Alicante: Stadträtin und hochrangiger Beamter unter Begünstigten von Luxus-Publikumswohnungen
In Alicante haben eine Stadträtin, die zwei Kinder einer Generaldirektorin und ein Architekt aus dem Stadtplanungsamt Zuschlagsrechte für geförderten Wohnungsbau im ersten öffentlichen Projekt der Stadt seit zwei Jahrzehnten erhalten. Die Wohnungen im Bereich Playa de San Juan verfügen über einen Pool, Padelplätze, ein Fitnessstudio und einen Club. Der Kaufpreis lag bei rund 200.000 Euro, während der Marktwert über 400.000 Euro liegt. Bürgermeister Luis Barcala hat nach Bekanntwerden des Falls Ermittlungen eingeleitet.
Die Begünstigten und ihre Verbindungen
Auf der Liste steht auch Rocío Gómez, die Baustadträtin, die laut ihrem offiziellen Profil sieben Jahre für den Abschluss ihres Architekturstudiums benötigte. Ebenfalls aufgeführt sind zwei Kinder einer städtischen Generaldirektorin und ein Architekt aus derselben Planungsabteilung. Die Wohnungen wurden über eine private Genossenschaft vergeben, ein Mechanismus, der Kritikern zufolge Kontrollen bei öffentlichen Verlosungen umgeht.
Preise und Konditionen
Jede Dreizimmerwohnung mit Wohnzimmer, Balkon, Garage und Abstellraum wurde für etwa 200.000 Euro zzgl. MwSt. erworben. Zum Zeitpunkt des Kaufs (2018) war der Immobilienmarkt weniger angespannt als heute, doch die Wertsteigerung hat den Preis seither verdoppelt. Die Anlagen bieten Gemeinschaftsbereiche wie Pool, Padelplätze und Fitnessstudio, was sie deutlich über den Standard typischer Sozialwohnungen stellt.
Reaktionen und Konsequenzen
Die Nachricht führte am 30. Januar zum Rücktritt von Rocío Gómez, wie El Debate berichtete. Das Rathaus hat eine Untersuchung eingeleitet. Politisch hat der Fall die Debatte über Korruption in der Stadtplanung und die Nutzung von Genossenschaften zur Umleitung öffentlicher Wohnungen an Eliten wiederbelebt. Viele Kommentatoren weisen darauf hin, dass dies kein Einzelfall ist, sondern das übliche Vorgehen in vielen Kommunen.
Der Fall in Alicante wirft eine unbequeme Frage auf: Wie viele Projekte für geförderten Wohnungsbau in Spanien erreichen tatsächlich die Bedürftigsten, und wie viele werden in klientelistische Netzwerke der Rathäuser umgeleitet?
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