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Spanien debattiert Wahlrechtsreform mit 400 Abgeordneten
Der spanische Kongress hat 350 Sitze und eine Drei-Prozent-Hürde je Provinz. Eine Reform könnte die Zahl auf 400 Abgeordnete erhöhen und einen landesweiten Wahlkreis einführen.
Die vorgeschlagene Wahlrechtsreform würde den Kongress auf 400 Sitze erweitern, das verfassungsrechtliche Maximum, und müsste sich entscheiden, ob die majoritäre Verzerrung vertieft oder ein ausgleichender landesweiter Wahlkreis eingeführt wird. Das Ergebnis wäre sehr unterschiedlich: weniger nationale Zünglein-an-der-Waal-Parteien im ersten Fall, mehr Fragmentierung im zweiten.
Das spanische Wahlsystem ist nicht rein proportional und war es nie. Die Verfassung schreibt eine proportionale Stimmverteilung vor, doch das Gesetz, das sie umsetzt, tut dies mit einer Verzerrung zugunsten der beiden großen Parteien. Der Schlüssel liegt im Provinzwahlkreis: In großen und mittleren Provinzen entspricht die Sitzverteilung annähernd der Proportionalität, in kleinen Provinzen funktioniert das System fast wie ein Majorzsystem. Da es viele kleine Provinzen gibt, fällt das Endergebnis zugunsten der Parteien aus, deren Stimmen sich über das ganze Land verteilen.
## Von der UCD bis zur unvollkommenen Zweiparteienherrschaft
Der ursprüngliche Entwurf zielte darauf ab, dass eine Partei mit rund **35%** der landesweiten Stimmen allein regieren kann, mit punktueller Unterstützung. Und es funktionierte. Jahrzehntelang begünstigte das System ein unvollkommenes Zweiparteiensystem: zuerst **UCD** und **PSOE**, später **PP** und **PSOE**. Die dritt- und viertstärksten nationalen Parteien sind die größten Verlierer, denn ab **20%** der Stimmen gibt es Überrepräsentation, und unter dieser Schwelle verteilt das System die Sitze nicht proportional.
Den extremsten Punkt dieses Modells erreichte das System **2011**, als **PP** und **PSOE** zusammen **90%** der Kongresssitze gewannen. Die tatsächliche Hürde für eine solide Fraktion lag bei rund **15%** der landesweiten Stimmen, eine sehr hohe Schwelle. Die existierenden Zünglein an der Waal waren keine nationalen, sondern nationalistische oder regionalistische Parteien, begünstigt durch ihre Dominanz in bestimmten Wahlkreisen.
## Der Wandel von 2011 und das Blockmodell
Ab **2011** ändert sich die Lage. Vier starke nationale Parteien entstehen, jede über **15%** der Stimmen: **PP**, **PSOE**, **Ciudadanos** oder **VOX**, und **Podemos** oder **Sumar**. Der Höhepunkt dieses Prozesses kam **2019** mit der ersten Koalition in der Nationalregierung: **PSOE** und **Podemos**, später abgelöst durch **Sumar**.
Es entstand ein Blockmodell. Jeder Block hat zwei Parteien, und es gibt keine starke nationale Mitte-Partei, die als Zünglein an der Waal fungiert. **Ciudadanos** versuchte es und verschwand: Die Partei schloss im Kongress ein Abkommen mit der **PSOE** ohne ausreichende Mehrheit und später Regierungsabkommen mit der **PP** in Regionen. **2023** übernahm **Junts** die Rolle des Züngleins an der Waal.
## Die zwei Modelle auf dem Tisch
Wenn die Umfragen recht behalten und der Block aus **PP** und **VOX** **2026** eine breite absolute Mehrheit erreicht, hätte er Spielraum für eine Reform des Wahlgesetzes. Es gibt zwei Wege, beide unter Beibehaltung der verpflichtenden **2** Sitze je Provinz und ohne die Möglichkeit eines reinen Majorzsystems, da die Verfassung dies verbietet.
Der erste vertieft die majoritäre Verzerrung: Erhöhung auf **400** Sitze, das erlaubte Maximum, und Anwendung eines gemischten Modells in jeder Provinz mit einer proportionalen und einer majoritären Hälfte mit Einzelwahlkreisen. Er begünstigte zwei große Koalitionen, **PP** und **VOX** gegen **PSOE** und ein breites Bündnis. Der zweite behält den Provinzwahlkreis bei, ebenfalls mit **400** Sitzen, und schafft einen landesweiten Wahlkreis, um kleine nationale Parteien zu kompensieren. Er begünstigt große nationale Parteien, die **PP** und **PSOE** ersetzen könnten, bringt aber mehr Fragmentierung und mehr Regierungsinstabilität.
## Die Fünf-Prozent-Hürde und offene Listen
Das Europäische Parlament hat eine Norm verabschiedet, die jedes nationale Parlament verpflichtet, die Eintrittshürde auf **5%** festzulegen. Im spanischen Kongress liegt sie bei **3%** je Provinzwahlkreis und wurde nie angewendet. Würde sie je Wahlkreis angewendet, würde dies kleine nationale Parteien und einige nationalistische oder regionalistische benachteiligen. Würde sie landesweit angewendet, müssten die nationalistischen Parteien große Koalitionen bilden, wie bei den Wahlen zum Europäischen Parlament.
Ein weiterer Baustein wäre die Entblockung der Listen und die Zulassung offener Listen in den proportionalen Segmenten. Die Folge wäre das Ende der Parteidisziplin in ihrer heutigen Form. Das D'Hondt-Verfahren, eine mathematische Formel, trägt eine Anschuldigung, die ihm nicht zusteht: Der Mangel an Proportionalität ergibt sich vor allem aus der Größe des Provinzwahlkreises, nicht aus der Methode der Restsitzverteilung.
Wenn nichts reformiert wird, wiederholt sich der Zyklus, der **1978** begann: ein unvollkommenes Zweiparteiensystem mit **PP** und **PSOE** an der Spitze der nationalen Politik. Jede Änderung in diesem Bereich betrifft politische Rechte und das Funktionieren der Institutionen, daher sollte sie anhand offizieller Quellen und rechtlicher Beratung geprüft werden, bevor sie als sicher gilt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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