Estás usando un navegador desactualizado. Es posible que no muestre este u otros sitios web correctamente. Debe actualizar o usar un navegador alternativo.
Spanien: BIP wächst, aber Pro-Kopf-Einkommen stagniert
In Spanien steigt das BIP durch mehr Arbeitskräfte, doch das Pro-Kopf-Einkommen verharrt seit zwei Jahrzehnten auf dem Niveau. Analyse zu Migration und Produktivität.
Warum das BIP steigt und das Pro-Kopf-Einkommen nicht zulegt
Ein wirtschaftspolitischer Kommentar stellte vor wenigen Tagen die These auf: Ohne Migranten kein Wohlstand. Die Argumentation lautete, dass die spanische Wirtschaft in den Abstieg gerät, wenn sie im nächsten Jahrzehnt nicht Millionen von Menschen aus anderen Ländern anzieht. Dabei wurde ein konkretes Datum genannt: Ab 2029 werden qualifizierte Fachkräfte fehlen, weil die Erwerbsbevölkerung schrumpft. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Der Titel verspricht eine Diskussion über das Pro-Kopf-Einkommen; der Text selbst behandelt jedoch primär das Bruttoinlandsprodukt (BIP).
Das ist kein unwesentlicher Unterschied, wie jeder weiß, der einmal zwei Diagramme verglichen hat. Das BIP misst die Größe des Kuchens. Das Pro-Kopf-Einkommen misst, was jedem Gast davon zusteht. In Spanien stagniert dieser zweite Wert seit zwanzig Jahren, und auf dieser Widersprüchlichkeit baut sich eine Debatte auf, die Demografie, Löhne und Renten vermischt.
Das BIP steigt, das Einkommen pro Kopf nicht
Der Beitrag hebt hervor, dass die Regionen mit dem höchsten Ausländeranteil am stärksten wachsen, wobei die Balearischen Inseln sowohl bei der Bevölkerung als auch bei der Wirtschaftsleistung an der Spitze stehen und Extremadura das Schlusslicht bildet. Eine andere Zeitung griff dieselbe Korrelation auf: Mehr Zuwanderung bedeutet höheres BIP. Bis hierhin korrekt.
Der entscheidende Punkt kommt danach. Dass das nominale BIP wächst, bedeutet nicht, dass der durchschnittliche Einwohner reicher wird. Wenn mehr Arbeitskräfte hinzukommen und die Produktion weniger stark steigt als die Bevölkerung, sinkt das Ergebnis pro Kopf. Das ist reine Arithmetik, keine politische Haltung. Die Korrelation zwischen Bevölkerung und BIP sagt nichts über das Einkommen pro Kopf aus, und auf diesem Missverständnis basiert ein großer Teil der offiziellen Erzählung.
Das Modell, das billige Arbeitskräfte braucht
Tourismus, Landwirtschaft, Bauwesen und Pflege. Dies sind die Sektoren, die am meisten Beschäftigung schaffen und gleichzeitig am schlechtesten bezahlt werden. Sie konkurrieren über Preise, nicht über Mehrwert, und um ihre schmalen Margen zu halten, benötigen sie niedrige Löhne. Solche Löhne akzeptiert nur, wer neu angekommen ist und kein soziales Netz hat; der einheimische Arbeitnehmer, dessen Miete explodiert, zieht dies nicht einmal in Betracht.
Der Kreislauf schließt sich selbst. Ein ständiger Zustrom von Arbeitskräften, die bereit sind, fast alles zu tun, perpetuiert den Sektor mit geringer Produktivität und hemmt Investitionen in Technologie. Manche nennen dies einen komparativen Vorteil; von innen betrachtet ähnelt es eher einer Falle. Und solange diese Reserve an Billigarbeit existiert, kommt die hochwertschöpfende Wirtschaft nicht richtig in Gang.
