Spanien-Bahnuntersuchung: Gleis aus 1989 statt neu verlegt?

Ermittlungen legen nahe, dass bei der Erneuerung der Strecke in Adamuz ein Gleis von 1989 wiederverwendet wurde. Der Unfall forderte 45 Todesopfer und kostete 700 Millionen Euro.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Gleiserneuerung in Adamuz: 700 Millionen und ein Gleis von 1989

Eine Recherche von Cordópolis, geleitet von Nacho Escolar, deckte auf, dass das Gleis, auf dem der Zug in Adamuz entgleiste und 45 Menschen töteten, möglicherweise nicht erneuert wurde, obwohl der Wartungsvertrag 700 Millionen Euro umfasste. Das betroffene Teilstück, hergestellt 1989, weist Ermüdungserscheinungen auf, die der offiziellen Darstellung einer umfassenden Erneuerung widersprechen. Der Verdacht: Ein altes Gleis wurde versetzt, statt ein neues zu installieren.

700 Millionen Zweifel

Die für die Streckenerneuerung vorgesehenen 700 Millionen Euro sind infrage gestellt. Verschiedene Analysen deuten darauf hin, dass ein erheblicher Teil des Budgets nicht zu tatsächlichen Verbesserungen vor Ort führte. Die Tatsache, dass 4 der 7 Inspektionszüge des Netzes seit zwei Jahren außer Betrieb sind, erschwert die offizielle Erzählung zusätzlich. Wenn die Kontrolltechnik nicht funktioniert, wie wurde dann die Sicherheit des Gleises zertifiziert?

Einige Stimmen verteidigen, dass das Gleis nicht ersetzt, sondern repariert wurde, eine übliche Praxis, wenn das Material als akzeptabel gilt. Jedoch deutet der Bruch des Schienenstahls auf einen Verschleiß hin, der mit den Sicherheitsstandards für Hochgeschwindigkeitszüge unvereinbar ist.

Recycling oder Betrug?

Das Argument der "Kreislaufwirtschaft" wurde von Baufirmen genutzt, um die Wiederverwendung von Materialien zu rechtfertigen, aber in diesem Fall hat es sich in einen Betrugsverdacht verwandelt. Ein Baubericht soll angeblich einen Recyclinganteil von 50 % bei den verwendeten Materialien hervorgehoben haben, eine Zahl, die viele als Ausrede ansehen, Kosten auf Kosten der Sicherheit zu senken.

Die unbeantwortete Frage lautet, ob diese 700 Millionen tatsächlich investiert wurden oder ob sie zweckentfremdet wurden, etwa für Provisionen oder Ausgaben, die nichts mit der Bahnwartung zu tun haben.

Haftstrafe für die Verantwortlichen?

Die Hypothese, dass das Gleis nicht erneuert wurde, führt zu einem Szenario strafrechtlicher Verantwortung. Sollte bestätigt werden, dass öffentliche Gelder nicht korrekt verwendet wurden, reichen die Implikationen bis zur Führungsebene von Adif (dem spanischen Eisenbahninfrastrukturunternehmen) und dem Verkehrsministerium. Eine Dynamik des "Sündenbocks" ist absehbar: Man wird einen Techniker oder Subunternehmer suchen, während hochrangige Beamte "Bestürzung" zeigen. Aber die Schwere des Unfalls mit 45 Toten verlangt mehr als nur Gesten.



Der Fall Adamuz hat die Debatte über die Qualität der Eisenbahnwartung in Spanien wieder entfacht. Die Ermittlungen laufen weiter, doch Skepsis dominiert: Daten und Widersprüche deuten darauf hin, dass das System, das für die Sicherheit sorgen sollte, katastrophal versagt hat.

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