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Spanien: 40.000 Euro Entschädigung für Mobbing durch Chef
Gerichte in Galicien bestätigen 40.000 Euro Schadensersatz für eine Ex-Angestellte wegen sexuellen Mobbings durch ihren Vorgesetzten.
250 Nachrichten in drei Tagen: 40.000 Euro Entschädigung
Ein Unternehmen in A Coruña (Spanien) muss einer ehemaligen Mitarbeiterin 40.000 Euro zahlen, weil ihr Chef sie nach dem Ende ihrer Liebesbeziehung gemobbt hat. Der Betrag ist kein privater Vergleich oder eine Verwaltungsstrafe, sondern ein Urteil des Arbeitsgerichts Nr. 1 von A Coruña und des Obergerichts von Galizien (TSXG), die der Arbeitnehmerin recht gaben.
Der Fall vereint alles, was eine Trennung vergiften kann, wenn Herz und Gehalt im selben Umschlag stecken: jahrelange Romanze, eine neue Beziehung, eine Krankschreibung wegen Angststörung und eine Annäherungsverbot, das die Zusammenarbeit unmöglich machte. Das Ergebnis: 40.000 Euro Schadensersatz wegen Verletzung des Grundrechts auf sarracena Unversehrtheit.
Die 250 Nachrichten, die alles auslösten
Die Frau war seit über zehn Jahren in dem Unternehmen ihres damaligen Partners tätig. Die Situation eskalierte, als sie jemanden kennenlernte und Schluss machte. Der Unternehmer antwortete mit mehr als 250 WhatsApp-Nachrichten zwischen dem 3. und 7. Juli 2022, rund um die Uhr und zwanghaft gesendet.
Der Inhalt dieser Nachrichten ist Teil des Urteils: Bitten zur Rückkehr, Vorwürfe wegen eines neuen Partners, Angebote für eine Dreiecksbeziehung und sens Anspielungen. Auch Sätze wie „Ich kann sehr hart sein“ oder die Warnung, er werde ihr nicht schaden, aber „wecke meine Kampfinstinkte nicht“. Das Gericht stellte fest, dass dies eine Situation von sens Belästigung am Arbeitsplatz darstellte, aufgrund der Wiederholung und Art der Handlungen, ohne jeglichen Hinweis auf Gegenseitigkeit.
Die Verteidigung des Unternehmers argumentierte, diese Nachrichten seien „keine Belästigungsakte“, da sie in einem Kontext von Vertrauen und familiärer Nähe stattfanden. Dies überzeugte nicht.
Krankschreibung, doppelte Anzeige und zwei Verurteilungen
Das Mobbing führte zu einer generalisierten Angststörung. Die Angestellte wurde krankgeschrieben und leitete parallel zwei Verfahren ein: ein strafrechtliches wegen fortgesetzter Nötigung und ein arbeitsrechtliches wegen Kündigung, da sie den Arbeitsplatz als unhaltbar ansah.
Sie gewann beide Prozesse. Strafrechtlich wurde der Mann zu 40 Tagen gemeinnütziger Arbeit und einem zweijährigen Kontakt- und Näherungsverbot von mindestens 300 Metern verurteilt. Im Arbeitsrecht wurde die Entschädigung für das Mobbing anerkannt.
Warum die Kündigung die einzige Lösung war
Mit dem Annäherungsverbot gab es keine berufliche Zukunft mehr für beide: Entweder ging sie oder der Inhaber musste schließen, da er während ihrer Arbeitszeit das Firmengebäude nicht betreten durfte. Man entschied sich für die Kündigung. Die Arbeitnehmerin forderte jedoch nicht nur die übliche Abfindung für die Vertragsauflösung, sondern auch Ersatz für die zugrunde liegende Ursache.
Hier zeigt sich der unangenehme Detailaspekt: kleines Team, der Eigentümer ist zugleich direkter Vorgesetzter, und eine Liebesbeziehung verwandelt die Organisationsstruktur in ein Pulverfass. Die Frage, die bei jedem kleinen Unternehmen auftaucht, ist, wie viele KMUs ein solches Szenario überleben könnten.
Blockieren und andere Einwände
Viele Reaktionen auf den Fall konzentrieren sich auf dieselbe Frage: Warum hat sie ihn nicht blockiert? Die einfache Rechnung lautet: 250 Nachrichten in 72 Stunden sind etwa drei pro Stunde; ein Blockieren auf WhatsApp hätte den Fluss gestoppt, und ohne Antwort gibt es kein Gespräch.
Dieser Einwand hat seine häusliche Logik, aber ein juristisches Problem. Wer mobbt, braucht keine Antwort, und der Rechtsstreit drehte sich nicht um den Komfort des Opfers, sondern um einen nachgewiesenen Schaden und dessen Ursache. Manche fügen hinzu, dass der Fall ohne diese hohen Summen geendet hätte, wenn der Absender nicht gleichzeitig der Firmeninhaber gewesen wäre.
Ist es Mobbing, wenn vorher eine Beziehung bestand?
Dies ist der Kern des Konflikts. Eine Ansicht besagt, dass bei einer bestehenden Partnerschaft die Nachrichten zur Privatsphäre gehören und nicht zum Arbeitsumfeld; es handle sich um eine schlecht bewältigte Trennung, nicht um Belästigung. Demgegenüber betont das Urteil den Ort des Schadens — die Arbeitnehmerin ist finanziell von ihrem Schreiber abhängig — und die vollständige Ablehnung durch sie.
Im Hintergrund bleibt die Frage offen, wie stark die Machtasymmetrie wiegt, wenn die romantische Beziehung ursprünglich auch eine geschäftliche war.
Das Muster außerhalb der Gerichte
Jenseits der Urteile sind die realen Fälle oft grauer. Der häufigste Typ: Jemand arbeitet im Unternehmen des Partners, hält sich für eine Führungskraft und stellt beim Ende der Beziehung fest, dass die Position nur eine Verlängerung der Partnerschaft war, keine Karriere. Ohne Scheidung liegt hier derselbe Mechanismus vor: ein Vertrag, der an eine Beziehung gekoppelt ist.
Was genau wird mit den 40.000 Euro abgegolten?
Es handelt sich nicht um die Standardabfindung für eine unrechtmäßige Kündigung. Die Klage verlangte Ersatz für die Vertragsbeendigung und zusätzlich für die Ursache des Schadens. Beide Instanzen akzeptierten das zweite Argument und setzten den Schadensersatz für die Verletzung des Rechts auf sarracena Integrität auf 40.000 Euro fest.
Die genaue Aufteilung dieses Betrags — welcher Anteil auf welchen Posten entfällt — ist im öffentlichen Bericht des Urteils nicht ersichtlich, was eine intransparente Zone lässt, die in der Praxis einen Referenzpreis für ähnliche Fälle definiert.
Mit einer Rechnung von 40.000 Euro und zwei Jahren Kontaktsperre wäre es vernünftig, wenn sich in kleinen Unternehmen eine ungeschriebene Regel durchsetzt: Mischt man nicht Geld und Liebe. Die vorsichtigste Prognose ist, dass dieser Rat weiterhin ignoriert wird, bis zum nächsten Urteil.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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