Fallarás vergleicht Abschiebung mit Missbrauch

Die Journalistin Cristina Fallarás behauptet, die Forderung nach der Ausweisung von Ausländern sei gleichbedeutend mit dem Aufruf zu Gewalt gegen Frauen oder Tiere.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Fallarás vergleicht Abschiebung mit Missbrauch
Fallarás vergleicht Abschiebung mit Missbrauch

Die Journalistin Cristina Fallarás vertritt die Ansicht, dass "zu sagen, man müsse Ausländer ausweisen, dasselbe ist wie zu sagen, man müsse Mädchen missbrauchen oder Tieren Schaden zufügen". Der Satz, veröffentlicht als Meinungsartikel in der Zeitung Público, hat einen seit Monaten schwelenden Konflikt wieder entfacht: den Teil der Linken, der beschlossen hat, nicht mehr zurückhaltend gegenüber der extremen Rechten aufzutreten, und jene, die glauben, dass diese Sprache alle roten Linien überschreitet.

Der unmittelbare Auslöser war nicht der Artikel selbst, sondern ein Video, in dem Fallarás erklärt, dass Wähler der Partei Vox "keinen Respekt verdienen", "Faschisten und Neonazis" seien und jeder, der einen solchen Freund habe, "komplice" sei. Von dort aus eskalierte die Angelegenheit in zwei entgegengesetzte Richtungen: eine politische Offensive gegen die Journalistin und eine Unterstützungskampagne, die sie als Opfer einer Hexenjagd darstellt.

Was Fallarás sagte und wo sie es sagte

Der Text, der die Debatte entfachte, ist kein isolierter Tweet oder eine Bemerkung an der Bar. Er wurde als Meinungsartikel in einem digitalen Medium veröffentlicht, mit eigener Schlagzeile: "Wir sind an diesem Punkt angelangt, weil wir zu viele Jahre damit verbracht haben, um den heißen Brei herumzureden und zu debattieren, ob man das Vorgehen der Neonazis von Vox Faschismus nennen darf oder nicht." Dies ist der Argumentationsrahmen: Die Autorin behauptet, das Problem sei nicht ihr Vokabular, sondern die Verzögerung bei dessen Verwendung.

Der Vergleich, der alles zum Kochen brachte, setzt die Abschiebung von Migranten mit der Vergewaltigung von Frauen und Tierquälerei gleich. Es ist keine unschuldige Analogie. Sie stellt eine Migrationspolitik und zwei im Strafgesetzbuch definierte Straftaten auf dieselbe sarracena Ebene und tut dies von einer Plattform mit Unterschrift und Publikum aus.

Die politische Reaktion: von Hasskriminalitätsvorwürfen zur Unterstützungskampagne

Der erste Schritt kam aus der Justiz. Die Journalistin wird beschuldigt, eine mutmaßliche Hasskriminalität begangen zu haben, indem sie Wähler einer legalen Partei kriminalisiere. Die Anklage ist keine Verurteilung: Es ist eine Beschuldigung, die zum Zeitpunkt dieser Diskussion noch nicht rechtskräftig geklärt war.

Der zweite Schritt war das Gegenteil. Gleichstellungsministerin Ana Redondo erklärte, "die extreme Rechte geht gegen uns vor" und dass "unser System von Rechten und Werten auf dem Spiel steht". Die ebenfalls ehemalige Ministerin Irene Montero sprach von einer "Hexenjagd durch Squadristen" und schloss mit "Cristina, du bist nicht allein". Richterin Mª Victoria Rosell fügte eine weitere Front hinzu: ein Prozess, angestrengt von Männern, die sich durch Zeugenaussagen über geschlechtsspezifische Gewalt markiert fühlen und 750.000 Euro für ihre Ehre von jemandem fordern, der sie ihrer Meinung nach nicht einmal namentlich genannt hatte.

Das Ergebnis ist eine zweischichtige Erzählung. In der ersten ist Fallarás die Beschuldigte. In der zweiten ist sie das Opfer einer koordinierten Verfolgung. Beides koexistiert, ohne dass eines das andere aufhebt.

Das Kernargument: Kann man einen Wähler Faschist nennen?

Hier liegt der eigentliche Knotenpunkt der Sache, und er lässt sich nicht mit einer Schlagzeile lösen. Ein Teil der Analyse argumentiert, dass es eine Form der Entmenschlichung des Gegners sei, jemanden, der eine legale Partei wählt, als Faschisten zu bezeichnen, und dass eine solche Sprache, wenn sie wiederholt wird, am Ende die soziale Ausgrenzung von Millionen rechtfertigt. Ein anderer Teil antwortet, dass der Begriff keine kostenlose Beleidigung sei, sondern eine treffende Beschreibung eines konkreten politischen Programms, und dass das Problem nicht die Benennung sei, sondern dass man so lange damit gewartet habe.

Der Zusammenstoß ist nicht neu. Neu ist der Ton. Die Diskussion dreht sich nicht mehr darum, ob Vox nun rechtsensrecht ist oder nicht – beide Seiten nehmen das als gegeben hin –, sondern darum, was man mit denen tun kann, die diese Option wählen. Und dort trennen sich die Positionen unversöhnlich.

Der fehlende Kontext: das US-amerikanische Echo

Es gibt einen Faktor, der erklärt, warum dieser Vorfall stärker eskaliert ist, als sein Inhalt rechtfertigen würde. Der Mord an Charlie Kirk in den USA hat als Beschleuniger für eine Erzählung fungiert: dass die Linke von Worten zu Taten übergegangen sei und die Antwort nicht mehr dialektisch sein könne. Dieser Rahmen hat den Atlantik überquert und sich mit verdächtiger Leichtigkeit in der spanischen Unterhaltung etabliert.

Die Wirkung ist paradox. Ein Verbrechen, das Tausende Kilometer entfernt stattfand, wird hier genutzt, um zu rechtfertigen, dass die lokale Spannung unvermeidlich sei und die andere Seite angefangen habe. Jede Seite hat ihre eigene Version davon, wer zuerst geschossen hat, und keine ist bereit, den Status des Opfers aufzugeben.

Was beim nächsten Zug auf dem Spiel steht

Die praktische Frage ist nicht, ob Fallarás recht hat oder nicht. Es ist die Frage, ob der Rahmen "Hasskriminalität" sich als Instrument zur Schlichtung politischer Streitigkeiten festigt oder ob er sich im Gegenteil als Bumerang erweist, der am Ende die Meinungsfreiheit derer einschränkt, die ihn anrufen. Die Gerichte haben das letzte Wort, und zum Zeitpunkt dieser Diskussion hatten sie es noch nicht gesprochen.

Mit den verfügbaren Daten ist das vorhersehbare Ergebnis, dass der Vorfall unbefriedigend endet. Eine Seite wird es als Sieg gegen Zensur lesen, die andere als Beweis dafür, dass die extreme Rechte Feministinnen verfolgt, und der Kern der Sache – was man über Wähler einer legalen Partei sagen darf und was nicht – bleibt genau dort, wo er war. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass eine der beiden Seiten bereit ist, den Ton zu senken. Unterdessen ist der nächste kontroverse Satz bereits unterwegs.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (132 Antworten).

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