderjährigem, laut Berechnungen, die in sozialen Medien kursieren. Diese Zahl hat den Fokus auf die tatsächlichen Kosten des Aufnahmesystems und darauf gelenkt, wer dieses Geld erhält.

Was sagt der Vertrag und wie hoch sind die Kosten pro Platz?

Der Vertrag deckt vier Geschäftsjahre und 32 Plätze ab. Die Rechnung ist einfach: 13,5 Millionen geteilt durch 32 Minderjährige und vier Jahre ergeben 105.500 Euro pro Minderjährigem und Jahr. Pro Tag sind das 289 Euro. Zum Vergleich weist dasselbe Material darauf hin, dass ein Pflegeheim rund 100 Euro täglich kostet bei gesetzlichen Personalpflichten, während die Kosten für einen Gefängnisinsassen bei etwa 2.300 Euro pro Monat liegen. Wer diese Berechnung angestellt hat, argumentiert, dass der Unterschied nicht durch die Betreuung erklärt wird, sondern durch die Marge, die sich der Auftragnehmer behält.

Manche gehen weiter und vergleichen es mit den Kosten eines britischen Elite-Internats: zwischen 65.000 und 70.000 Pfund pro Jahr für Unterkunft, Verpflegung, Unterricht und Sport. Nach diesem Maßstab wirkt es zumindest auffällig, mehr als 100.000 Euro pro Platz zu zahlen.

Das Geschäft mit der Aufnahme: Wer verdient an den Minderjährigen?

Die am häufigsten wiederholte These lautet, dass die Betreuung von Migrantenkindern zu einem Wirtschaftszweig mit klaren Begünstigten geworden ist: Stiftungen, NGOs und Dienstleistungsunternehmen, die öffentliche Verträge ohne echten Wettbewerb abschließen. Es wird argumentiert, dass das Geld nicht beim Kind ankommt, sondern in Struktur, Vermittlern und Zusatzkosten verteilt wird. Die unbequeme Schlussfolgerung: Wenn das Geschäft funktioniert, hat niemand ein Interesse daran, es zu schließen.

Dem gegenüber erinnert eine andere Strömung daran, dass rechtliche Protokolle existieren und dass Minderjährige, die zu ihren Familien zurückkehren können, tatsächlich zurückgeführt werden. Diejenigen, die bleiben, tun dies, weil es keine rechtliche Alternative gibt. Ihre Betreuung ist keine Option, sondern eine Pflicht. Die Kritik richtet sich in diesem Fall gegen das Management und die Zusatzkosten, nicht gegen die Existenz des Dienstes selbst.

Rückführung nach Marokko: Die Kosten, die niemand berechnet

Der im Material am häufigsten vorgeschlagene Ansatz ist die Abschiebung. Die kursierende Berechnung besagt, dass die Rückführung eines Minderjährigen in sein Land 200 Euro oder weniger kosten würde, im Gegensatz zu den jährlichen 105.500 Euro für seine Unterbringung. Mit 3,2 Millionen Euro könnten Tausende von Rückführungen finanziert werden, so das Argument. Der Einwand lautet jedoch, dass Rückführung kein einfaches Flugticket ist: Sie erfordert Berichte aus den Herkunftsländern, Kontakt zu den Eltern und rechtliche Garantien. Wenn eine sichere Rückkehr möglich ist, wird sie bereits durchgeführt.

Politischer Hintergrund: PP, PSOE und die Verteilung der Mittel

Den Vertrag unterzeichnet der Inselrat von Ibiza, regiert von der PP (Partido Popular), was das Argument entkräftet, dies sei nur Sache einer einzigen Partei. Die im Material verbreitete Anschuldigung lautet, dass sowohl die PP als auch die PSOE an dem System beteiligt sind und dass ihre nahestehenden Strukturen von den Mitteln profitieren. Deshalb, so die Schlussfolgerung, stoppt es niemand.

Die Dimension, die im Vertrag fehlt

Über die direkten Kosten hinaus weist das Material auf einen kumulativen Einfluss hin: die Gesundheits-, Bildungs- und Sicherheitsausgaben**, die jeder Platz über das Leben des Minderjährigen hinweg verursacht. Zitierte Berechnungen aus anderen europäischen Ländern sprechen von einer netto negativen Beitragsleistung von Hunderttausenden Euro pro Person. Die Diskussion dreht sich also nicht nur darum, wie viel der Vertrag kostet, sondern wie viel das Modell kostet.

Die offene Frage

Wenn die tatsächlichen Kosten der Betreuung nur einen Bruchteil dessen ausmachen, was gezahlt wird, und wenn eine sichere Rückführung in einigen Fällen rechtlich machbar ist, warum vergibt das System weiterhin 13,5 Millionen Euro für 32 Plätze, ohne dass irgendeine Verwaltung die Kostenstruktur geprüft hat? Angesichts der Daten liegt die Antwort nicht im Vertrag.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (127 Antworten).

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