Ábalos lügt ohne sein Lächeln zu verlieren: die Kunst, Vito Quiles auszuweichen

José Luis Ábalos stellte sich Vito Quiles, ohne eine Miene zu verziehen: Er lügt, weicht aus und lächelt. Eine Analyse eines Politikers, der die Kunst beherrscht, nichts zu sagen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Ábalos lügt ohne sein Lächeln zu verlieren: die Kunst, Vito Quiles auszuweichen

Der ehemalige spanische Verkehrsminister José Luis Ábalos setzte sich dem Journalisten Vito Quiles gegenüber und bewies, warum manche ihn als geborenen Überlebenden betrachten. Ohne sich aus der Ruhe bringen zu lassen, ohne Beleidigungen, ohne kaputte Mikrofone: Er log einfach mit der Selbstverständlichkeit eines Mannes, der seit Jahrzehnten im Geschäft ist. Das Interview vom vergangenen Mai hat die Debatte über den Stil einer alten politischen Garde neu entfacht, die nicht mehr schreien muss, um Fragen auszuweichen.

Ein Salon-Torero vor unbequemen Fragen

Als Erstes fällt die Abwesenheit von Nervosität auf. Ábalos geht nicht in die Offensive, wird nicht angespannt, verfällt nicht in den Opferrollen-Modus anderer Politiker, wenn die Fragen zuspitzen. Er legt einfach seine Version dar und macht weiter. Auf die Frage nach den angeblichen Zahlungen an Prostituierte im Parador de Teruel (einem staatlichen Hotel in Spanien) war seine Antwort chirurgisch: „Es gibt keine Beweise." Punkt. Weder eine klare Ablehnung noch ein Eingeständnis, ein Fint, der den Zweifel in der Luft hängen lässt, aber keine Spur hinterlässt.

Die Zuschauer des Interviews heben sein Gespür für Timing hervor. Auf die Frage nach dem angeblichen Prunkhaus in Kolumbien und Peru antwortet er gelassen, dass es Falschmeldungen waren. Aber er legt keine Unterlagen vor, widerlegt nichts mit Fakten: Er spielt mit der Ambiguität. Das ist die Technik eines Politikers, der in tausend Schlachten gestählt ist: Er weiß, dass man die Erzählung mehr durch die Form als durch den Inhalt gewinnt.

Zynismus als Tugend der alten Schule

Was die Analysten spaltet, ist die Frage, ob dieser Zynismus harmlos ist oder ein Symptom tieferer Korruption. Einerseits gibt es Stimmen, die behaupten, Ábalos sei ein „harmloser Schuft", ein moderner Gauner, der nicht an Politik glaubt und die Macht nicht ernst nimmt. „Er verlangt nichts weiter als Nutten und Koks", fassen manche zusammen und vergleichen seinen Stil mit Torrente, der Figur von Santiago Segura. In dieser Lesart wäre Ábalos das kleinere Übel in einer PSOE (Spaniens sozialistischer Partei), die sich immer weiter von ihrer Basis entfernt.

Aber dieser nachsichtigen Sichtweise halten andere entgegen, dass wir hier über einen Ex-Minister sprechen, der in mehrere Korruptionsfälle verwickelt ist, der nach einer Party mitten in der Pandemie aus der Regierung entfernt wurde und der laut Justizquellen noch immer mehrere Ermittlungen über sich ergehen lassen muss. Seine Fähigkeit, bei Fragen unbeweglich zu bleiben, wäre keine Tugend, sondern die Maske eines Mannes, der weiß, dass das System ihn schützt. „Er hat Sánchez an den Eiern", hieß es in den sozialen Medien.

Der Kontrast zur neuen Politik[/ZISE]

Einer der am häufigsten genannten Punkte ist der Vergleich mit anderen linken Politikern wie Pablo Iglesias oder Juan Carlos Monedero, denen vorgeworfen wird, sie seien „struppig" und verlören bei harten Fragen die Nerven. Ábalos hingegen würde besser in die Tradition der alten Füchse der spanischen Transition passen: Rajoy, Rubalcaba, Acebes. Leute, die wussten, was Politik ist: ein Spielbrett der Interessen, in dem die Lüge nur ein Werkzeug unter anderen ist.

Manche rechnen aus, dass Ábalos, weil er nicht „proge" ist, weil er die aus den USA importierten neuen Ideologien nicht umarmt, sogar bei bestimmten Wählern der Rechten sympathisch ankommt. Ein korrupter Typ der alten Schule, der stiehlt, aber nicht die westliche Demografie zerstört. Ein Profil, das paradoxerweise für die Gesellschaft weniger schädlich sein könnte als das der neuen messianischen Politiker.

Die eigentliche Debatte: Ist die Form wichtiger als der Inhalt?

Was das Interview hinterlässt, ist ein bitteres Gefühl. Einerseits stellt die Öffentlichkeit fest, dass ein Politiker lügen kann, ohne eine Miene zu verziehen, und gestärkt daraus hervorgehen kann. Andererseits wird Ábalos selbst zum Spiegel, in dem viele ihr Misstrauen gegenüber der politischen Klasse sehen. Wenn ein Lügner mit Charisma und guten Manieren besser ist als ein ehrlicher Brüller, dann ist das Problem tiefer, als es scheint.

Währenddessen laufen die Ermittlungen im Fall Ábalos weiter. Das Interview mit Vito Quiles klärt nichts auf, hinterlässt aber eine Lehre: In der Politik ist manchmal der Gefährlichste nicht der, der wütend wird, sondern der, der lächelt, während er die Wahrheit begräbt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (91 Antworten).

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