Spanien: Schulen streichen Ausflüge nach Anklage gegen Lehrer

Zwei Lehrkräfte aus Saragossa in Spanien müssen wegen des Todes eines Schülers in Belgien mit bis zu vier Jahren Haft rechnen. Schulen in Aragonien, Katalonien und Kantabrien stoppen Ausflüge.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spanien: Schulen streichen Ausflüge nach Anklage gegen Lehrer
Mehrere weiterführende Schulen in Aragonien, Katalonien und Kantabrien haben Ausflüge und Klassenfahrten ausgesetzt, bis es eine Regelung gibt, die Lehrkräfte rechtlich schützt. Auslöser ist die Anklage gegen zwei Lehrkräfte aus Saragossa wegen des Todes eines 17-jährigen Schülers auf einer Fahrt nach Belgien.

Das Schuljahr hat an Dutzenden Schulen in Aragonien, Katalonien und Kantabrien ohne Ausflüge begonnen. Keine Ferienlager, keine Tagesausflüge, keine Klassenfahrten. Die Lehrerkollegien haben beschlossen, Aktivitäten außerhalb des Schulgeländes auszusetzen, bis jemand klärt, welche Verantwortung sie tragen, wenn etwas schiefgeht. Die Entscheidung ist keine Laune zum Quartalsende: Dahinter steht ein Gerichtsverfahren, das das System erschüttert hat.

## Zwei Angeklagte und vier Jahre Haft als mögliche Folge

Alles begann an einer Schule in Saragossa. Zwei Lehrkräfte sind wegen fahrlässiger Tötung angeklagt, nachdem ein **17-jähriger** Schüler während einer Klassenfahrt nach **Belgien** gestorben war. Der Prozess beginnt Anfang nächsten Jahres vor der **Audiencia Nacional** (dem spanischen Strafgericht für schwere Verbrechen), und den Lehrkräften drohen bis zu **vier Jahre Haft**.

Die Nachricht machte die Runde an anderen Schulen der Stadt, und die Reaktion war sofort: Dutzende Schulen sagten ihre Fahrten aus Solidarität mit den angeklagten Kollegen ab. Was als Geste der Unterstützung begann, hat sich zu einer breiteren Haltung entwickelt. Den aragonesischen Schulen haben sich Lehrkräfte in **Kantabrien** und **Katalonien** angeschlossen, die ebenfalls die Ausflüge gestoppt haben.

Das Argument derer, die die Entscheidung getroffen haben, lautet: Nach den geltenden Vorschriften sind Ausflüge freiwillig. Niemand bezahlt sie für die Organisation, niemand entschädigt die investierten Stunden, und wenn etwas schiefgeht, treffen die rechtlichen Konsequenzen sie allein. **Guillermo Sánchez**, Schulleiter einer Schule in Saragossa und Präsident des Verbands der Schulleiter von Saragossa, bringt es auf den Punkt: Der Vorfall habe offenbart, dass sie bei einem schweren Unfall rechtlich schutzlos sind.

## Aragonien erließ eine Verordnung, die die Lehrkräfte für unzureichend halten

Vor Schuljahresbeginn hatte die Regierung Aragoniens eine Übergangsverordnung erlassen, um die Verantwortlichkeit der Lehrkräfte bei solchen Aktivitäten zu regeln. Die Vorschrift legt fest, wie viele Lehrkräfte je nach Schülerzahl mitkommen müssen, enthält Muster für Einverständniserklärungen und Protokolle und klärt die Deckung der Haftpflicht.

Auf dem Papier klingt das vernünftig. In der Praxis sagen die Lehrkräfte, dass die Verordnung sie mit Bürokratie überschüttet hat, ohne das Kernproblem zu lösen. Es gibt keine finanzielle oder zeitliche Gegenleistung, und das Gefühl rechtlicher Unsicherheit bleibt. Die ausgerufene Aussetzung ist, wie sie selbst sagen, vorübergehend: Sie dauert an, bis es einen Rechtsrahmen gibt, der echte Garantien bietet.

## Der Stopp macht sich bereits bei Anbietern für außerschulische Bildung bemerkbar

Die Auswirkungen beschränken sich nicht auf die Lehrerzimmer. Der Arbeitgeberverband **ACELLEC**, zu dem Organisationen wie **Fundesplai** und die **Fundació Pere Tarrés** gehören, rechnet in diesem Schuljahr mit einem Rückgang der Lagerbuchungen um **80 %**. Der Kultursektor – Museen, Theater und Naturräume – fürchtet dauerhafte Schäden, wenn sich der Trend festigt.

Auch die Familien sind besorgt. Von **CEAPA**, dem Dachverband der Elternvereine an öffentlichen Schulen, warnt dessen Präsidentin **María Sánchez**, dass diese Aktivitäten Wissen vermitteln und die Entwicklung der Schüler fördern. Ihre größte Sorge gilt der Chancengerechtigkeit: Manche Schüler würden bestimmte Dinge nie erleben, wenn nicht über die Schule. Auch der katalanische Bürgerbeauftragte **Síndic de Greuges** hat in dieselbe Richtung gewiesen: Die Aussetzung dieser Ausflüge treffe vor allem Schüler aus benachteiligten Verhältnissen.

An vielen Schulen organisieren die Familien die Abschlussfahrten der Grundschule bereits über die Elternvereine, ohne Beteiligung der Lehrkräfte. Dieses Modell könnte sich ausweiten. Fest steht: Die Rückkehr der Ausflüge hängt nun von einer Regelungsreform ab, die noch niemand konkretisiert hat. Und in der Zwischenzeit haben die Lehrkräfte beschlossen, keine Papiere zu unterschreiben, die sie vor Gericht bringen könnten.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (19 Antworten).

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