Spanien: García-Gallardo plantiert neue Partei rechts von Vox

Der ehemalige Vizepräsident von Castilla y León prüft eine neue politische Formation mit Fokus auf Remigration. Vox hat bereits ein Disziplinarverfahren gegen ihn eingeleitet.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spanien: García-Gallardo plantiert neue Partei rechts von Vox
García-Gallardo plantiert neue Partei rechts von Vox

Juan García-Gallardo, ehemaliger Vizepräsident von Castilla y León, hat bei Vox ein laufendes Disziplinarverfahren offen, das laut dem Generalsekretär der Partei, Ignacio Garriga, „wahrscheinlich“ in einem Ausschluss enden wird. Während dieses Verfahren läuft, arbeitet der junge Anwalt aus Burgos bereits an seiner Zukunft außerhalb der von Santiago Abascal geführten Partei: Seit Monaten sondiert er mit anderen jungen Leuten die Möglichkeit, eine neue Gruppierung rechts von Vox zu gründen. Diese soll auf drei Säulen basieren: Ablehnung der Regierung von Benjamin Netanyahu, Priorisierung jugendlicher Forderungen und ein ehrgeiziger Plan zur „Remigration“. Am 11. April wird er in Madrid an der ersten Konferenz über Remigration in Spanien teilnehmen – ein Ereignis, das in der Praxis als Vorbote dieses Projekts dient.

Was genau der ehemalige Vizepräsident plant

Die Worte, die die Ankündigung begleiten, sind nicht übertrieben. „Ich will eine Partei mit einem ernsthaften und realen Plan zur Remigration. Ich will eine Partei, die nicht nur die Stimmen der Jugend sucht, um die Forderungen der Älteren zu bedienen. Ich will eine Partei, die nicht der Fußabtreter irgendeiner ausländischen Regierung ist. Ich will eine Partei, die Spanien an erste Stelle setzt“, so García-Gallardo. Das Paket ist stimmig: ein Diskurs, der eine harte Migrationspolitik fordert, eine junge Wählerbasis anstrebt und eine Kehrtwende in der Außenpolitik gegenüber der bisherigen Linie von Vox vorsieht.

Der Zeitplan ist dabei entscheidend. Die Konferenz am 11. April ist keine gewöhnliche Kundgebung, sondern ein Fachforum zum Thema Remigration. Dieser Begriff, der bis vor Kurzem noch als Tabu galt, beginnt nun im öffentlichen Raum Spaniens als feststehender Begriff zu kursieren. Und derjenige, der ihn ins Rampenlicht rückt, war noch vor wenigen Monaten Vizepräsident einer Autonononregion.

Die unmittelbare Reaktion: Skepsis und Stimmenzerplitterung

Die häufigste Reaktion verneint nicht die Diagnose, sondern die Wirksamkeit des Heilmittels. Das dominierende Argument lautet, dass eine neue Partei rechts von Vox den ohnehin schon zersplitterten Raum weiter fragmentieren würde, was voraussichtlich den gegnerischen Block stärken könnte. „Genau das brauchen wir: noch eine Partei, um die Stimmen der Rechten zu spalten“, so eine der am häufigsten vertretenen Positionen. Das Wahlrecht und die Präsenz anderer Formationen in diesem Spektrum machen es, so wird argumentiert, sehr schwierig, ein solches Projekt in Mandate zu verwandeln.

Es gibt eine zweite, tiefergehende Kritik: Vox hat es in zwölf Jahren nicht geschafft, in Spanien zu regieren, und für eine neue Partei wäre dies noch schwieriger. Hinzu kommt der Verdacht, dass das Projekt eher aus persönlicher Kalkulation entspringt – die Rückkehr an die erste Reihe, staatliche Vergütungen oder Rache an der Parteiführung, die das Verfahren gegen ihn eingeleitet hat – als aus einer realen Forderung der Wähler. Kenner der Person werfen ihm mangelndes Charisma vor, um eine solche Operation zu leiten.

Die Lücke, die Vox laut Kritikern offen lässt

Der Punkt, an dem die Debatte für die Abascal-Partei unangenehm wird, ist das Thema Migration. Ein Teil der Analyse besagt, dass Vox zwar hart über die Einwanderung aus sarracinischen Ländern spricht, aber ein kalkuliertes Schweigen über die aus Lateinamerika bewahrt. Dieses Schweigen, das über längere Zeit anhält, hinterlasse eine Lücke rechts der Partei. „Nein, was wir brauchen, ist VOX, das die Türen von Barajas für ganz Südamerika öffnet“, ironisiert einer der meistbewerteten Kommentare.

Die Kritik wird durch die Außenpolitik ergänzt: Manche werfen Vox die Ausrichtung auf die NATO, den angloamerikanischen Block und Israel vor und sehen darin den Grund, warum ein Teil der potenziellen Basis wegschaut. Die von García-Gallardo propagierte Ablehnung der Regierung Netanyahu wird in diesem Kontext als Versuch gelesen, in Gewässern zu fischen, in denen die führende Partei sich nicht bewegen kann, ohne sich zu widersprechen.

Das Kernproblem: Remigration als Rahmen, nicht als Maßnahme

Jenseits der Parteibuchstaben ist das Interessante, dass die Remigration als fester Begriff in den öffentlichen Diskurs eingetreten ist. Wer das Projekt verteidigt, betrachtet es als eine Verschiebung des akzeptablen Rahmens: Eine Idee zu etablieren, die heute unrealistisch klingt, damit sie mit der Zeit von anderen Formationen – einschließlich Vox – als eigene übernommen wird. Es folgt der Logik, das Fenster des Diskutierbaren zu verschieben, anstatt morgen eine Wahl zu gewinnen.

Dem gegenüber steht technischer Skeptizismus. Selbst wenn das Ziel akzeptiert würde, erfordere die Umsetzung ernsthafte Abkommen mit Drittstaaten und einen überprüfbaren Zeitplan, andernfalls bliebe es bei einer Ankündigung, die beim ersten Kontakt mit der Verwaltungswirklichkeit zerfällt. Zudem schwebt die Frage im Raum, ob der Initiator selbst die Absicht hat, etwas umzusetzen, oder ob er nur den diskursiven Raum besetzen will, den Vox offen lässt.

Wie es nun weitergehen könnte

Das laufende Verfahren bei Vox und die Konferenz am 11. April bestimmen das unmittelbare Tempo. Sollte der Ausschluss vollzogen werden, hat García-Gallardo das Narrativ, das er braucht: das eines Mannes, der geht, weil er rausgeworfen wurde. Sollte er bleiben, muss er erklären, warum er in einer Formation verbleibt, die er gerade als unzureichend dargestellt hat. In beiden Szenarien hängt das Projekt nicht von einem einzelnen Akt ab, sondern davon, ob es Struktur, Finanzierung und Kandidaturen in einer Wahllandschaft findet, die Neuheiten keine Belohnung zuteilt.

Es bleibt ein Fakt, der sowohl Eingeweihte als auch Außenstehende verwirrt: Die Partei, die sich als Lösung anmeldet, existiert seit Monaten nur in Gesprächen, während das Problem, das sie zu lösen vorgibt, bereits seine eigene Konferenz in Madrid hat.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (102 Antworten).

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