Spanien: Sechs Festnahmen wegen Babyhandels

Die spanische Polizei hat sechs Verdächtige festgenommen, darunter eine Frau aus Montijo, die ihre unregistrierten Neugeborenen verkauft haben soll.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Eine gemeinsame Operation der spanischen Nationalpolizei und der Guardia Civil hat in Extremadura zu sechs Festnahmen im Zusammenhang mit mutmaßlichem Kinderhandel geführt. Die Ermittler versuchen herauszufinden, wie viele Babys von einer Frau aus Montijo verkauft wurden, die zu Hause entband, um offizielle Geburtsurkunden zu vermeiden.

Die Untersuchung basiert auf beunruhigenden Vorwürfen: Eine Frau in **Montijo**, Provinz Badajoz, soll mehrere Kinder zu Hause zur Welt gebracht haben, ohne diese registrieren zu lassen. Nach der Hypothese der Ermittler verkaufte sie die Säuglinge anschließend an andere Familien. Am Mittwochmorgen verhaftete die **Einheit für Familien- und Frauenschutz (UFAM)** der Nationalpolizei, unterstützt von der Justizpolizei der Guardia Civil, sechs Personen und durchsuchte Wohnungen in Badajoz, Montijo und Linares (Provinz Jaén).

Da die Ermittlungen noch laufen, gab die Polizei keine offiziellen Daten heraus. Berichten der Zeitung **El Correo de Extremadura** zufolge ist die Beschuldigte drogenabhängig und könnte die Kinder verkauft haben, um ihre Sucht zu finanzieren. Die genaue Zahl der Geburten ist unbekannt, aber es wurden mehr als zwei Minderjährige verkauft, von denen einige bereits volljährig sind.

## Durchsuchungen um neun Uhr morgens

Die gleichzeitigen Zugriffe in den Wohnungen erfolgten um **neun Uhr morgens**. In Montijo wurde ein Haus in der Straße Calle Argentina durchsucht, wobei die Frau und ein Mann festgenommen wurden. In Badajoz griffen Beamte in der Straße Calle Tenca im Viertel **La Luneta** zu und nahmen drei Personen fest. Der sechste Haftbefehl erfolgte in Linares.

Im Viertel La Luneta überraschte das starke Polizeiaufgebot die Nachbarn. Einige fanden es seltsam, dass die Beamten in dieses bestimmte Haus gingen, "weil es hier keine Drogen gibt". Als sie erfuhren, dass die Razzia nichts mit Betäubungsmitteln zu tun hatte, war ihr Entsetzen noch größer. Sie beschrieben die Familie als völlig normal und sagten, das dort lebende Kind sei gut versorgt. Die Polizisten riegelten die Straße ab und durchsuchten die Wohnung fast fünf Stunden lang mit Spurensicherung und Diensthunden. Mehrere Kisten mit Material und eine Schrotflinte wurden beschlagnahmt.

## Fünfjähriger Junge und grenzüberschreitende Spur

Seit Jahren lebt in dem Haus in Badajoz ein etwa **fünf Jahre alter** Junge. Nach Angaben der Nachbarn ist seine Mutter die Frau aus Montijo. Das Kind wird von portugiesischen Bewohnern des Hauses betreut und geht in eine lokale Schule. Dieser Fall ist eines der Puzzleteile, denen die Ermittler nachgehen.

Der Hauptstrang der Ermittlungen deutet darauf hin, dass die Frau Vermittler nutzte, damit portugiesische Familien die Kinder kaufen konnten, wodurch diese über die Grenze gebracht wurden. Diese Theorie würde erklären, warum es keine dokumentarischen Spuren der Geburten oder Übergaben gibt. Die Operation läuft weiter, um alle Opfer zu identifizieren und ausfindig zu machen.

## Wie geht es weiter?

Die sechs Festgenommenen werden in den nächsten Tagen einem Richter vorgeführt. Der Fall fällt in die Zuständigkeit der Gerichte von **Badajoz**. Die UFAM, spezialisiert auf Verbrechen gegen die Familie und Frauen, leitet die Ermittlungen in Abstimmung mit der Guardia Civil. Bisher gibt es keine offizielle Zahl der gehandelten Minderjährigen oder der identifizierten Käuferfamilien.

Es ist wichtig zu beachten, dass es sich um laufende Ermittlungen handelt und Festnahmen nicht einer Verurteilung gleichkommen. Alle Informationen zu diesen Ereignissen müssen mit der Vorsicht behandelt werden, die ein offenes Gerichtsverfahren erfordert.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (1 Antworten).

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