Estás usando un navegador desactualizado. Es posible que no muestre este u otros sitios web correctamente. Debe actualizar o usar un navegador alternativo.
Spanien: Rekordregen und das Chemtrails-Debatte
Weniger Kondensstreifen, mehr Regen: In Spanien wird die Korrelation zwischen Wetterextremen und Flugzeugspuren diskutiert.
Weniger Streifen, Rekordregen: Die umstrittene Koinzidenz
Ein Diskutant behauptet, dass Spanien die Dürre überwunden hat und gleichzeitig Rekordniederschläge verzeichnete, während die Himmel weniger von Flugzeugkondensstreifen durchzogen waren. Diese Übereinstimmung – ein Land, das von der Dürre zu vollen Stauseen wechselt, genau dann, wenn die Streifen seltener werden – hat eine der wiederkehrendsten Debatten neu entfacht: die um die sogenannten Estela. Dabei handelt es sich um angebliche Versprühungen, die Teile der Öffentlichkeit der Geoengineering-Theorie zuschreiben, während meteorologische Erklärungen sie auf einfache Kondensstreifen zurückführen.
Die These des Wandels ist einfach formuliert. Wie einige Teilnehmer berichten, war der Himmel während der Dürrejahre morgens mit weißen Streifen bedeckt, die sich zu einer hohen Nebelschicht ausbreiteten und diese klebrige Schwüle verursachten, die den Schlaf erschwerte. Nun, so argumentieren Beobachter des Phänomens, seien diese Streifen fast verschwunden und der Regen sei zurückgekehrt. Eine häufig zitierte Datenquelle sind die öffentlichen Pegelstände der Talsperren.
Warum gibt es mal Streifen und mal keine?
Die meteorologische Erklärung benötigt keine Verschwörungstheorien. Kondensstreifen entstehen in großer Höhe, wo die Luft sehr kalt ist und Feuchtigkeit an den Abgasen des Motors zu Eiskristallen kondensiert. Entscheidend ist nicht das Wetter am Boden, sondern Temperatur und Feuchte auf etwa 32.000 Fuß. Dieser Umstand widerlegt die häufigste Beobachtung: Wenn am Flughafen -5 Grad Celsius und 87 % relative Luftfeuchtigkeit herrschen, sollten Flugzeuge auch dort sichtbare Spuren hinterlassen wie in der Höhe.
Der Schlüssel liegt in der oberen Atmosphäre. Kalte Nordluft kann umso weniger Feuchtigkeit halten, je höher man steigt; daher haben Flughäfen am Mittelmeer eine höhere Wahrscheinlichkeit, persistente Kondensstreifen zu erzeugen als solche in arktischen Breiten. Hinzu kommt die Instabilität: Chaotische Höhenwinde brechen und zerstreuen den Streifen, bevor er als lange Linie sichtbar wird.
Das unbequemste Argument für die Verschwörungsversion bleibt dasselbe: Wenn die Feuchtigkeitsbedingungen in der Höhe das Phänomen erklären, muss niemand versprühen, damit der Himmel einen Tag gestreift und am nächsten klar ist.
Macht es Sinn, Millionen Euro für Wolkenauflösung auszugeben?
Hier betritt die Debatte wirtschaftliches Terrain. Der Einwand lautet oft: Riesige Depots und komplexe Chemikalien zu fliegen, um den Himmel klar zu machen, ist ein ruinöses Geschäft. Kerosin kostet Geld, und die Kosten würden letztlich vom Steuerzahler getragen. Die Gegenargumentation besagt, dass Geld kein Problem sei, wenn die Ausgaben bereits sozialisiert sind.
Es kursieren zwei Erklärungen für den jüngsten Rückgang der Kondensstreifen, keine davon ist bestätigt. Die erste weist auf die Schließung der USAID hin, was eine Finanzierungsquelle gekappt hätte. Die zweite deutet darauf hin, dass die Firma BlackRock die Finanzierung eingestellt habe, woraufhin die Streifen abnahmen. Beide Punkte werden als Verdachtsmomente genannt, nicht als belegte Fakten.
Das Detail, das die Logik der Anschuldigung bricht, ist der interne Widerspruch: Dasselbe Phänomen wurde sowohl als Ursache der Dürre als auch als Schuldiger für die Regenfälle benannt. Ein Mechanismus, der gleichzeitig das eine und das Gegenteil bewirkt, ist kein Mechanismus, sondern ein Sammelsurium.
Spanisches Gesetz erlaubt bereits Wettermanipulation mit Genehmigung
Ein normativer Aspekt wird oft übersehen: Die künstliche Beeinflussung des Wasserkreislaufs ist keine illegale Fantasie, sondern reguliert. Ein Teilnehmer zitiert Artikel 3 des spanischen Wassergesetzes (Ley de Aguas), wonach die atmosphärische Phase des Wasserkreislaufs nur durch die staatliche Verwaltung oder deren Beauftragte künstlich verändert werden darf.
Jede öffentliche oder private Maßnahme zur Änderung des Regens erfordert die vorherige Genehmigung des zuständigen Ministeriums, vorgeschlagen durch die Flussgebietseinheit und begleitet von einem Gutachten des Nationalen Meteorologischen Instituts (AEMET). Das bedeutet: Die Änderung des Niederschlagsregimes ist eine legale Aktivität mit administrativem Verfahren.
Das Patent, das in dieser Diskussion immer wieder zitiert wird, ist alt: Im Jahr 1951 registrierten zwei ehemalige US-Marine-Piloten ein Verfahren zur Wetterbeeinflussung durch die Dispersion von Substanzen. Dass die Technik existiert und dokumentiert ist, bedeutet nicht, dass jeder Kondensstreifen am Himmel Teil eines geheimen Programms ist.
Von den 40 Grad 2022 bis zum Himmel 2025
Die Chronologie ist wichtig. Der Sommer 2022 war geprägt von einer Hitze, die ein Teilnehmer als unerträglich beschrieb: dauerhaft 40 Grad im Schatten und 30 Grad nachts, mit Straßen, die wie Schmieden wirkten, und Kondensstreifen, die sich über den Köpfen zu einer weißlichen Schicht ausbreiteten. Im selben Jahr schrieben manche die Hitze dem Ausbruch des Vulkans Hunga Tonga und dessen Wasserdampf-Injektion in die Stratosphäre zu.
Ein anderer Teilnehmer beschreibt kühlere Sommer und ein wiederkehrendes Muster: Julimonate, in denen man unter dicker Decke schläft, Himmeln mit weniger Streifen und dem allgemeinen Gefühl, dass 'sich oben etwas geändert hat'.
Das letzte dokumentierte Ereignis datiert die Diskussion auf Mai 2025. Ein grafischer Datensatz vom 25.05.2025 zeigte den Himmel über Barcelona als 'vollständig zerstört' durch Streifen, die sich über den gesamten Horizont ausbreiteten. Der Rückgang der Kondensstreifen ist also weder einheitlich noch endgültig: Er hängt vom Tag, der Stadt und der Blickrichtung ab.
Reicht die Feuchte der oberen Atmosphäre aus, um zu erklären, warum es Jahre mit gestreiftem Himmel und Jahre mit klarem Himmel gibt?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (199 Antworten).
Trotz rekordhafter Niederschläge in Spanien liegen die Talsperrenfüllstände 20,9 Punkte unter dem Zehnjahresschnitt. Wasserkraft deckt 21 % des Strombedarfs.