Spanien: Mossos d'Esquadra lassen Vandalismus durch bewaffnete Clans in Figueras zu

Die katalanische Polizei Mossos d'Esquadra rechtfertigte das Nichteingreifen bei der Zerstörung von drei Wohnungen in Figueras mit der Angst vor einer bewaffneten Gruppe.

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Spanien: Mossos d'Esquadra lassen Vandalismus durch bewaffnete Clans in Figueras zu
Mossos d'Esquadra geben zu, Vandalismus durch Clans in Figueras zugelassen zu haben

Die Nachricht kursiert seit Wochen: Nach den tödlichen Schüssen in Girona zwischen verschiedenen Roma-Clans zog eine Gruppe von 60 bis 70 Personen in das Viertel Culubret in Figueras und verwüstete drei Wohnungen der Familie eines der Beteiligten. Die Mossos d'Esquadra (die katalanische Regionalpolizei) kamen zu dem Schluss, dass es besser sei, die Zerstörungen zuzulassen, als sich der Gruppe entgegenzustellen. Diese Aussage, die in der Presse veröffentlicht wurde, ist ein explizites Eingeständnis, dass der Staat nicht interveniert, wenn die Anzahl und die Bewaffnung der Angreifer einen Einsatz zu kostspielig machen würden. Der Bürgermeister von Figueras, Jordi Masquef, sprach von einem „Kollektiv“ und sah sich Vorwürfen des Antiziganismus ausgesetzt. Dieser Vorfall ist kein Einzelfall: Am Tag vor dem Verbrechen wurden zwei Häuser im Viertel Font de la Pólvora verwüstet, darunter ein Anwesen mit Hierba, und Fahrzeuge der Familie wurden angezündet. Die Mossos haben eine Untersuchung eingeleitet, können sich jedoch nicht darauf verlassen, dass die Betroffenen Anzeige erstatten. Straffreiheit ist hier kein Systemfehler, sondern eine operative Entscheidung.

Was in Figueras geschah und warum die Mossos nicht eingriffen

Der Ablauf der Ereignisse ist einfach und brutal. Eine große Gruppe mit Äxten tauchte im Viertel Culubret auf. Die Mossos bewerteten, dass eine Festnahme übermäßige Gewalt erfordern würde und man kein größeres Übel schaffen wollte, das man eigentlich vermeiden möchte. Diese Logik, die nach einem Handbuch für Massenmanagement klingt, hinterlässt eine Lücke: Die Straftaten wurden dennoch begangen. Die Ermittlungen dauern an, aber ohne Anzeigen der Betroffenen gestaltet sich das Gerichtsverfahren schwierig. Die alles entscheidende Frage ist, ob der Staat alle Bürger gleichermaßen schützt oder nur diejenigen, die sich nicht in Mobbildung organisieren können.

Der Präzedenzfall Alcanar und der Schatten der Inkompetenz

Im kollektiven Gedächtnis wiegt ein anderer Vorfall schwer: die Anschläge in Katalonien im Jahr 2017. Die Explosion von Alcanar wurde nicht als einfacher Unfall mit Gasflaschen interpretiert, und die Koordination mit der Guardia Civil (der spanischen staatlichen Polizei) sowie der Policía Nacional (der nationalen Polizei) war mangelhaft. Der letzte Terrorist wurde erschossen, obwohl er hätte lebend festgenommen werden können. Jene Kette von Fehlern kostete Menschenleben. Nun lässt die Diskussion über die Immunität bewaffneter Clans den Verdacht wieder aufleben, dass bestimmte Polizeikräfte es vorziehen, nicht einzugreifen, wenn die politischen oder physischen Kosten zu hoch sind.

Doppelte Standards: Bußgelder für Bürger, Passivität gegenüber Mobs

Der am häufigsten genannte Vergleich betrifft die gewöhnlichen Bürger. Ein Autofahrer, der eine rote Ampel missachtet, kann von drei Streifenwagen umstellt und wegen Ungehorsams gebüsst werden. Eine Gruppe von Menschen mit Äxten, die Wohnungen verwüstet, bleibt straffrei. Das Gefühl der Ungerechtigkeit ist nicht neu, aber das offizielle Eingeständnis, dass Interventionen aus Angst vor Vergeltungsmaßnahmen vermieden werden, macht es zu einer belegbaren Tatsache. Der Staat sendet die Botschaft: Wenn ihr viele seid und bewaffnet seid, gibt er nach. Diejenigen, die Bußgelder wegen falscher Mülltrennung zahlen, nehmen sich das zu Herzen.

Die politische Reaktion: Vorwürfe des Antiziganismus und institutionelles Schweigen

Der Bürgermeister von Figueras, Jordi Masquef, bezog sich auf das „Kollektiv“ und wurde beschuldigt, die Roma-Bevölkerung zu stigmatisieren. Die Kontroverse zeigt die Falle der Sprache: Über Ethnien zu sprechen, um Straftaten zu beschreiben, ist Rassismus, aber die Realität bewaffneter Clans zu ignorieren, die straffrei agieren, hat ebenfalls seinen Preis. Währenddessen dauern die Ermittlungen ohne Festnahmen und ohne Anzeigen an. Der Rechtsstaat, den einige als Dogma beschwören, bekommt Risse, wenn das Gesetz nicht gleichermaßen angewendet wird.

Was der Rechtsstaat riskiert, wenn das Gesetz selektiv angewendet wird

Die Straffreiheit einiger weniger untergräbt die Legitimität des Systems für alle. Wenn die Polizei nicht eingreift, weil sie ein größeres Übel fürchtet, erkennt sie an, dass es Gruppen gibt, die in der Lage sind, ihr eigenes Recht durchzusetzen. Das ist kein Problem eines einzelnen Viertels: Es ist ein Riss im staatlichen Gewaltmonopol. Die Mossos haben eine Untersuchung eingeleitet, aber ohne Anzeigen oder Festnahmen bleibt die Botschaft, dass Gerechtigkeit optional ist – je nachdem, wer und wie viele es sind.



Die Analyse bleibt am selben Punkt hängen: Niemand weiß, wie viele ähnliche Fälle es nicht in die Medien schaffen. Die in Figueras anerkannte Straffreiheit ist nur die Spitze des Eisbergs.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (101 Antworten).

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