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Spanien: Möbel und Elektronik aus dem Müll gerettet
In Spanien finden sich neben Containern oft funktionierende Geräte. Ein Nutzer erzielte in sechs Jahren 4.000 Euro mit Wiederverkauf.
Vom Container ins Wohnzimmer: Möbel und Elektronik mit zweitem Leben
Neben einem Abfallcontainer wurde eine kompakte Ricoh-Laserkopierer gefunden, der einst auf mindestens «1.500 Euro» geschätzt wurde. Er war nicht defekt. Auch der Kühlschrank und der Ofen des Finders waren intakt und wurden ebenfalls wiederverwendet. Was früher skeptisch betrachtet wurde – das Durchsuchen von Müll – hat sich zu einer Routine mit Methode, eigenem Markt und in manchen Fällen sogar Einkommen entwickelt. Es geht nicht um Mangel, sondern um Neugier und eine Form des verantwortungsvollen Konsums, die keinen Supermarkt erfordert.
Was neben den Containern zu finden ist
Vor allem Möbel: Stühle, Kommoden, Tische und Metallregale, die ihre Besitzer beim Umzug entsorgen. Aber das Angebot reicht weit darüber hinaus: ein vollständiger Amstrad CPC-Computer mit Monitor, ein Kenwood KA-501-Verstärker mit Holzboxenlautsprechern, ein Metalldetektor, eine Kinderrutsche, Bilderrahmen mit Glas, Werkstatthocker, ein Sony-Radio und ein 17 Kilogramm schwerer Drucker, der mit einem Zettel „Ayuntamiento“ (Stadtverwaltung) auf dem Gehweg lag. Funktionierende Elektronik, Möbel, die nur einen Anstrich brauchen, und gelegentlich echte Schätze: ganze Kisten Rock-Vinylplatten aus den 70ern und LEGO-Teile, die nicht mehr produziert werden. Das übliche Sortiment wird durch Kommoden und Sitzgruppen ergänzt, die halbherzige Restaurierungsversuche hinterlassen haben.
Warum noch funktionierende Dinge weggeworfen werden
Die häufigste Erklärung sind Renovierungen. Wenn die Raumaufteilung geändert wird, stören alte Möbel; sie sind nicht kaputt, passen nur nicht zum neuen Plan. In Sommerfrische-Gebieten kommt die Saisonrotation hinzu: Wer den Sommer verbringt, lässt Matratzen, Strandstühle und unnötigen Kram zurück, den er nicht wieder mitnehmen will. Ein dritter, stillerer Grund ist der gescheiterte Restaurierungsversuch. Manche versuchen, ein Stück zu reparieren, scheitern, geben auf und lassen es auf dem Bürgersteig stehen. Der Finder lässt es oft Monate liegen, bevor er sich daran macht. Und manche gehen weiter: Sie sagen, viele Leute werfen gute Qualität weg, nur weil sie die Gegenstände als veraltet betrachten.
Bedürfnis oder Hobby?
Hier spalten sich die Meinungen. Einige behaupten, dies geschehe aus Geldmangel, andere kontern mit einem Satz, der die andere Seite zusammenfasst: „Auch wenn ich 3.000 Euro im Monat zur freien Verfügung hätte, würde ich weiterhin dasselbe tun.“ Der Sammler beschreibt es fast wie einen Beruf: Holzarbeit lernen, restaurieren, verwandeln. Praktizierende bestreiten das Diogenes-Syndrom – sie horten nicht, sie nutzen – und berichten, dass gut erhaltene Bücher auf der Straße keine fünf Minuten überleben, bevor jemand sie abholt.
Vom Fund zum Verkauf: 35 Euro für Geschirr
Rettung bedeutet nicht immer Behalten. Ein Teil der Fundstücke wird gereinigt und auf dem Gebrauchtmarkt verkauft. Beispiele sind ein Geschirrset für 35 Euro und eine Kindertafel für 50 Euro. Besonders auffällig ist der Fall eines Nutzers, der angibt, in sechs Jahren mehr als 4.000 Euro mit dem Verkauf von Büchern und Kuriositäten verdient zu haben, meist per Versand, wobei Kartons und Luftpolsterfolie direkt vom Papiercontainer stammen. Es ist kein Lohn, aber die Rechnung geht auf. Anders sieht es bei Altmetall aus: Ein metallisches Teil bringt vielleicht zehn Euro, doch den Gewinn macht dort ein anderer.
Konkurrenz und Urteile über Sammler
Das Bild auf dem Bürgersteig hat sich gewandelt. Wo früher einer suchte, fahren nun Karren und Transporter vorbei, und gute Stücke verschwinden binnen Minuten: Wer etwas sieht und fünf Minuten braucht, um den Anhänger zu holen, findet es nicht mehr. Eine nahegelegene Villensiedlung fungiert als Goldmine und Maßstab für diese Eile. Diese Verteilung erzeugt Reibereien und abfällige Kommentare darüber, wer sammelt und warum – ein Urteil, das weniger die Straße als den Urteilenden charakterisiert. Die unter Sammlern verbreitete Maxime ist alt und einfach: Des einen Müll ist des anderen Schatz.
Ein Teilnehmer gibt an, in sechs Jahren mehr als viertausend Euro mit dem verdient zu haben, was andere auf der Straße ließen. Bücher sind innerhalb von fünf Minuten weg. Was ein Haushalt achtlos wegwirft, landet im nächsten Haus. Und es funktioniert weiterhin.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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