Spanien plant Rauchverbot auf Terrassen und für E-Zigaretten

Der neue Anti-Tabak-Plan verbietet Rauchen auf Terrassen und Stränden. Auch Vapes und Shishas werden reguliert, doch Mindestabstände fehlen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spanien plant Rauchverbot auf Terrassen und für E-Zigaretten
Rauchen auf der Terrasse hat ein Verfallsdatum

Manche Maßnahmen zum Schutz der öffentlichen Gesundheit werden beschlossen, um Bürger zu schützen, und enden in Diskussionen über das, was der Text nicht sagt. Der vom Gesundheitsministerium (Ministerio de Sanidad) vorbereitete Anti-Tabak-Plan wird das Rauchen auf Terrassen verbieten, das Verbot auf Strände ausweiten und herkömmliche Zigaretten mit E-Zigaretten (Vapers) und Wasserpfeifen (Cachimbas) gleichsetzen. Auffällig ist nicht nur, was verboten wird, sondern was offen bleibt: Niemand hat festgelegt, wie viele Meter einen Tisch von Rauchern vom Nachbartisch trennen müssen.

Was genau verbietet der Anti-Tabak-Plan?

Die Regelung basiert auf vier Säulen: dem gesundheitlichen Aspekt, der rechtlichen Normierung, dem Umweltschutz und der Koordination zwischen den öffentlichen Verwaltungen. In der Praxis werden alle Formen des Nikotinkonsums —erhitzter Tabak, E-Zigaretten und Wasserpfeifen— gleichgestellt und die Einschränkung von Einweg-E-Zigaretten angekündigt. Terrassen und Strände fallen unter denselben Schirm: rauchfreie Zonen. Die Maßnahme zielt darauf ab, das zu normalisieren, was bisher vom Verhalten an jedem einzelnen Tisch abhing.

Warum könnte die Regelung Makulatur bleiben?

Der am häufigsten genannte Schwachpunkt ist nicht ideologischer, sondern praktischer Natur. Ohne eine Verordnung, die die Mindestabstände festlegt, hängt das Verbot von der Interpretation jedes einzelnen Lokals ab. Der Vergleich mit der Pandemie liegt auf der Hand: Damals war das Rauchen im Sitzen auf der Terrasse verboten, während es im Stehen mit Zigarette in der Hand keine Gefahr darstellte. Auch die Überwachung wirft Probleme auf: Ohne eine spezielle Behörde würde die Kontrolle der Nachbarschaftsmeldung überlassen, einer Figur, die manche als „Balkon-Polizei“ bezeichnen.

Die Terrasse, ein Geschäft auf Messers Schneide

Für die Gastronomiebranche ist die Rechnung unbequem. Ein Teil des Sektors argumentiert, dass ein Rauchverbot die Terrassen leeren würde, und dass der Schlag besonders in den warmen Monaten kommt, wenn die Straße die Kasse trägt. Dem gegenüber steht das Gegenargument: Der Kettenraucher ist nicht der Kunde, der ein Geschäft rettet, da Gastronomen möglichst viele Kunden ansprechen müssen und der Anteil der Raucher Jahr für Jahr sinkt. Die politische Kritik richtet sich namentlich gegen die Gesundheitsministerin Mónica García, die von vielen im Sektor als Verantwortliche für die Angriffe auf Bars gesehen wird.

Die „kleine Terrasse“, dieses Zielobjekt

Wenige Debatten über Tabak enden ohne die Erwähnung der Terrasse als Institution. Die kleine Terrasse mit Bier und Omelett-Spieß ist sowohl eine soziale Gewohnheit als auch ein Geschäftsmodell. Ihre Befürworter erinnern daran, dass man dort auch den Abgasen der Autos zwei Meter weiter ausgesetzt ist und niemand auf die Idee käme, den Straßenverkehr zu verbieten. Der Vergleich, ob gerechtfertigt oder nicht, verwirrt: Es fällt schwer zu behaupten, dass die Luft auf dem Gehweg nur gefährlich sei, wenn sie aus einer Zigarette stammt.

Gesundheit der Nichtraucher vs. Freiheit der Raucher

Hier geht es nicht mehr nur ums Geld. Auf der einen Seite das Recht der Nichtraucher auf Gesundheit: Niemand sollte den Rauch vom Nachbartisch beim Essen einatmen müssen. Auf der anderen Seite der Verdacht, dass die Anti-Tabak-Offensive eine Entwicklung ist, die Raucher stigmatisiert — erst durch Medien, dann durch den Staat — und immer weniger Entscheidungsspielraum lässt. Selbst ehemalige Raucher sind gespalten: Einige sind dankbar, den Geruch nicht mehr wahrzunehmen, andere geben zu, dass sie den Geruch von Rauch lieber haben als den von Verboten. Es ist die alte Spannung zwischen Zusammenleben und Gesetzgebung.

Das japanische Modell als Alternative

Wenn die Argumente ins Stocken geraten, wird Japan erwähnt. In seinen Städten gibt es wenige Terrassen, auf der Straße darf nicht geraucht werden, und innerhalb der Bars werden Raucherbereiche eingerichtet. Dies wird als Beweis angeführt, dass man den Konsum ordnen kann, ohne ihn ganz zu verbieten. Der Grundvorschlag ist einfach: Terrassen für Raucher und Terrassen für Nichtraucher, wobei der Besitzer entscheidet. Das klingt vernünftig. Es klingt auch nach etwas, das nie genehmigt wird.

Mit Einweg-E-Zigaretten im Fokus und Stränden, die auf klare Richtlinien warten, lautet die Frage nicht mehr, ob auf der Terrasse geraucht werden darf. Sie lautet: Wer legt die Abstände fest, wer überwacht sie und wer zahlt die Zeche, wenn der Nachbartisch leer bleibt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (500 Antworten).

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