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Netanyahu droht Spanien mit sofortigen Konsequenzen
Ein Netanjahu zugeschriebenes Message warnt vor sofortigen Kosten für Spaniens diplomatische Haltung. Sánchez fordert die EU auf, das Abkommen mit Israel zu kappen.
Israel droht Spanien wegen diplomatischem Konflikt
Eine der Regierung von Benjamin Netanjahu zugeschriebene Nachricht hat eine direkte Warnung an Spanien ausgesprochen: „Spanien wird einen SOFORTIGEN Preis für seinen diplomatischen Krieg gegen Israel zahlen.“ Die Drohung folgt auf die Ausweisung spanischer Vertreter aus dem Friedensmechanismus für Gaza und auf Pedro Sánchez’ Forderung an die EU, das Abkommen mit Israel zu brechen. Der Austausch diplomatischer Schläge hat eine unbequeme Frage wieder aufgeworfen: Inwieweit kann sich ein ausländischer Staat gegenüber Spanien in Form einer Rüge äußern?
Die Abfolge ist bekannt. Israel wies spanische Vertreter aus dem Gaza-Friedensmechanismus aus. Sánchez reagierte mit einer Verschärfung des Tons in Brüssel und forderte die Aufkündigung des Abkommens mit Israel. Die Netanjahu zugeschriebene Nachricht konterte mit einer expliziten Drohung sofortiger Vergeltung. Mitten drin steht eine Frage, die die Analysen durchzieht: Provokiert Sánchez den Zusammenstoß oder nutzt Israel ihn als Nebelkerze?
Die israelische Drohung und Sánchez’ Antwort
Die israelische Warnung ist kein generisches Kommuniqué. Es ist eine namentliche Drohung, mit Namen und Nachnamen, gegen eine EU-Regierung. „Spanien wird einen SOFORTIGEN Preis für seinen diplomatischen Krieg gegen Israel zahlen“, heißt es in der Netanjahu zugeschriebenen Nachricht. Die Ausweisung der spanischen Vertreter aus dem Gremium für Frieden in Gaza war der erste Schritt. Sánchez’ Bitte an die EU, das Abkommen mit Israel zu brechen, der zweite.
Manche behaupten, Sánchez nutze die Konfrontation mit Israel, um von internen Problemen der PSOE und seinem familiären Umfeld abzulenken. Andere verteidigen, dass der Konflikt real sei und Spanien dafür bestraft werde, dass es sich nicht der israelischen Position anschließt. Die Diskussion ist nicht geringfügig: Sie definiert, ob Spanien in seiner eigenen Außenpolitik als Subjekt oder Objekt handelt.
Provokiert Sánchez den Konflikt oder nutzt Israel ihn?
Ein Teil der Analyse vertritt die Ansicht, dass die israelische Regierung seit Jahren die Arbeit der spanischen Justiz behindert. Das Argument ist konkret: Israel würde Konventionen, Protokolle und geltende Vereinbarungen zur Rechtshilfe verletzen und jahrelang Informationen blockiert haben, die der Nationalgerichtshof (Audiencia Nacional) über die Bespitzelung des Handys von Pedro Sánchez mit Pegasus angefordert hatte. Nach dieser Lesart will Israel Sánchez nicht versenken: Es hält ihn über Wasser, weil ihm eine schwache und abgelenkte spanische Regierung gelegen kommt.
Die gegenteilige Version besagt, dass Sánchez die palästinensische Sache zu einem Instrument der Innenpolitik gemacht habe. Die Konfrontation mit Israel diene dazu, seine Wählerschaft zu einen und Korruptionsfälle zu übertünchen, die seine Partei und sein Umfeld betreffen. In diesem Rahmen wäre die israelische Drohung die logische Antwort auf eine kalkulierte Provokation.
Das Präzedenzfall Polen und Ungarn: Doppelte Standards in Brüssel
Eine dritte Analyse führt ein vergleichendes Element ein, das Unbehagen auslöst. Als die polnische Regierung sich Brüssel wegen ihrer Justizreformen widersetzte, entzog die EU Mittel und internationale Medien schlugen ohne Gnade auf sie ein. Ungarn erlebt eine ähnliche Situation. Bei Spanien hingegen herrscht fast absolutes Schweigen. Sánchez wurde in einem internationalen Medium als „Teflon“ bezeichnet, und dabei blieb es.
Es stellt sich die Frage, warum derselbe Druckmechanismus, der gegen Warschau und Budapest aktiviert wurde, nicht gegen Madrid angewandt wird. Einige Analysen deuten an, dass Sánchez tut, was von ihm in der Außenpolitik erwartet wird, während Polen und Ungarn dies nicht tun. Der doppelte Standard wäre dann kein Systemfehler, sondern dessen normale Funktionsweise.
Die tatsächlichen Kosten der Drohung: Was kann Israel tun?
Jenseits des diplomatischen Lärms hat die israelische Drohung einen konkreten und begrenzten Inhalt. Israel hat bereits spanische Vertreter aus dem Gaza-Friedensgremium ausgewiesen. Es kann Kooperationskanäle im Bereich Verteidigung, Geheimdienste oder Technologie schließen. Es kann über seine Verbündeten in Washington und Brüssel Druck ausüben. Was es nicht kann, ist Spanien bombardieren, wie eine Analyse ironisch bemerkte: „Das Seltsame ist, dass sie uns noch nicht bombardiert haben.“
Das Grundproblem ist ein anderes. Dass sich ein ausländischer Staat gegenüber Spanien in Form einer Rüge oder Bevormundung äußert, zeigt, wie unsichtbar bestimmte Unterordnungsverhältnisse geworden sind. Es geht nicht darum, diese Regierung zu würdigen, sondern anzuerkennen, in welchem Rahmen andere sich berechtigt fühlen, das Land öffentlich zu maßregeln, als wäre es ein kleinerer, korrigierbarer Akteur.
Der Schatten von Pegasus und die spanische Justiz
Der Fall Pegasus ist weiterhin offen. Seit Mai 2022 fordert der Nationalgerichtshof (Audiencia Nacional) von der israelischen Firma NSO Group, Eigentümerin der Spähsoftware, Informationen an, um herauszufinden, wer das Handy von Pedro Sánchez ausspioniert hat. Israel hat nicht geantwortet. Richter José Luis Calama hat eine neue Rechtshilfeersuchen an die israelischen Justizbehörden gerichtet. Der Ball liegt weiter im israelischen Feld.
Dieses Detail widerlegt die These, dass Israel Sánchez versenken will. Wenn es wollte, hätte es die Möglichkeit, mit der spanischen Justiz zusammenzuarbeiten und den Fall voranzutreiben. Es tut es nicht. Die systematische Behinderung spanischer Rechtshilfeersuchen ist ein Faktum, das nicht zur Erzählung eines totalen Konflikts passt. Israel bevorzugt einen schwachen und abgelenkten Sánchez gegenüber einem gestürzten.
Der diplomatische Schlagabtausch zwischen Spanien und Israel hat keinen klaren Ausgang. Die israelische Drohung ist real, aber ihr Umfang ist begrenzt. Die spanische Reaktion ist rhetorisch fest, hängt aber von einer EU ab, die sich nicht endgültig bewegt. Und im Hintergrund bleibt die Frage, die niemand ganz beantwortet: Was gewinnt Spanien durch die Konfrontation mit Israel und was verliert es, wenn es sie vermeidet?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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