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Spanien: Null-Steuer auf Lebensmittel und Gratis-Tickets
Sánchez verlängert die Mehrwertsteuer-Befreiung für Lebensmittel bis Juni 2024, führt kostenlose Fahrten für bestimmte Gruppen ein und hebt die Hypotheken-Grenze auf 38.000 Euro an.
Nach seiner Wiederwahl mit 179 Stimmen stellte Pedro Sánchez ein Paket von vierzehn wirtschaftlichen Maßnahmen vor: Die Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel bleibt ausgesetzt, der öffentliche Nahverkehr wird für junge Menschen, Senioren und Arbeitslose kostenlos, die Hypothekenhilfe wird durch eine höhere Einkommensgrenze erweitert, und die Körperschaftsteuer soll effektiv bei 15% liegen. Was in der Ankündigung fehlt, ist die Gesamtkostenrechnung. Der einzige bekannte Zahlenwert ist die neue Obergrenze für das Hypothekenentlastungsprogramm: Sie steigt von 30.000 auf 38.000 Euro.
Welche Lebensmittel sind steuerfrei und wie lange?
Die Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel — Brot, Milch, Eier, Obst und Gemüse — bleibt bei 0%, und diese Senkung wird um sechs Monate bis Juni 2024 verlängert. Öl und Nudeln fallen von 10% auf 5%. Diese Maßnahme wurde erstmals im Januar dieses Jahres eingeführt, sodass die Entlastung insgesamt mindestens anderthalb Jahre gelten wird.
Auf dem Papier wirkt sich dies direkt auf den Einkaufszettel aus. Kritiker argumentieren jedoch, dass der Effekt in der Warenkorbsumme untergeht: Mindestlohn erhöhen und mehr für Einkäufe zahlen sei die häufig beobachtete Entwicklung, da die Steuerreduzierung weder die Produktionskosten noch die Ursachen der Inflation angehe. Wenn das Problem auf der Angebotsseite liegt, kauft die Abschaffung der Mehrwertsteuer nur Zeit, löst aber nichts.
Wer bezahlt den kostenlosen öffentlichen Nahverkehr?
Ab dem 1. Januar ist der öffentliche Nahverkehr für junge Menschen, ältere Erwachsene und Arbeitslose kostenlos. Weder die Kosten noch der tatsächliche Umfang der Maßnahme sind bekannt, eine Lücke, die die Ankündigung offenlässt. Das unmittelbare Vorbild ist die im September 2022 beschlossene Freifahrtregelung für Cercanías und Media Distancia (Regionalzüge), die noch bis zum Jahresende läuft.
Hier zeigt sich die Spannung. Wer bisher pünktlich sein Monatsticket bezahlte, sieht nun, dass die Unterstützung anderen Gruppen zugutekommt. Einige befürworten einen pauschalen Tarif für alle — es wurde sogar ein symbolischer Preis von 50 Euro vorgeschlagen — statt einer vollständigen Befreiung. Die offizielle Begründung lautet anders: Die Tickets waren bereits subventioniert, und dies erweitere lediglich die Abdeckung auf spezifische Zielgruppen.
Hypotheken, Mieten und 183.000 Sozialwohnungen
Die Durchschnittseinkommensgrenze für die Hypothekenentlastung steigt von 30.000 auf 38.000 Euro, wodurch mehr Familien ihre monatliche Rate für ein Jahr einfrieren und die Laufzeit bis zu sieben Jahre strecken können. Parallel sollen 183.000 Wohnungen im öffentlichen Bestand für günstige Vermietung bereitgestellt werden, steuerliche Anreize für private Vermieter eingeführt und das „Bono Alquiler Joven“ (Jugend-Mietzuschuss) erhöht, der derzeit 250 Euro für Personen unter 35 Jahren beträgt.
Ein Detail, das zwischen den Zeilen steht, ist die Übernahme eines Teils der autonomen Schulden, die auf alle Regionen ausgedehnt werden kann, unabhängig davon, ob sie dem Fondo de Liquidez Autonómico (Autonomes Liquiditätsfonds) angehören oder nicht. Für manche Analysten ist genau dieser Punkt derjenige, der die gesamte Legislaturperiode kippen könnte.
Die 15%-Körperschaftsteuer: Unklare Umsetzung
Das Ziel ist eine effektive Körperschaftsteuerquote von 15%, wobei große Unternehmen auf dem bilanziellen Gewinn besteuert werden, also auf den ausgewiesenen Profiten. Die technische Debatte verwickelt sich schnell: Der bilanzielle Gewinn unterscheidet sich von der Bemessungsgrundlage, und die Vereinbarkeit mit Doppelbesteuerungsabkommen sowie der 95%-Freistellung für Dividenden aus ausländischen Niederlassungen bleibt abzuwarten.
Ein verbreitetes Beispiel ist einfach. Wenn eine Gesellschaft 100 Millionen Gewinn ausweist, zahlt sie 15 Millionen, ohne weitere Nuancen. Nach diesem Kriterium verliert der Standort Spanien an Attraktivität: Die Alternative wäre, den steuerlichen Sitz in ein Land mit 100%-Abschreibung zu verlegen — Holland wird oft als Referenz genannt — und hier nur noch nationale Umsätze zu versteuern. Genau dies hat Ferrovial bereits getan. Diese Analyse prognostiziert nicht mehr Einnahmen, sondern Rechtsunsicherheit und Unternehmensflucht.
Mindestlohn, Arbeitszeit und Urlaub: Details des Statuts
Der Mindestlohn (SMI) wird weiter steigen und im Arbeitnehmerstatut an 60% des Durchschnittslohns gekoppelt. Die Wochenarbeitszeit sinkt 2024 von 40 auf 38,5 Stunden und 2025 auf 37,5 Stunden, mit Anreizen für flexible Arbeitszeiten und Homeoffice. Der Mutterschafts- und Vaterschaftsurlaub wird von 16 auf 20 Wochen verlängert. Hinzu kommen Vereinfachungen beim Existenzminimum (Ingreso Mínimo Vital), eine Höchstfrist von 30 Tagen für Pflegeleistungen, die Wiedereinsetzung der Nationalen Energiekommission und das Ziel, erneuerbare Energien am Ende des Jahrzehnts zur alleinigen Stromquelle zu machen.
Am stärksten betroffen ist der Sektor der Kleinstunternehmen, der das Rückgrat der Wirtschaft bildet: Jede verkürzte Stunde bedeutet Lohnkosten, wenn keine geförderte Neueinstellung erfolgt. Die wiederkehrende Gegenargumentation lautet, man solle Arbeitgeber fördern, die Jobs schaffen, statt Hilfen zu verteilen.
Wo die Analyse ins Stocken gerät
Addiert man alles zusammen: Steuersenkungen, freier Nahverkehr, mehr Sozialwohnungen, erweiterte Urlaubsansprüche, Übernahme regionaler Schulden. Die Frage nach der Finanzierung wird meist mit einem Wort beantwortet, Schulden, verbunden mit der Warnung, dass zukünftige Generationen dafür zahlen müssen. Die vollständige Kostenaufstellung, Posten für Posten, liegt bislang nicht vor.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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