Estás usando un navegador desactualizado. Es posible que no muestre este u otros sitios web correctamente. Debe actualizar o usar un navegador alternativo.
Spanien: Mindestlohn steigt um 110%, Ingenieursgehälter nur um 29%
In Spanien ist der gesetzliche Mindestlohn seit 2005 um 110% gestiegen, während Tarifverträge für Ingenieure nur um 29% wuchsen. Dies führt zu einer starken Kompression der Gehaltsstrukturen.
Ingenieurgehälter liegen in Spanien nur noch beim 1,8-fachen des Mindestlohns
Laut Daten eines Teilnehmers zu seinem Branchen-Tarifvertrag verdiente ein Diplom-Ingenieur im Jahr 2005 das Dreifache des gesetzlichen Mindestlohns (SMI). Achtzehn Jahre später liegt dieses Verhältnis bei nur noch 1,8. Niemand hat weniger verdient; die beiden Referenzwerte haben sich jedoch unterschiedlich entwickelt. Im höchsten Tarifbereich stieg das Bruttogehalt von 21.700 Euro jährlich im Jahr 2005 auf aktuell 28.000 Euro, was einem Plus von 29% entspricht. Der Mindestlohn kletterte im selben Zeitraum von 513 auf 1.080 Euro brutto monatlich in 14 Zahlungen: ein Anstieg von 110%. Bei einer Inflation von 45% im betrachteten Zeitraum wurde die Lohnskala halbiert.
Wie die Lohnstruktur in Spanien komprimiert wurde
Der Effekt zeigt sich nicht in sinkenden Löhnen, sondern in schrumpfenden Abständen. 2005 lag das Verhältnis zwischen dem oberen Tarifgehalt und dem SMI bei drei zu eins brutto; heute beträgt es 1,8 zu eins brutto und 1,5 zu eins netto, da niedrigere Einkommen weniger Steuern und Sozialabgaben zahlen. Wer bereits gut verdiente, sah sein Nettoeinkommen nicht proportional steigen, musste aber feststellen, wie der Abstand zum unteren Ende der Skala schmolz.
Dieser Fall ist kein Einzelfall. Ein Industrietechniker beschreibt Bruttogehälter von 21.000 Euro im Jahr 2003, einen Rückgang auf 16.000 Euro im Jahr 2011 – als etwa zwanzig Kandidaten auf eine Stelle warteten – und eine Erholung auf 26.000 Euro über fünf Jahre hinweg. Die Angebote für dieses Profil stagnieren weiterhin bei 21.000 Euro. „Je nach Branche haben sich in 20 Jahren absolut NICHTS geändert.“
Die Inflations-These: Mindestlohn erhöhen ohne Produktivitätssteigerung
Hier liegt der Kern der Debatte. Das Argument besagt, dass eine gesetzliche Erhöhung des Mindestlohns ohne entsprechende Produktivitätssteigerung keinen Wohlstand schafft, sondern lediglich die Preisschilder verschiebt. Ein einfaches Beispiel: Der Mindestlohn steigt von 500 auf 1.000 Euro. Da die verfügbare Kaufkraft gleich bleibt, kostet ein Gut, das früher 500 Euro kostete, nun 800 Euro. Der Geringverdiener profitiert. Derjenige, der 1.500 Euro verdiente, erhält immer noch 1.500 Euro, zahlt aber 800 Euro für dieselbe Ware. Die Lohnskala komprimiert sich, und der Mittelstand trägt die Last.
Es gibt zwei Hauptgegenargumente. Erstens: Die Inflation ist in ganz Europa hoch, und der spanische SMI ist darin nur ein kleiner Faktor. Zweitens, was für liberale Narrative unbequemer ist: Die klassische Kritik an Mindestlohnerhöhungen war stets die Arbeitslosigkeit, selten die Inflation. Zudem kollidiert der Ruf nach freien Marktmechanismen bei der Lohnfindung mit der Realität von Oligopolen bei Produktionsmitteln und staatlichen Monopolen auf Währung und Finanzierung.
Sollte der Mindestlohn regional variieren?
Der Streit wird geografisch. Ein identischer SMI in Lugo und Madrid ignoriert, dass Wohnkosten – der größte Ausgabenposten für Arbeitnehmer – dort extrem unterschiedlich sind. Ein Teilnehmer argumentiert, dass ein Paar mit zwei Mindestlöhnen in Lugo relativ komfortabel lebt, bezweifelt dies aber für Madrid, wo die Kosten explodieren. Einige fordern, den Mindestlohn an regionale oder sogar lokale Preisindizes zu koppeln, und verweisen auf die USA, wo Kommunen eigene, höhere Mindestlöhne als Nachbarorte mit niedrigeren Preisen festlegen können.
Praktische Einwände betreffen die Mobilität: In Spanien ist es üblich, weit vom Arbeitsplatz entfernt zu leben. Eine Anpassung des Mindestlohns am Wohnort löst das Problem der Pendler nicht. Bezüglich der USA divergieren die Ansichten: Eine Seite sieht die Flucht aus den Stadtzentren als Folge urbaner Degradation, die andere argumentiert, dass finanzielle Zwänge, nicht Präferenzen, zu den Vororten treiben.
Gehört man zur Mittelschicht mit 40.000 Euro und Hypothek?
Die Diskussion dreht sich um die Definition der Mittelschicht. Ein Kriterium gewinnt an Bedeutung: Zur Mittelschicht gehört, wer keine Schulden hat oder diese aus liquiden Mitteln tilgen könnte. 40.000 Euro Jahresbrutto bei 200.000 Euro Hypothekenschulden passen nicht in diese Definition, auch wenn die Zahl attraktiv klingt. Diese Summe wird oft erst mit 28 Jahren erreicht, wenn das Vermögen noch minimal ist.
Das Haupthindernis ist der Wohnungsmarkt. Mit diesem Gehalt fallen geschützte Wohnungen (VPO) in Städten wie Zaragoza wegen Einkommensgrenzen raus, und der freie Markt treibt Preise auf 200.000 Euro. Die obere Lohnskala komprimiert sich, während die Immobilienpreise nach oben schießen.
Öffentliche Gehälter und die Klage der Leistungsträger
Eine verbreitete Meinung hält das Anreizsystem für invertiert: Wer am wenigsten beiträgt, verdient am besten. Beispiele sind Berufsschullehrer (FP), die neun Monate arbeiten und vierzehn Mal 1.900 Euro netto beziehen, oder frei ernannte Beamte in Rathäusern und autonomen Regierungen mit Gehältern von 2.000 bis 3.000 Euro. Die Gegenposition lautet: Der private Sektor zahlt so schlecht, dass der öffentliche Sektor nur vergleichsweise teuer wirkt. Je höher Verantwortung und Qualifikation im Privatsektor, desto perversos oft die Bezahlung. Am anderen Ende stehen nicht-contributive Renten und Hilfen bei 500 Euro, die nicht mit dem Mindestlohn steigen.
Bei komprimierten Löhnen, hohen Preisen und stagnierenden Top-Gehältern stellt sich die Frage: Wer zahlt wirklich die Rechnung für die Erhöhung des Mindestlohns?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (143 Antworten).
Der Bestand an Mietobjekten auf dem spanischen Portal Idealista fiel in nur 12 Tagen um 9,5 %, wobei Barcelona einen Rückgang von 83 % bei Langzeitmietern verzeichnete.
Sonsoles Ónega verweigert politische Themen in ihrer Sendung und kritisiert die Propaganda für Sánchez, während der Streit um unabhängige Medien eskaliert.