A1-Beamtenprüfungen: Unbesetzte Stellen und zu geringe Vergütung
Die Wettbewerbe für höhere Beamtenlaufbahnen (Cuerpos Superiores) der Generalverwaltung des Staates (AGE) bleiben oft unbesetzt. Dies ist keine Legende: Bei einigen Ausschreibungen fallen Kandidaten nach jahrelangem Studium kollektiv durch oder treten gar nicht erst an. Die Paradoxie besteht laut Bewerbern darin, dass es nicht an Kandidaten mangelt, sondern an einer explosiven Mischung aus überdimensionierten Lernplänen, Gehältern, die mit denen von autonomen Regionen und Kommunen nicht konkurrieren können, sowie der Last, nach Madrid umziehen zu müssen, wo das Gehalt die Miete kaum deckt.
Das Ergebnis ist ein absurder Trichter. Es werden Stellen ausgeschrieben, wenige bewerben sich, und am Ende bleibt die Hälfte oder mehr vakant. Gleichzeitig stellen jene, die bestehen, fest, dass ein A1-Beamter in der AGE je nach Bericht halbe Gehälter im Vergleich zu Kollegen in autonomen Regionen erhält. Die unbequeme Frage lautet: Ist es so einfach, Beamter in Spanien zu sein? Die kurze Antwort ist nein. Die lange Antwort ist, dass das System so schlecht konzipiert ist, dass selbst jene, die es wollen, es nicht schaffen.
Überfordernde Lernpläne und abschreckende Prüfungen
Die erste Hürde ist der Stoff. Bewerber beschreiben eine kaum überschaubare Menge an Lehrmaterial, bei dem sich legislative Details von Ausschreibung zu Ausschreibung ansammeln. Es geht nicht nur ums Auswendiglernen: Themen müssen mündlich vorgetragen, Übungen entwickelt und gegen Menschen konkurrenzfähig bestanden werden, die seit Jahren üben. Ein A1-Kandidat berichtet, dass dieses Jahr eine der sieben Prüfungen – die schwierigste, schriftliche Ausarbeitung – gestrichen und die Zeit für den mündlichen Vortrag von 20 auf 15 Minuten pro Thema verkürzt wurde. Die Frage ist, ob dies den Zugang erleichtert oder das Problem nur kaschiert.
Der Mangel an regelmäßigen Ausschreibungen verschärft den Engpass. Wenn es nicht jedes oder jedes zweite Jahr Prüfungen gibt, wird die Zahlung einer Akademie und jahrelanges Lernen für eine einzige Chance zum russischen Roulette. Manche behaupten, dies sei der wahre Grund für die unbesetzten Stellen: Niemand will nicht, aber der Kalender ist eine Lotterie. Unterdessen warnen Vorbereiter für Finanzbehörden (Hacienda) und Arbeitsinspektion, dass das Niveau der Bewerber sinke und die Laufbahnen in den nächsten Jahren zusammenbrechen könnten.
Gehälter in der AGE: Halb so hoch wie in autonomen Regionen
Die zweite Hürde ist finanzieller Natur. In der AGE sind die Gehälter laut mehreren Teilnehmern die niedrigsten aller Verwaltungen. Ein C1- oder C2-Beamter in Madrid kann 1.200 Euro oder etwas mehr verdienen, was ohne Eigentumswohnung nicht reicht, um die Miete in der Hauptstadt zu bezahlen. Der Unterschied zu einer Kommune oder autonomen Region kann 10.000 bis 15.000 Euro Bruttojahresgehalt betragen. Bei A1-Laufbahnen sprechen wir von der Hälfte oder weniger im Vergleich zu autonomen Regionen. Deshalb bevorzugen Bewerber Studien für Regionen oder Kommunen, wo das Gehalt besser und das Leben billiger ist.
Die dritte Hürde ist geografisch. Die AGE hat die meisten Stellen in Madrid, und das Lebensniveau ist im Verhältnis zu den Gehältern teuer. Für jemanden von außerhalb bedeutet eine Stelle in der AGE einen Umzug nach Madrid mit einem Gehalt, das die Miete nicht deckt. Einige lösen dies, indem sie sich für Regionen oder Kommunen bewerben, wo das Gehalt besser und das Leben billiger ist. Andere wählen den internen Aufstieg aus niedrigeren Kategorien, was jedoch Zeit und Stabilität erfordert.
Warum bleiben Stellen unbesetzt, wenn es Bewerber gibt?
Die Paradoxie ist, dass es Bewerber gibt, aber nicht genug. Bei einigen Ausschreibungen, wie für Staatliche Ingenieure, bleiben die Stellen seit Jahren unbesetzt, weil alle durchfallen. Es liegt nicht am Fehlen von Kandidaten, sondern daran, dass die Latte so hoch oder die Prüfung so schlecht gestaltet ist, dass niemand sie besteht. Ein A1-Bewerber erklärt, dass trotz 3 bis 4 Aspiranten pro Stelle immer noch die Hälfte oder mehr vakant bleiben. Er selbst ist zweimal durchgefallen und wagt einen dritten Versuch ohne Garantien.
Die andere Seite sind jene, die bestehen. Ein Kollege erhielt dieses Jahr eine A1-Stelle und bemerkte, dass es 45 Ingenieursstellen gab. Das heißt, Stellen existieren, werden aber nur tropfenweise besetzt. Währenddessen greift der Staat auf Interimskräfte zurück, die nur die erste Prüfung bestanden haben, obwohl er lieber die Stellen unbesetzt lässt. Dies ist eine Flicklösung, die das Grundproblem nicht löst: ein Zugangssystem, das weder Talente anzieht noch hält.
Das Auswahlverfahren: Verdienst oder Strafe?
Manche verteidigen das aktuelle System als das am wenigsten schlechte trotz seiner Fehler. Ein Bewerber argumentiert, dass die Wahrscheinlichkeit, ohne Kontakte und aus einfachen Verhältnissen in den öffentlichen Dienst zu gelangen, bei diesem Modell höher sei als bei Interview-basierten Verfahren, wo Vetternwirtschaft blühen würde. Die Stabilität ist ein starker Anreiz, und eine Option ist, mit kleineren Prüfungen zu beginnen und später intern auf A1 oder A2 aufzusteigen. Das System ist hart, aber zumindest sauber.
Andere behaupten das Gegenteil: Das System sei korrupt und man erleichtere die Prüfungen, damit weniger gut vorbereitete neue Generationen bestehen können. Die Reduzierung von Prüfungen und Vortragszeiten sei ein Zeichen dafür, dass das Niveau gesenkt werde. Und währenddessen bleiben die Stellen unbesetzt. Die Schlussfolgerung ist, dass das Problem nicht die Schwierigkeit ist, sondern dass das Design des Systems nicht zur Realität des Arbeitsmarktes oder den Erwartungen der Kandidaten passt.
Mit diesen Rahmenbedingungen sollte die Binnenmigration nach Madrid massiv sein. Sie bleibt jedoch marginal. Niemand versteht ganz genau warum. Die Vorhersage unter Vorbehalt ist, dass, wenn Gehälter und Frequenz der Ausschreibungen nicht korrigiert werden, unbesetzte Stellen weiterhin die Norm bleiben. Und jene, die bestehen, werden weniger verdienen als regionale Beamte. Also nein, es ist nicht so einfach, Beamter in Spanien zu sein. Es ist eher ein Labyrinth.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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