Mazón, Sánchez und 300 Tote: Die Erzählung über die DANA verschiebt sich
Eine Massendemonstration gegen einen regionalen Präsidenten führte, nach der am weitesten verbreiteten Version, zu einer Stärkung der Zentralregierung. Das ist der Kern des Konflikts. Die Ausgangszahlen sind hart: etwa 300 Tote, eine Zahl, die in der Debatte wiederkehrt, und eine Kette von Warnungen, die zu spät kamen. Laut einem kursierenden Bericht ging die E-Mail der Confederación Hidrográfica del Júcar um 18:43 Uhr raus, als der Barranco del Poyo bereits über die Ufer getreten war. Um 18:00 Uhr, so behauptet ein anderer Teilnehmer, habe der valencianische Präsident ein Restaurant verlassen. Auf diesem Kontrast basieren sowohl die Proteste als auch der Streit um die Schuldzuweisungen.
Wer ist für Warnungen und Katastrophenschutz zuständig?
Warnungen, Alarmierung und Katastrophenschutz fallen in die Zuständigkeit der autonomen Gemeinschaften. Dies ist der Punkt, der am häufigsten betont wird und darauf abzielt, dass die Generalitat (die Regionalregierung) hätte Alarm schlagen müssen, ohne auf andere zu warten. Die Paradoxie, so heißt es aus dieser Ecke, besteht darin, dass die Dezentralisierung jahrzehntelang als Weg verkauft wurde, die Verwaltung bürgernaher und effizienter zu machen. Nun verteilt diese gleiche Architektur die Verantwortung auf mehrere Behörden, und niemand unterzeichnet die Warnung.
Die Gegenseite bestreitet nicht die Zuständigkeit, sondern das Versäumnis. Die AEMET (Staatliche Meteorologische Agentur) und die Confederación Hidrográfica del Júcar (Flussbeiratsverwaltung) sind staatliche Organe, die dem Ministerium für Ökologischen Wandel unterstehen, das von Teresa Ribera geleitet wurde. Auch das Innenministerium und das Transportministerium hatten Kompetenzen regarding mobilisierbare Mittel bei einer Katastrophe. Wenn der Wasserpegel explodiert, hätte jemand mit den Daten in der Hand es laut sagen müssen. Und das hat er nicht getan.
Der Pegelstand, den niemand in einen Massenalarm übersetzte
Laut diesem Bericht bewegte die Rambla del Poyo eine Wassermenge, die fünfmal so groß wie die des Flusses Ebro war. Der Flussbeirat habe dies innerhalb von zweieinhalb Stunden erkannt und mit einer E-Mail reagiert, die erst gesendet wurde, als das Wasser bereits in die Häuser eingedrungen war. Diese Daten in einen telefonischen Massenalarm umzuwandeln, war nicht die Aufgabe eines Bereitschaftstechnikers um halb sieben abends, aber niemand tat es für ihn. Daraus ergibt sich die unbequemste Anschuldigung: Die Befehlskette funktionierte wie ein rein administrativer Vorgang.
Parallel dazu kursiert eine Information, die nirgends verifiziert ist, aber als wahr dargestellt wird: dass der Flussbeirat einen Monat vor der Flut eine Haftpflichtversicherung für Fahrlässigkeit abgeschlossen habe. Ohne Dokument ist dies ein Verdacht. Mit Dokument wäre es etwas anderes. In dieser Angelegenheit, mit Hunderten von Toten, ist der Unterschied zwischen Verdacht und Beweis alles entscheidend.
Von Letur bis Chiva: Das gleiche Muster, ein anderer Schuldiger
In Letur, in Castilla-La Mancha, starben laut einer Nachricht im Thread sieben Personen. Eine autonome Gemeinschaft, regiert von der PSOE (Sozialistische Arbeiterpartei), mit einem sozialistischen Bürgermeister, weder ein System für Massenwarnungen noch spätere Proteste. Dieser Kontrast wird als Beweis dafür angeführt, dass Vorwürfe nicht gleichmäßig verteilt werden, je nachdem, welche Partei die Regierung stellt. Es ist das am häufigsten wiederholte Argument, um zu erklären, warum sich die Empörung auf einen einzigen Namen konzentrierte.
Was die Straße rief und was die Medien berichteten
Die Banner der Demonstranten richteten sich, so Augenzeugen, gegen beide Verwaltungsebenen, ebenso die Gesänge. Die Medien hätten, so der Vorwurf, den Namen des Premierministers ausgeblendet und nur den profitabelsten Teil der Geschichte übernommen. Auf dieser Basis wurden Theorien über Unterwanderung und Organisation aus dem Schatten konstruiert, die keinerlei Beweise haben: Sie stützen sich auf Misstrauen, nicht auf Dokumente.
Es gibt zudem eine These, die über Parteikürzel hinausgeht und das gesamte Thema durchzieht: dass das Hauptproblem nicht in der Parteizentrale der PSOE (Ferraz) oder der PP liegt, sondern in einem Teil der Wählerschaft, die gegen ihre eigenen Interessen stimmt. Einfach zu formulieren, unmöglich zu beweisen. Aber es erklärt, warum eine Katastrophe mit hunderten Opfern zu einem Kampf um Zuschaueranteile geworden ist.
Katrina, Franco und die Frage der Infrastruktur
Der Vergleich mit dem Hurrikan Katrina wurde gezogen: Louisiana war demokratisch regiert, und die Bundesregierung brauchte lange, um die Nationalgarde einzusetzen. Es ist ein nützlicher Spiegel, um daran zu erinnern, dass die politische Farbe des Territoriums nicht immer bestimmt, wer zuerst handelt.
Und dann ist da die unbequeme These: Eine Flut lässt sich nicht dadurch stoppen, dass man früher warnt, sondern durch Infrastruktur, und seit Franco wird darüber nicht mehr diskutiert. Als Diagnose diskutierbar, aber sie weist auf ein Investitionsloch im Wasserbau hin, das keine Regierung offen ansprechen will, weil es Jahrzehnte der Ausgaben bedeuten würde.
Warum wurde nicht früher ein nationaler Notstand ausgerufen?
Das kursierende Argument ist juristisch: Wer heute sofortige und universelle Ausrufungen des Ausnahmezustands fordert, war derselbe Akteur, der die Regierung wegen der Ausrufung des Ausnahmezustands während der Pandemie vor Gericht brachte. Mit dieser Präzedenzfall prüfen die Rechtsdienste jedes Detail, bevor sie unterschreiben, und während sie prüfen, läuft die Notsituation weiter. Zynisch oder vorsichtig, je nach Blickwinkel.
Bleibt die verwirrende Tatsache: Der härteste Protest gegen die PP in Valencia hat dazu geführt, dass ganz Spanien diskutiert, ob das eigentliche Problem Sánchez ist. Wenn diese Erzählung hält, hat jemand gewonnen, ohne ein Papier zu bewegen. Wer?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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