Zwei Jahrzehnte Stillstand beim Pro-Kopf-Einkommen
Die am häufigsten wiederholte Diagnose lautet, dass das Pro-Kopf-Einkommen seit zwanzig Jahren stagniert. Und die Aufschlüsselung der regionalen Wachstumszahlen im Vergleich zur Bevölkerungszuwanderung ergibt eine Sequenz, die nicht zum Optimismus des Titels passt. Spanien habe relative Positionen in Europa verloren, seit die Tore für ungelernte Einwanderer geöffnet wurden, so die Vertreter dieser Analyse. Demgegenüber steht das Gegenargument: Ohne diese Erwerbsbevölkerung wäre das BIP geschrumpft und die Anpassung härter gewesen.
Dazwischen liegen die Preise. Einige Analysen behaupten, dass es mit 40.000 Euro Jahreseinkommen unmöglich sei, in vielen Teilen des Landes Wohnraum zu erwerben. Das Durchschnittseinkommen steigt; die Lebenshaltungskosten steigen stärker.
Die ersten Wellen erreichen bald das Rentenalter
Die Demografie wartet nicht. Im Jahr 1985 kamen etwa 20.000 ausländische Personen nach Spanien. Anfang der Neunziger waren es rund 50.000. Die ersten großen Kontingente konzentrierten sich auf die Jahre 1995 bis 2000, nachdem bereits Ende der Achtziger und Anfang der Neunziger viele Rumänen und Marokkaner eingetroffen waren. Heute spricht man, nach einer im Diskurs kursierenden Schätzung, von etwa zehn Millionen Einwohnern mit Migrationshintergrund.
Wer damals mit zwanzig oder dreißig Jahren kam, ist heute fünfzig oder sechzig. Es fehlt nur noch ein Cent, bis sie in Rente gehen. Und damit beginnt der zweite Abschnitt des Problems: Wer behauptet, dass Migration die Renten finanziert, liegt nur so lange richtig, wie die Neuankömmlinge jung sind und die Rentner dieses Ursprungs eine Randgruppe bleiben. Wenn die erste Generation, die auf niedriger Basis eingezahlt hat, beginnt, Gesundheitskosten und Renten zu beziehen, kippt das Gleichgewicht.
Kann man die Grenze kontrollieren und zu welchen Kosten?
Es wird argumentiert, dass dies möglich sei. Die vorgeschlagenen Maßnahmen sind Standard: maritime und luftgestützte Überwachung mit ausreichenden Mitteln, beschleunigte Abschiebungen und Rückführungsabkommen mit Herkunfts- und Transitländern. Die Haushaltskosten werden als geringer dargestellt als die des aktuellen Systems – doch genau hier liegt der unklare Teil.
Die realen Kosten wären anders. Eine solche Wende würde frontal mit Brüssel kollidieren, und das lässt sich nicht in Euro-Budgetposten messen. Die Debatte bleibt daher im Bereich der Prinzipien: Kann Spanien sich das Modell niedriger Löhne leisten, oder muss es die Produktivität steigern, bevor die Demografie es überholt?
Was die Datenanalyse zeigt, ist eine ungelöste Spannung. Die Anziehung von Bevölkerung stützt das BIP und entlastet kurzfristig das Rentensystem. Gleichzeitig übt sie Druck auf Löhne, Mieten und Dienstleistungen aus. Man kann entweder mit mehr Menschen wachsen oder mit der bestehenden Bevölkerung wohlhabender werden. Beides gleichzeitig hat noch niemand geschafft, und hier steckt die Rechnung genau an diesem Punkt fest.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (218 Antworten).
Deutsch gilt als rau, ist aber die Sprache der größten Volkswirtschaft Europas. Eine Analyse des Paradoxons zwischen ästhetischer Abneigung und wirtschaftlicher Rentabilität.
Forumsdebatte führt Aussage eines Rechtsaußen-Politikers zurück auf fehlende Kaufkraft junger Menschen. Genannte Kosten: Führerschein, Versicherung, Gebrauchtwagen.
Ein Forenteilnehmer warnt, dass geopolitische Spannungen im Golf, der Ukraine und Asien zu Rationierungen in Europa innerhalb weniger Wochen führen könnten.