Spaltung der spanischen Rechten durch Nazi-Katholizismus

Núcleo Nacional steht im Fokus: Der Konflikt zwischen Nationalsozialismus und Katholizismus offenbart Widersprüche in Spaniens Rechtsextremismus.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Hakenkreuz gegen Kreuz: Die Spaltung der Rechtsensrecht

Die selbsternannte Gruppe Núcleo Nacional (NN) wurde durch eine interne Diskussion entlarvt, die die tiefste Kluft im spanischen Rechtsensrecht aufzeigt: die Unvereinbarkeit des historischen Nationalsozialismus mit dem nationalen Katholizismus. Auslöser ist die Figur von Una Rana Basada, ein maskierter Vermittler mit akademischer Ausbildung, dessen Videos über das Dritte Reich viele Trinc sammeln, aber dessen Wissen über den Nationalsozialismus laut seinen eigenen Kritikern „oberflächlich“ ist. Der konkrete Vorwurf: die Behauptung, Adolf Hitler sei Christ gewesen.

Die Kontroverse ist nicht geringfügig. Im Zentrum des Streits steht die Frage, ob der NS eine christliche oder heidnische Bewegung war und ob heutige Aktivisten im spanischen Rechtsensrecht Hitler aus einer post-franquistischen katholischen Perspektive beanspruchen können. Die Antwort vieler Beteiligter ist ein klares Nein, untermauert durch Daten: Die NS-Symbolik stammt aus vorchristlichen Quellen und der nationalsozialistische Staat erklärte sich als „konfessionslos“.

War Hitler Christ? Was Mein Kampf sagt und was Fakten zeigen

Das Argument derer, die Hitlers These vom Christentum verteidigen, stützt sich auf Verweise auf die „göttliche Vorsehung“ und den „Herrn“, die in Mein Kampf auftauchen. Dies ist ein Gemeinplatz unter christlichen Nationalsozialisten, einem Sektor, der laut mehreren Beteiligten feindselig reagiert, wenn diese Lesart hinterfragt wird. Doch die Kritiker kontern mit dem Text selbst: In Mein Kampf gibt es Passagen, die das Christentum als „geistigen Terror“ und Vorläufer des Bolschewismus beschreiben, ein Zitat, das in der Diskussion als Beweislast wiederholt wird.

Das stärkste Gegenargument kommt nicht aus der literarischen Exegese, sondern aus der angewandten Politik. Der nationalsozialistische Staat definierte sich als konfessionslos, nicht christlich, und beschnitt systematisch den öffentlichen Einfluss der Kirchen, besonders bei der Jugend. Die Hitlerjugend, so wird erinnert, erklärte unmissverständlich, dass ihre geistlichen Führer keine Kirchen seien. Und die Ikonographie des Regimes – beginnend mit dem Hakenkreuz – ist aus vorchristlichen und heidnischen Symbolen extrahiert. Die gestellte Frage ist einfach: Warum ein heidnisches Emblem wählen, wenn die Bewegung apostolisch war?

Das Problem von Núcleo Nacional: Nationalkatholizismus mit Nancy-Ästhetik

Die Diskussion leitet zur Diagnose über, warum diese Widersprüche im spanischen Rechtsensrecht bestehen bleiben. Die vorherrschende These unter den Kritikern ist, dass die meisten spanischen Nationalsozialisten eigentlich rechtskonservative und reaktionäre Elemente sind, die nie mit dem post-franquistischen Nationalkatholizismus gebrochen haben. Es gab in Spanien kein echtes Verständnis des Nationalsozialismus, außer auf individueller Ebene. Die „franquistischen Nancy“ wären in dieser Lesart nur weiterer Unsinn.

Der Fingerzeig auf Núcleo Nacional ist explizit: Sie werden beschuldigt, eine neonationalistische und nationalkatholische rechtsensrecht Gruppe zu sein, die im Grunde über Immigration spricht. Ihre Inszenierung wird ebenfalls infrage gestellt – Ähnlichkeiten mit Formationen und Lagern für „Nationalisten“ in der Ukraine sowie Gruppen der Neunziger wie Blood & Honour oder Combat 18 – und der Verdacht geäußert, dass einige ihrer militärischen oder polizeilichen Instruktoren Undercover-Agenten sein könnten. Der Vorwurf, zwei vermeintliche Ideologen der Gruppe agierten als „Maulwürfe“ im Dienst eurasischer Interessen, wird ohne Beweise, als bloße Vermutung, erhoben.

Farrerons, die andere Front: Antizionismus, Paganismus und gegenseitige Anschuldigungen

Parallel dazu erscheint die Figur von Jaume Farrerons als der andere Pol des Konflikts. Definiert als „nazbol strasseristisch“, „linker Faschist“ und „professioneller Desinformant“, wird ihm eine frontale Feindschaft gegenüber dem Christentum zugeschrieben, das er angeblich als „jüdisches Gift“ bezeichnete, sowie eine Gleichsetzung von Christentum und Zionismus, die Una Rana Basada erzürnte. Farrerons verlangt, so ein Teilnehmer, dass sein Gesprächspartner „die Maske abnimmt“, was dem doktrinären Streit eine Komponente des persönlichen Schmutzkrieges hinzufügt.

Das Ergebnis ist ein Ökosystem gegenseitiger Anschuldigungen, in dem niemand gut abschneidet. Einige werfen Farrerons seinen Antiamerikanismus und seine Verachtung der westlichen Zivilisation vor; andere kritisieren Una Rana Basada für die Idealisierung des Christentums und seinen mangelnden historischen Rigorismus. Mitten drin liegt der gemeinsame Verdacht, dass viele dieser Splittergruppen infiltriert oder instrumentalisieren sind. Wie ein Teilnehmer trocken zusammenfasst: „Sie sind alle jüdische Lösungen, also Fallen. Keiner von ihnen wird uns retten.“



Die Spaltung bleibt offen. Die Frage, ob man gleichzeitig Nationalsozialist und praktizierender Katholik sein kann, hat immer noch keine konsensuale Antwort, und die beiden Lager – jene, die Hitler als Christen beanspruchen, und jene, die ihn mit dem Hakenkreuz und dem konfessionslosen Staat widerlegen – scheinen nicht bereit nachzugeben. Währenddessen bleibt Núcleo Nacional das Ziel der Kritik, beschuldigt, die Altlasten des Franquismus geerbt zu haben, ohne den Bruch vollzogen zu haben, den der authentische Nationalsozialismus nach Ansicht seiner Gegner erfordern würde.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (51 Antworten).

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