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Spanien ist keine Diktatur: Die Fälle, die diese Behauptung auf die Probe stellen
Die PSPV erstattet gegen die Präsidentin der valencianischen Corts wegen Beleidigung Anzeige, weil sie Sánchez einen 'korrupten Mafiapaten' nannte. Das Diktatur-Narrativ steht im Raum.
Das spanische Diktatur-Narrativ landet bei der Staatsanwaltschaft
Spanien ist keine Diktatur. Das weiß jeder, der einen Amtsträger laut beleidigt und ohne Handschellen nach Hause gegangen ist. Unangenehm ist nicht diese Selbstverständlichkeit, sondern dass man sie immer häufiger beschwören muss: Die institutionelle Reaktion auf politische Kritik verläuft zunehmend auf gerichtlichem Weg, und das macht die Demokratie zu etwas, das vor Gericht verteidigt werden muss.
Der meistzitierte Fall hat konkrete Namen. Llanos Massó (Vox), Präsidentin der valencianischen Corts (des Regionalparlaments), nannte den Ministerpräsidenten in den sozialen Medien einen 'korrupten Mafiapaten'. Die PSPV, die sozialistische Partei der Region Valencia, erstattete wegen Beleidigung Anzeige. Derselben Politikerin wird ein weiterer Ausfall zugeschrieben, diesmal über die Ernennung einer Ministerin — die, ihrem Spott zufolge, nicht wusste, was ein ERTE (Spaniens Kurzarbeitsprogramm) ist — als Kandidatin für den Posten an der Spitze der Internationalen Arbeitsorganisation.
Von der Beleidigung zum Ermittlungsverfahren
Der Mechanismus funktioniert in alle Richtungen. Compromís brachte Äußerungen des Vox-Politikers Figaredo zur Staatsanwaltschaft, in denen er laut Anzeige dazu aufgerufen haben soll, nach Ceuta gelangte Migranten zu 'jagen' und zu 'fischen'. Eine Rede, die der Anzeigenerstatter als faschistisch bezeichnete. Auf der anderen Seite fehlte es nicht an Stimmen, die verlangten, die Anschuldigungen gegen den Ministerpräsidenten dürften vor der Staatsanwaltschaft nicht ungesühnt bleiben.
Dort liegt der Knoten. Wenn Beleidigungen strafrechtlich verfolgt werden: Wird die Institution geschützt oder wird der Raum des Sagbaren verengt? Die vollständige Akte, mit der Chronologie jeder Anzeige und den genannten Personen, ist aussagekräftiger als die Schlagzeile, auf die die Nachrichtensendungen alles reduzieren.
Das Tyrannei-Argument und seine Kehrseite
Zwei Narrative kreuzen sich, ohne sich zu berühren. Das eine behauptet, Respekt vor Andersdenkenden sei das verfassungsmäßige Fundament und die Normalisierung der Verachtung das Einfallstor für etwas Schlimmeres. Das andere erwidert, der beste Beweis, dass es keine Diktatur gibt, sei, dass die Beleidigung noch existiert — und dass ihre Verfolgung genau so beginnt der Übergang zur Tyrannei. Eine andere Beweisart als die übliche verlangt vorerst niemand.
Man sollte das Elementare nicht aus den Augen verlieren. In einer Diktatur wird nicht diskutiert, ob man eine ist. Man ist eine. Wenn die Sache zum Material für Staatsanwaltschaft, Anzeige und Gegeninterpretation wird, dann liegt ein politischer Konflikt mit juristischer Verpackung vor.
Juweelen von 2007 und eine Uhr, die nicht läuft
Die Gerichtsakte ergänzt um ein eigenes Detail. Im Fernsehen wurde verteidigt, die Juweelen im Zentrum der Kontroverse seien ein Geschenk vom 19. Juni 2007 gewesen und der Fall sei 'längst verjährt'. Das Argument dient dazu, die Anschuldigung zu entkräften und nebenbei zu fordern, dass eine Lüge nicht dadurch zur Wahrheit wird, dass man sie oft genug wiederholt. Das Datum ist das Einzige, was niemand bestreitet.
Keine dieser Fragen ist mit einer Anzeige abgeschlossen. Wenn der Trend anhält — und es gibt keine Anzeichen, dass der juristische Tropfenstoß aufhört —, ist absehbar, dass auch die nächste Beleidigung eines Amtsträgers vor der Staatsanwaltschaft landet und der nächste Bericht über Tyranneien von jemandem in Robe unterzeichnet wird. Allerdings ist jede Prognose zu dieser Sache inzwischen etwa so verlässlich wie eine Umfrage mit zwei Jahren Vorlauf.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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