Silber bei 50 Dollar: vom Höchststand von 100 ein Minus von 58 %

Silber ist auf 50 Dollar gefallen, 58 % unter dem Höchststand von 100 Dollar. Anleihen mit 5 % Rendite entziehen dem Edelmetall das Geld, und der Chart deutet auf weitere Abwärtsbewegungen hin.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Silber bei 50 Dollar: vom Höchststand von 100 ein Minus von 58 %
Silber bei 50 Dollar: vom Höchststand von 100 ein Minus von 58 %

Es war nicht lange her, da schien der Kauf von Silber die ultimative Absicherung gegen die Inflation zu sein. Wer Anfang des Jahres sein Geld investiert hatte, als die Unze bei rund 100 Dollar notierte, blickt heute auf den Kurs und sieht die Hälfte weg. Die Unze hat 50 Dollar berührt und im schlimmsten Moment der Sitzung sogar 51,90 markiert, ein Absturz von 58 % vom Hoch, der das Edelmetall genau so aussehen lässt wie einen Memecoin nach dem Rug Pull. Die Frage ist nicht mehr, ob Silber echtes Geld ist, sondern wie viel Blase in der Erzählung steckte, die es als das solide Vermögensobjekt des Planeten anpries.

Der Absturz, den niemand kommen sehen wollte

Der Sturz war kein isolierter Unfall. Von knapp 100 Dollar auf 48 oder 49 Dollar hat Silber eine Entwicklung gezeichnet, die manche an den lokalen Hochpunkten als exponentiell beschreiben. Das Muster, so heißt es, entspreche dem jeder Blase: vertikaler Anstieg, Plateau, Absturz. Neu ist nicht, dass Silber fällt, sondern die Gewalt der Bewegung. Von 100 auf 50 in Monaten ist keine Volatilität, das ist ein Regimewechsel.

Das Argument derer, die bei 100 gekauft hatten, war immer dasselbe: Silber ist echtes Geld, anders als Papier. Das Problem ist, dass dieses echte Geld in Fiat-Geld gekauft und verkauft wird, und das bestimmt seinen Wechselkurs. Wenn das Fiat-Geld in andere Anlagen abfließt, bleibt Silber ohne Käufer. Und genau das ist passiert.

Warum fällt Silber, wenn die Zentralbanken weiter kaufen?

Die meistgenannte Erklärung hat mit den Opportunitätskosten zu tun. Gold und Silber zahlen keine Zinsen. US-Anleihen mit 5 %, französische Anleihen mit 5 %, die Schulden von KI-Unternehmen, die Investitionen finanzieren müssen, und japanische Anleihen, die endlich etwas abwerfen, schon. Vor diesem Hintergrund wird das Halten eines zinstragenden Metalls teuer. Das Geld fließt aus den Metallen ab und in die Anleihen.

Manche behaupten, die Zentralbanken kauften weiterhin kräftig, gerade jetzt, wo es billig ist. Diese Behauptung kursiert häufig, geht aber nicht immer mit überprüfbaren Daten einher. Wer sie vertritt, verweist auf auf Gold und Silber spezialisierte Kanäle, die die offiziellen Käufe verfolgen. Wer sie anzweifelt, verlangt das Dokument, die Website oder die Primärquelle, die es belegt. Die Diskussion ist weiterhin offen.

Der Chart zeichnet ein Schulter-Kopf-Schulter-Muster

In technischer Hinsicht ist die Lesart unter Chartbeobachtern fast einstimmig: Silber hat ein Schulter-Kopf-Schulter-Muster gebrochen, eine Formation, die weitere Abwärtsbewegungen ankündigt. Als Einstiegspunkte werden frühere relevante Hochs und frühere wichtige Tiefs gehandelt. Für die Aggressiveren ist das Niveau von 50 eine Gelegenheit. Für die Vorsichtigen ist der Absturz noch nicht vorbei.

Der Vergleich mit anderen Rohstoffen hilft, das Ganze einzuordnen. Fast alle Commodities haben sich gleich verhalten: schnelle Rally und Halbierung. Silber ist keine Ausnahme, nur dass sein Status als sicherer Hafen den Schlag schmerzhafter macht.

Wer vor einem Jahrzehnt kaufte, regt sich nicht auf

Nicht alle verlieren Geld. Wer vor zehn Jahren Bullion-Unzen zu 13 Euro gekauft hat, vervierfacht seine Investition weiterhin. Wer 2020 vor der großen Rally eingestiegen ist, sitzt auf einem Gewinn von 100 % und will die Position nur bei einem Kataklysmos aufgeben. Der Zeithorizont ändert alles: 2003 lag Silber bei 4 Dollar, heute bei 52. Nach einer kursierenden Rechnung, bereinigt um die reale Inflation, hat das Metall den Preisanstieg leicht übertroffen.

Das Problem ist der, der am Hoch gekauft hat. Wer letztes Jahr tausend Euro investiert hat, hat jetzt fünfhundert. Und das ist die einzige Zahl, die keine Deutung zulässt.

Silber als Memecoin

Die Ironie zieht sich durch die ganze Diskussion. Dass ein Vermögenswert, der als Wertspeicher verkauft wird, Schwankungen wie eine Kryptowährung zeigt, schadet der Erzählung. Wer bei 100 gekauft hat, mag besorgt sein, aber er kann sich immer noch Armbänder und Ketten daraus machen. Kolloidales Silber, das vor einem Jahrzehnt in Mode war, kehrt als Notausgang in die Vorstellung zurück.

Der unausweichliche Schluss ist unbequem: Silber ist kein echtes Geld, es ist ein Vermögenswert, der mit echtem Geld gekauft und verkauft wird. Und das bedeutet, dass sein Preis der Markt bestimmt, nicht der Glaube.



Bei einer Unze von 50 Dollar und Gold unter 4.000 bleibt die Frage in der Luft, ob dies ein Boden ist oder nur eine weitere Etappe des Abstiegs. Wer vor einem Jahrzehnt zu 13 Euro gekauft hat, kennt die Antwort. Wer bei 100 gekauft hat, noch nicht.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (59 Antworten).

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